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Druck im Rückspiel ist hoch
Barcelona war nach der Niederlage im Hinspiel an der Stamford Bridge zunächst zuversichtlich gewesen, am 19. Mai in München erneut im Finale zu stehen. Der Titelverteidiger war den Londonern haushoch überlegen und hatte nur seine vielen Chancen nicht genutzt. Die 1:2-Heimniederlage am Samstag im „Clasico“ gegen Real Madrid versetzte Lionel Messi & Co. jedoch einen schweren Schlag: Barca musste nicht nur die Hoffnung auf den spanischen Meistertitel aufgeben, sondern fand auch nicht zu seinem Spiel.
Reuters/Albert GeaAuf das 0:1 im Hinspiel reagierten Messi & Co. verschnupftEin Ausscheiden in der Königsklasse würde den Katalanen die schlechteste Saison seit 2008 bescheren. Josep Guardiola ist aber überzeugt davon, dass dieses Szenario vermieden werden kann. „Meine Spieler waren schon oft in solchen Situationen und haben sie überwunden“, erklärte der Trainer. Vor einem Jahr verlor Barcelona das spanische Cupfinale gegen Real, gewann danach aber sowohl die Meisterschaft als auch die Champions League.
„Die Niederlage darf uns nicht belasten“
Auch Mittelfeldspieler Andres Iniesta zeigte sich optimistisch. „Wir müssen aufstehen und weitermachen, die Niederlage gegen Real darf uns nicht belasten.“ Regisseur Xavi setzt nach den vergangenen Tiefschlägen auf eine Trotzreaktion: „Wir haben Wut im Bauch und können es gar nicht abwarten, gegen Chelsea anzutreten. Von sechs möglichen Titeln können wir noch fünf gewinnen.“
CL-Semifinale, Rückspiel
Dienstag, 20.45 Uhr:
FC Barcelona - Chelsea
Camp Nou, SR Cakir (TUR)
Barcelona: Valdes - Mascherano, Pique/Adriano, Puyol - Alves, Xavi, Busquets, Iniesta - Sanchez, Messi, Fabregas
Chelsea: Cech - Ivanovic, Cahill, Terry, Cole - Mata, Luiz, Raul Mereiles, Mikel, Ramires - Drogba
Hinspiel: 0:1
Die Trotzreaktion soll vor allem Gerard Pique personifizieren. Der Weltmeister dürfte geladen sein wie kein anderer Barca-Profi, denn er war von Trainer Guardiola in den letzten Spielen auf die Ersatzbank verbannt worden. Mehr als 50.000 Fans forderten im Internet die Rückkehr des Innenverteidigers in die Stammelf. Alles deutet darauf hin, dass der Coach dem Wunsch nachkommen wird.
Chelsea ein Angstgegner von Barca
Das als überaltert geltende Chelsea-Team hat dem Kurzpassspiel von Barcelona zwar wenig entgegenzusetzen, dennoch sind die „Blues“ ein Angstgegner der Katalanen. Die Londoner, bei denen Kapitän John Terry wieder mit zwei gebrochenen Rippen spielt, sind seit sechs Spielen gegen Barca ungeschlagen. Messi blieb siebenmal gegen Chelsea ohne Torerfolg.
Der Weltfußballer des Jahres 2011, der für Barca Tore wie am Fließband produziert und reihenweise Rekorde gebrochen hat, zeigt ausgerechnet in der entscheidenden Phase der Saison Ladehemmung. Der Argentinier erzielte weder im Halbfinal-Hinspiel gegen die „Blues“ noch im „Clasico“ gegen Real einen Treffer. Im Rückspiel im Camp Nou benötigen die Katalanen Tore ihres Rekordschützen dringender als je zuvor.
„Blues“ rühren wieder Beton an
Wie schon im Hinspiel setzen die Engländer auch auswärts auf eine ultradefensive Taktik. Lediglich Didier Drogba wird sich des Öfteren in die Offensive wagen, alle anderen Kicker der „Blues“ sind fast ausschließlich zum „Betonmischen“ abgestellt. Mit dieser Vorgehensweise schaffte es schon Inter Mailand im Champions-League-Semifinale 2010, die Übermannschaft der vergangenen Jahre auszuschalten.
Reuters/Eddie KeoghDrogba erzielte im Hinspiel als Solospitze das einzige Tor im MatchChelsea-Trainer Roberto di Matteo glaubt fest daran, dass auch sein Abwehrwall dem FC Barcelona standhalten kann. „Wir haben großes Selbstvertrauen und wissen, dass wir immer besser werden können und jetzt alles erreichen können. Deswegen gehen wir auch mit dem Glauben ins Spiel, dass wir gegen Barcelona den Einzug ins Finale schaffen“, betonte der Italiener.
Titel wurde noch nie verteidigt
Sollte dem Tabellensechsten der englischen Premier League die Sensation gelingen, würde sich in der Champions League (seit 1992/93) eine alte Tradition fortsetzen. Noch nie in der Geschichte der Königsklasse wurde der Titel erfolgreich verteidigt. Setzt sich Barcelona durch, zögen die Katalanen zum vierten Mal in sieben Jahren ins Finale ein. Die Endspiele 2006, 2009 und 2011 gewannen sie alle.
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Publiziert am 24.04.2012