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Fans dennoch nicht gänzlich zufrieden

Die nach der Pleite in Kapfenberg angespannte Stimmung im Austria-Lager ist am Samstag im Heimspiel der 32. Runde der tipp3-Bundesliga gegen Wacker Innsbruck spürbar gewesen. Auf der Fantribüne der Wiener in der Generali-Arena wurden gleich mehrere kritische Transparente entrollt. Nicht nur die hochsommerlichen Temperaturen machten das Spiel für Trainer Ivica Vastic „heiß“.

Vom Austria-Anhang gab es kaum stimmliche Unterstützung für die eigene Elf. Noch vor der Pause taten die Fans mit „Vastic Raus“-Rufen ihrem Unmut kund, gefolgt von einem kurzen Pfeifkonzert unmittelbar vor Ende der von beiden Seiten schwachen ersten Spielhälfte. Auch beim Stand von 1:0 durch Alexander Gorgon (52.) verweigerten die Fans („Wir ziehen euch bald die Dressen aus und schmeißen bald den Ivo raus“) ihren Hauptdarstellern ihre Zuneigung.

Fantribüne

GEPA/Christian Ort

Der Austria-Anhang ist derzeit nicht leicht zufriedenzustellen

Vastic hatte dafür nach Schlusspfiff keine Erklärung. „Wenn wir 3:0 zu Hause gewinnen und ein Teil der Fans ist nicht zufrieden, was soll ich da sagen? Das ist nun einmal so. Andere waren zufrieden“, sagte der Jungtrainer, unter dem die Austria in den vorangegangenen sieben Runden nur drei Tore fabriziert hatte. Auch Roman Kienast war ob der mitunter eigenartigen Atmosphäre verwundert.

„Es war sehr leise im Stadion, warum auch immer“

„Wir führen 2:0, und es war sehr leise im Stadion, warum auch immer. Wir haben ein Zeichen gesetzt, ich hoffe, dass die Stimmung wieder besser wird“, sagte der Torschütze zum 2:0. Dass der eingewechselte Tomas Simkovic der Austria praktisch mit Abpfiff den höchsten Erfolg seit Mitte November (3:0 bei Admira) bescherte, war noch Draufgabe. Im Siegesjubel waren die Fans dann einigermaßen versöhnt.

„Wir haben auch in anderen Spielen viele Chancen gehabt, waren vor dem Tor aber nicht eiskalt. Das hat heute geklappt“, wollte Vastic den Unterschied zu den enttäuschenden Resultaten der jüngsten Vergangenheit erkannt haben. Sportchef Thomas Parits war „erleichtert. Man hat gesehen, welche Qualität wir haben“. Diese gilt es jetzt auch im ÖFB-Samsung-Cup auszuspielen. Am Mittwoch gastiert die Austria bei Titelverteidiger SV Josko Ried. Mit einem Erfolg im Innviertel wäre die Europacup-Teilnahme zum Greifen nahe.

Wacker-Trainer Kogler von Leistung enttäuscht

Ganz anders die Lage bei Wacker. Trainer Walter Kogler war sichtlich enttäuscht über die Darbietung seiner Truppe: „Die erste Halbzeit war schlecht, in der zweiten haben wir genauso pomadig weitergespielt.“ Enttäuscht war der Kärntner nicht so sehr über die Niederlage („Das ist kein Beinbruch“), vielmehr über die Darbietung: „Das war ein Rückschritt in unserer Entwicklung.“ Einige seiner Spieler seien vielmehr mit der Situation und dem Druck, dass Wacker auf Platz drei hätte springen können, nicht fertig geworden.

So gab es für die Innsbrucker einen schweren Dämpfer für ihr Europacup-Ambitionen. Denn Wacker verlor nicht nur gegen einen direkten Konkurrenten, auch die restlichen drei Ergebnisse waren gegen die Tiroler. „Unsere Chancen sind viel kleiner geworden“, bekannte Kogler. „Jetzt müssten wir einen Gewaltakt hinlegen. Sollte es noch klappen, wäre es eine Riesensensation.“ Torhüter Szabolcs Safar gab Durchhalteparolen aus: „Wir kämpfen, bis wir theoretisch keine Chance mehr haben.“

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