„Salzburg bleibt Favorit“
Die Bühne für das vielleicht vorentscheidende Bundesliga-Duell zwischen Leader Red Bull Salzburg und Verfolger Rapid ist bereitet. Die Siege des Spitzenduos am Wochenende sorgten dafür, dass der längst ausverkaufte Schlager am Sonntag (16.00 Uhr, live in ORF eins) im Hanappi-Stadion zum Showdown um die Meisterschaft wird.
„Salzburg bleibt der große Titelfavorit“, eröffnete Rapid-Trainer Peter Schöttel am Sonntag unmittelbar nach dem „enorm wichtigen“ 3:2-Auswärtserfolg über SV Ried das verbale Geplänkel. „Ich habe nicht erwartet, dass Rapid in Ried umfallen wird“, sagte Salzburg-Coach Ricardo Moniz, der mit seinem Team am Samstag in Mattersburg (1:0) vorgelegt hatte. „Wir konzentrieren uns ohnehin nur auf die eigenen Stärken. Was die Konkurrenz macht, interessiert uns nicht.“

GEPA/Mathias Mandl
Steffen Hofmann und Jakob Jantscher sehen einander am Sonntag wieder
Alar als Schlüssel zum Sieg
Dass sich der neue Meister und Nachfolger von Titelverteidiger Sturm Graz schon in sechs Tagen herauskristallisiert haben wird, glaubt der Niederländer nicht. Moniz will den Fokus seiner Spieler zuvor noch voll und ganz auf das Halbfinale im Cup am Dienstag gegen Favoritenschreck Hartberg lenken. „Wir können heuer das Double holen. Diese historische Chance dürfen wir uns nicht entgehen lassen“, forderte er nach dem zehnten Spiel ohne Niederlage in Serie.
Dass es vonseiten der Rieder keine Schützenhilfe für Salzburg gab, lag in erster Linie am Starken Auftritt von Rapid. Der erste Sieg im Innviertel nach fast genau zwei Jahre langer Durststrecke räumte Schöttel einen großen Stein vom Herzen. Vor allem die weiter aufsteigende Formkurve von Stürmer Deni Alar macht in Hütteldorrf gute Laune. „Er war der Schlüssel zum Sieg“, sagte Schöttel nach dem Doppelpack des 21-Jährigen gegen Ried. „Aber er wird noch stärker werden.“
Salzburger sehen Druck bei Rapid
Das gelte im Übrigen für sein gesamtes Team, wie der Rapid-Coach im Hinblick auf das kommende Match betonte. „Noch ist Salzburg viel reifer als wir. Aber wir sind in unserer Entwicklung noch lange nicht am Ende“, sagte Schöttel. „Wir werden am Sonntag jedenfalls alles abrufen und in die Waagschale werfen, was wir haben.“ Nur die Tatsache, dass der eingewechselte Thomas Prager innerhalb von drei Minuten die Gelb-Rote Karte sah und Christopher Trimmel seine fünfte Gelbe Karte kassierte, stieß Schöttel sauer auf.
„Jetzt kann ich meinen Salzburg-Plan mit den beiden wegwerfen“, konstatierte der Rapid-Rekordspieler. Der Auftritt des wiedergenesenen Steffen Hofmann, der gegen Ried in alter Stärke agierte, dürfte Schöttel dafür zuversichtlich stimmen. Die Favoritenrolle schob er klar den Salzburgern in die Schuhe, die wiederum den Ball zurück nach Wien spielen. „Jetzt ist der Druck auf Rapid groß“, sagte Christoph Leitgeb. „Beim Showdown im Hanappi wird die Sache entschieden.“
Jantscher weiter in Hochform
Für die Salzburger spricht unter anderem, dass sie mit Jakob Jantscher den zurzeit torgefährlichsten Spieler der Bundesliga in ihren Reihen haben. Der Offensivmann traf bereits im vierten Spiel in Serie und hält nun bei 14 Saisontreffern, was ihm auch die klare Führung in der Torschützenliste beschert. Mit der Chancenverwertung insgesamt ist Red-Bull-Trainer Moniz dennoch nicht zufrieden. In Mattersburg ließ man vor allem in der zweiten Hälfte viele Möglichkeiten aus. „Zumindest haben wir aber viele Chancen kreiert“, hofft er auch für das Rapid-Spiel auf.
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