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Angstgegner mit 3:2 bezwungen

Rapid hat am Sonntag zum Abschluss der 32. Runde der tipp3-Bundesliga bei SV Josko Ried mit 3:2 (2:1) gewonnen und damit den Anschluss an Red Bull Salzburg gewahrt. Im direkten Duell mit dem Tabellenführer haben die Hütteldorfer nun nächsten Sonntag (16.00 Uhr, live in ORF eins und im Livestream) daheim die Chance, punktemäßig mit den „Bullen“ gleichzuziehen.

Es war der zweite Sieg für Rapid bei den Innviertlern in den letzten zehn Bewerbsspielen, der zuvor letzte volle Erfolg in Ried war bereits über zwei Jahre zurückgelegen (3:1 am 9. April 2010). In einer dramatischen Partie brachten Deni Alar (12.) und Guido Burgstaller (19.) die Wiener gegen den Angstgegner früh mit 2:0 in Führung, ehe die Hausherren kurz vor der Pause durch Robert Zulj (39.) das Spiel wieder offenhielten.

Nach dem zweiten Tor von Alar (51.) ließ Nacho (79.) mit seinem Anschlusstreffer Ried vor 7.300 Zuschauern in der Keine-Sorgen-Arena zumindest noch auf ein Remis hoffen. In der spannenden Schlussphase, die Rapid nach dem Ausschluss von Thomas Prager mit nur zehn Spielern überstehen musste, fielen aber keine weiteren Tore mehr.

Zweikampf zwischen Jan Marc Riegler (Ried) und Deni Alar (Rapid)

GEPA/Mathias Mandl

Deni Alar (re.) war einer der besten Spieler bei Rapid

Während sich Ried nun auf das Semifinale im ÖFB-Samsung-Cup am Mittwoch (20.30 Uhr, live in ORF eins und im Livestream) gegen die Wiener Austria konzentriert, hat es Rapid in der Hand, gegen Salzburg die Titelchance zu wahren.

Großchance von Ried nach wenigen Sekunden

Das Spitzenspiel der 32. Runde begann allerdings mit einer Großchance für Ried. Sekunden nach dem Anstoß traf Rapid-Verteidiger Harald Pichler Ried-Stürmer Guillem, der zog auf das Rapid-Tor, wo Tormann Lukas Königshofer aber richtig herauseilte. Der Nachschuss von Zulj aus 20 Metern wurde dann noch zur Ecke abgefälscht.

Danach waren es Eigenfehler und überraschende Probleme mit dem Schuhwerk, die den Hausherren das Genick brachen. Zunächst rutschte Anel Hadcic, der insgesamt keinen guten Tag erwischte, aus. Stefan Kulovits kam an den Ball, seinen schönen Pass übernahm Alar, der mit einem „Gurkerl“ gegen Ried-Goalie Thomas Gebauer auf 1:0 für Rapid stellte.

Rapid zieht sich nach 2:0 zurück

Vor dem zweiten Tor schlief die Abwehr der Innviertler komplett. Nach einem Out-Einwurf spielten Alar und Kapitän Steffen Hofmann den Ball zweimal unbehindert zurück, ehe Burgstaller an seinem 23. Geburtstag ins kurze Eck traf. Danach zog sich Rapid aber zu sehr zurück, und Ried wurde stärker. Bei einigen Hereingaben schlief prompt auch die Verteidigung der Hütteldorfer, was aber zunächst folgenlos blieb.

Bei einem Schuss von Marco Meilinger gab es Elfmeteralarm, der Ball hatte aber nur die angelegte Hand von Mario Sonnleitner getroffen. In der 39. Minute gelang den Hausherren aber der Anschlusstreffer. Nach einem Eckball von links köpfelte Lukas Rotpuller scharf auf das Rapid-Tor, Königshofer wehrte zwar gut ab, aber der Ball blieb im Fünfmeterraum, und Zulj drückte ihn über die Linie.

Mit großteils neuem Schuhwerk machten sich die Rieder nach der Pause auf, die Wende zu schaffen. Das Bemühen der Innviertler wurde jedoch schnell gebrochen, denn schon in der 51. Minute hieß es nach einem weiteren Fehler der Hausherren 3:1 für Rapid. Hofmann erkämpfte sich den Ball, spielte auf Alar und dessen Linksschuss aus rund 20 Metern ging via rechte Stange ins Tor.

Ried setzt alles auf eine Karte

Danach setzte Ried alles auf eine Karte, Rapid konterte dadurch immer wieder gefährlich. So in der 69. Minute, als fast schon alles endgültig klar gewesen wäre. Nach einer schönen Aktion des überragenden Alar traf Burgstaller zunächst Tormann Gebauer und mit dem zweiten Versuch ins Tor. Davor hatte der Ball aber seine Hand berührt.

Statt 1:4 hieß es dann sogar noch 2:3. Zunächst scheiterte Zulj (75.) aus aussichtsreicher Position mit seinem Schuss an einem Rapid-Verteidiger. Vier Minuten später war er aber nach einem Eckball von Nacho zur Stelle. Sein Anschlusstreffer sorgte für eine spannende und turbulente Schlussphase, in der Prager (89.) nach zwei Gelben Karten innerhalb von drei Minuten vorzeitig vom Feld musste. Der Rapid-Mittelfeldspieler war von Trainer Peter Schöttel erst in der 77. Minute eingewechselt worden.

Stimmen zum Spiel:

Peter Schöttel (Rapid-Trainer): „Ein Titelkampf wird gewünscht, wir sind ja die Einzigen, die den Titel für Salzburg noch verhindern können. Für uns war es heute enorm wichtig im Bestreben, nächstes Jahr international zu spielen. Deshalb war es ein richtig wichtiger Sieg für uns. Wir haben immer Druck. Umso schöner ist es, dass wir gewonnen haben. Wir waren phasenweise richtig gut, nach dem 2:0 aber viel zu inaktiv und bei Standardsituationen haben wir ganz schlecht ausgeschaut.“

Gerhard Schweitzer (Ried-Trainer): „Es war wie verhext. Zunächst die zwei schnellen Tore, wobei ein klares Geschenk dabei war. Dann noch ein Geschenk, beide hat Rapid dankend angenommen. Wir haben dennoch alles versucht, leider hat es zu einem Punktgewinn nicht mehr gereicht. Das Cuphalbfinale war sicher nicht in den Köpfen der Spieler, sie haben in der zweiten Hälfte alles versucht. Der Fokus war total auf Rapid. Der Cup, das ist ein ganz anderes Spiel. Mit einer ähnlich guten Leistung können wir aufsteigen.“

Deni Alar (zweifacher Rapid-Torschütze): „Die drei Punkte waren sehr wichtig. Aber gegen Salzburg dürfen wir hinten nicht so nachlässig agieren.“

Tipp3-Bundesliga, 32. Runde

Sonntag:

Ried - Rapid 2:3 (1:2)

Keine-Sorgen-Arena, 7.300 Zuschauer, SR Einwaller

Torfolge:
0:1 Alar (12.)
0:2 Burgstaller (19.)
1:2 Zulj (39.)
1:3 Alar (51.)
2:3 Nacho (79.)

Ried: Gebauer - Rotpuller, Reifeltshammer, Riegler - Ziegl, Hadzic (63./Carril), Schreiner - Nacho, Zulj, Meilinger (74./Lexa) - Guillem (74./Casanova)

Rapid: Königshofer - Schimpelsberger, Sonnleitner, Pichler, Schrammel - Kulovits, Hofmann (77./Prager) - Trimmel, G. Burgstaller (81./Nuhiu), Drazan (53./Grozurek) - Alar

Gelb-Rote Karte: Prager (89.)

Gelbe Karten: Meilinger, Zulj, Schreiner, Riegler bzw. Drazan, Trimmel

Die Besten: Zulj, Meilinger, Nacho bzw. Alar, Königshofer

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