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Trainer dämpft Euphorie nach „Clasico“

Jose Mourinho erwartet von Bayern München im Halbfinal-Rückspiel der UEFA Champions League am Mittwoch (20.45 Uhr, live in ORF eins und im Livestream) gegen Real Madrid keine Defensivtaktik. Der Trainer des spanischen Rekordmeisters betonte: „Die Bayern wissen, dass sie praktisch ausgeschieden sein werden, wenn sie kein Tor erzielen.“

Die Münchner rund um ÖFB-Teamspieler David Alaba gehen mit einem 2:1-Vorsprung in die Partie. „Der FC Bayern kennt unser offensives Potenzial“, sagte Mourinho. Der Portugiese war bemüht, die Euphorie bei den Madrilenen nach ihrem 2:1-Sieg am Samstag im „Clasico“ gegen den FC Barcelona zu dämpfen. „Das waren nur drei Punkte in einem Marathon, der mit dem Tempo eines 1.500-m-Laufs zurückgelegt wird.“

Zu den anhaltenden Spekulationen über seinen möglichen Weggang von Real mit Saisonende sagte Mourinho: „Ich habe einen Vertrag, und es gibt keinen Grund, den Verein zu wechseln.“ Nach dem Ende der Spielzeit werde er aber mit der Vereinsführung von Real über die Zukunft sprechen. „Dann werden wir sehen, was das Beste für alle sein wird.“

Mourinho kann zwei Rekorde aufstellen

Der 49-jährige Portugiese war im Sommer 2010 von Clubpräsident Florentino Perez geholt worden, um Real Madrid zur „La Decima“, dem zehnten Triumph in der Königsklasse, zu verhelfen. Mourinho, der schon mit dem FC Porto (2004) und Inter Mailand (2010) die Champions League gewann, könnte das als erster Trainer mit drei verschiedenen Vereinen schaffen. Mit Inter gelang ihm das vor zwei Jahren beim 2:0-Finalsieg gegen die Bayern an seiner jetzigen Wirkungsstätte - dem Bernabeu-Stadion.

Jose Mourinho hält nach dem CL-Triumph mit Inter Mailand 2010 den Pokal in die Höhe

Reuters/Kai Pfaffenbach

Nach seinem zweiten Champions-League-Triumph mit Inter ging Mourinho zu Real

Auch in nationalen Meisterschaften steht der Real-Coach vor einem neuen Rekord. Mourinho könnte als erster Trainer vier Meistertitel in vier verschiedenen europäischen Ländern holen. In Portugal, England und Italien war er jeweils zweimal Meister geworden. Mit Porto 2003 und 2004, mit Chelsea 2005 und 2006 sowie mit Inter 2009 und 2010. In Spanien steht der 49-Jährige mit Real vor seinem ersten Titelgewinn. Vier Runden vor Saisonende liegen die Madrilenen (88 Punkte) sieben Zähler vor dem FC Barcelona (81).

CL-Semifinale, Rückspiel

Mittwoch, 20.45 Uhr:

Live in ORF eins und im Livestream

Real Madrid - Bayern München

Bernabeu-Stadion, SR Kassai (HUN)

Mögliche Aufstellungen:

Real: Casillas - Arbeloa, Pepe, Ramos, Coentrao - Khedira, Xabi Alonso - Di Maria, Özil, C. Ronaldo - Benzema

Bayern: Neuer - Lahm, Boateng, Badstuber, Alaba - Luiz Gustavo, Schweinsteiger - Robben, Kroos, Ribery - Gomez

Hinspiel 1:2

In Madrid „viel dazugelernt“

„In diesen zwei Jahren mit Real Madrid habe ich viel dazugelernt, die neuen Erfahrungen machten mich zu einem besseren Coach“, sagte Mourinho. „Ich wollte immer in verschiedenen Ländern mit verschiedenen Spielern und verschiedenen Kulturen arbeiten“, gab sich der Portugiese als bekennender Weltenbummler. Das Auswärtstor beim 1:2 in München letzte Woche sei zwar sehr viel wert, aber Mourinho erinnerte daran, dass er nicht immer Glück im Semifinale hatte.

Mit Chelsea schied der Trainer gegen Liverpool zweimal in der Runde der letzten vier aus, 2005 (0:0 auswärts, 0:1 daheim) und 2007 (1:0 auswärts, 0:1 n.V. 1:4 i.E.). Letzte Champion-League-Saison scheiterte der Trainer mit Real im Halbfinale an Barcelona (0:2 auswärts, 1:1 daheim). „Ein Semifinale verlor ich durch einen Ball, der die Linie nicht übertreten hatte, ein anderes im Elfmeterschießen“, bezeichnete Mourinho das zweimalige Ausscheiden gegen Liverpool als „unglücklich“.

Real 2002 zuletzt im Endspiel

Letztes Jahr gegen Barcelona habe er in einer Art und Weise verloren, die „in Erinnerung bleibt“. Gegen die Bayern hofft der Portugiese, „dass wir dieses Halbfinale gewinnen. Und das, obwohl wir im ersten Spiel ein Abseitstor bekommen haben.“ Seine Mannschaft habe sich einen Finaleinzug verdient. Seit dem neunten Champions-League-Triumph 2002 beim 2:1 in Glasgow gegen Bayer Leverkusen stand Real nicht mehr in einem Endspiel der Königsklasse.

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