Hannover und Wolfsburg um EL-Platz
Zwei Traditionsclubs kämpfen am Samstag (15.30 Uhr) in der letzten Runde der deutschen Bundesliga um die Chance auf den Klassenerhalt. Der 1. FC Köln hat zwar zwei Punkte Vorsprung auf Hertha BSC Berlin, aber die schlechtere Tordifferenz und mit dem Heimspiel gegen Vizemeister Bayern München die schwierigere Aufgabe.
Die Berliner können mit einem Heimsieg gegen Hoffenheim und Schützenhilfe der Bayern den sechsten Abstieg vielleicht doch noch vermeiden. Der Verlierer des Fernduells steigt in die zweite Liga ab, für den anderen Club geht es in die Relegation gegen den Drittplatzierten der zweiten Liga.
Unterschiedliche Strategien
Die beiden Clubs gehen mit unterschiedlichen Strategien in das Finale: Kölns Trainer Frank Schaefer setzt gegen Bayern München auf „absolute Gier, Adrenalin und positive Anspannung“, Berlins Altmeister Otto Rehhagel auf kontrollierte Emotionen und Harmonie.

Reuters/Tobias Schwarz
Für Trainer Rehhagel geht es im letzten Spiel um alles
Doch beide Teams stecken in negativen Serien fest. Aus den zurückliegenden acht Partien holten Podolski und Co. zwei Punkte - bei einer Trefferbilanz von 6:25. Selbst der Wechsel von Solbakken auf Interimscoach Frank Schaefer brachte keinen Umschwung. Podolski, der nächste Saison zu Arsenal in die Premier League wechselt, ist mit 18 Saisontoren und sechs Assists der Hoffnungsträger der Kölner im Abstiegskampf. Doch den 26-Jährigen plagen ausgerechnet vor seinem Abschiedsspiel Magen-Darm-Probleme, die einen Einsatz fraglich machen.
Kraft aus der Vergangenheit
„Da müssen Adrenalin und positive Anspannung aufgeladen werden“, forderte Schaefer, der nur allzu gerne an den 5. Februar 2011 zurückdenkt. Damals siegten seine Kölner gegen die Bayern 3:2. „Das kann die Mannschaft, das hat sie gezeigt“, erinnerte Schaefer an diesen Erfolg, als Christian Clemens und der zweimal erfolgreiche Milivoje Novakovic binnen 19 Minuten aus einem 0:2 noch den vorerst letzten Erfolg gegen München machten. Der ehemalige Bayern-Schlussmann Rensing hofft jetzt inständig darauf, „dass die Hertha nicht gewinnt und wir zu Hause einen raushauen. Dann ist alles möglich.“
Verzweiflung bei Hertha
Hertha hat unterdessen sechsmal hintereinander nicht gewonnen. „Ich bin überzeugt, dass alle bereit sind, das Bestmögliche aus sich herauszuholen“, betonte Herth-Coach Otto Rehhagel, dessen Bilanz mit acht Punkten aus elf Spielen bisher bescheiden ausfällt. „Wir wollen die Chance greifen, dazu brauchen wir einen Heimsieg, das ist bekannt“, sagte Preetz, der mit einem zweiten Abstieg als Hertha-Manager wieder vor den Scherben seiner bisher glücklosen Arbeit stünde.
Selbst die Spieler haben sich in ihrer verzweiflung in einem offenen Aufruf nochmals an alle Anhänger gewandt. „Uns ist völlig klar, dass wir in vielen Spielen in dieser Saison absolute Scheiße gespielt haben und Euch damit oft tief enttäuscht haben“, heißt es in dem offenen Brief, der von Kapitän Lewan Kobiaschwili unterzeichnet und in einigen Berliner Tageszeitungen im Wortlaut abgedruckt wurde.
Kampf um Platz sieben
Spannung bietet aber auch noch der Kampf um den letzten verbliebenen Europa-League-Startplatz. Der Meister steht mit Borussia Dortmund (zu Hause gegen Freiburg) längst fest, die weiteren Fixplätze in der Champions League gehen an Vizemeister Bayern (David Alaba) und Schalke 04 (Christian Fuchs). Borussia Mönchengladbach (Martin Stranzl) ist in der Qualifikation für die Königsklasse dabei, Bayer Leverkusen und der VfB Stuttgart (Martin Harnik) haben sich für die Europa League qualifiziert.
Der letzte internationale Platz wird wohl zwischen Hannover 96 (Emanuel Pogatetz, Daniel Royer) und dem VfL Wolfsburg vergeben. Im Kampf um die Nummer eins in Niedersachsen empfängt das zu Hause noch ungeschlagene Hannover (45 Punkte) Fixabsteiger Kaiserslautern, Wolfsburg (44) gastiert in Stuttgart.
Poleposition für Hannover
Für Hannover wäre der Platz vor dem reichen Nachbarn eine besondere Freude. Denn das Werksteam des VW-Konzerns hat für diese Saison alleine an Ablösezahlungen für 20 neue Spieler mehr Geld ausgegeben als Hannover für den Etat seiner Profis insgesamt zur Verfügung hat. „Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich die Mannschaft die Chance entgehen lässt, zum zweiten Mal in Folge international zu spielen“, sagte Hannover-Coach Mirko Slomka.
Werder Bremen (Sebastian Prödl, Zlatko Junuzovic, Marko Arnautovic) und Nürnberg halten bei je 42 Punkten und haben nur noch theoretische Chancen. Das seit acht Spielen sieglose Bremen empfängt zum Abschluss Schalke, Arnautovic wird wegen Adduktorenproblemen voraussichtlich fehlen.
Deutsche Bundesliga
34. und letzte Runde
| Samstag, 5. Mai: |
| Dortmund |
Freiburg |
4:0 |
| Köln |
Bayern München |
1:4 |
| Bremen |
Schalke |
2:3 |
| Mainz |
Mönchengladbach |
0:3 |
| Nürnberg |
Leverkusen |
1:4 |
| Stuttgart |
Wolfsburg |
3:2 |
| Hannover |
Kaiserslautern |
2:1 |
| Hertha BSC |
Hoffenheim |
3:1 |
| Augsburg |
Hamburger SV |
1:0 |
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