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Dramatische Partie in der Südstadt
Nach Treffern von Issiaka Ouedraogo (16.), Georg Margreitter (24./Eigentor) und Patrik Jezek (61.) drohte den vor allem in der ersten Hälfte inferior spielenden Wienern schon ein Debakel. Doch die Gäste kämpften sich dank eines Doppelschlags der eingewechselten Roland Linz (69.) und Michael Liendl (70.) noch einmal heran und vergaben im Finish hochkarätige Chancen auf das 3:3.
GEPA/Mario KneislIm Kampf um den Europa-League-Platz hat die Austria nicht mehr die Nase vorneAustria-Fans boykottieren Hälfte eins
Dennoch wird die Luft für Trainer Ivica Vastic immer dünner. Spätestens seit der Niederlage vor zwei Wochen in Kapfenberg und dem Ausscheiden im Cup am Mittwoch in Ried ist der Ex-Teamspieler das große Feindbild der Fans, die ihrem Ärger mit neuerlichen „Vastic raus“-Rufen und Anti-Vastic-Transparenten Luft machten.
Debatte: Was läuft falsch bei der Austria?
Ein Teil der mitgereisten Anhänger betrat die Trenkwalder Arena überhaupt erst zu Beginn der zweiten Hälfte. Zu diesem Zeitpunkt hatten sie schon einiges versäumt: Die Austria startete mit einem 4-1-4-1-System äußerst stark in die Partie und wurde in der 4. Minute erstmals gefährlich, doch Emir Dilaver scheiterte an Patrick Tischler. Eine Minute später verhinderte der Admira-Goalie mit großer Mühe ein Eigentor von Andreas Schrott.
Kalte Dusche bei strömendem Regen
Die Admira fand erst einige Minuten später besser in die Partie und schaffte es im Gegensatz zur Austria, mit der ersten Chance in Führung zu gehen. In der 15. Minute verlor Alexander Gorgon den Ball an Stephan Auer, der Benjamin Sulimani auf die Reise schickte. Dessen Maßflanke verwertete Ouedraogo per Kopf zum 1:0.
Schon acht Minuten später folgte bei teilweise starkem Regenschauern die nächste kalte Dusche für die Favoritner. Marcel Sabitzer zog auf der rechten Seite davon und schlug einen scharfen Pass zur Mitte. Goalie Heinz Lindner wehrte den Ball genau auf Margreitter, und von dessen Oberschenkel flog der Ball ins Netz.
Vom in dieser Phase unglücklichen Rückstand geschockt, produzierten die Austrianer viele leichte Ballverluste, die von den Gästen immer wieder zu schnellen Kontern genutzt wurden. Hätte Margreitter bei einem Schuss von Sabitzer nicht auf der Linie gerettet (31.) und ein Jezek-Volley nicht knapp das Ziel verfehlt (42.), wären alle Hoffnungen der Austria schon vor der Pause beendet gewesen.
Wechselspieler sorgen für Aufholjagd
So aber setzte Vastic mit der Einwechslung von Linz für James Holland in der 46. Minute auf volles Risiko, was sich mit Verspätung fast noch bezahlt gemacht hätte. Zunächst fabrizierte Dilaver mit seinem Oberschenkel einen unfreiwilligen Heber, der von Tischler entschärft wurde (49.), dann jagte Linz den Ball aus guter Position in die Wolken (54.). Der ebenfalls eingewechselte Liendl hatte in der 59. Minute mit einem Schuss an die Außenstange Pech.
Als dann Jezek aus einem Konter mit einem präzisen Flachschuss für das 3:0 sorgte, schien die Partie gelaufen - bis die neu gekommenen Austria-Spieler zuschlugen. In der 69. Minute verkürzte Linz nach optimaler Vorarbeit von Liendl und Markus Suttner auf 1:3, nur wenige Minuten später glückte Liendl nach einem Blackout von Tischler, der einen sicher geglaubten Ball fallen ließ, das 2:3.
Austria mit Pech in der Schlussphase
Kurz danach setzten wenige unentwegte Austria-Fans zu einem Platzsturm an, obwohl ihre Mannschaft in dieser Phase ihre vielleicht stärkste Darbietung im Frühjahr ablieferte. Wie auf einer schiefen Ebene lief das Spiel in Richtung Admira-Tor, wobei vor allem Linz immer wieder Gefahr ausstrahlte.
In der 78. Minute schoss der Ex-Teamstürmer knapp drüber, in der 82. Minute wurde sein Kopfball von Tischler pariert, der zweite Versuch per Kopf landete an der Torumrahmung. Die Admira verteidigte schließlich den Vorsprung mit Glück und Geschick und befindet sich nun im Rennen um die Europacup-Teilnahme in der Poleposition.
Stimmen zum Spiel:
Dietmar Kühbauer (Admira-Trainer): „Mit Ausnahme der ersten zehn Minuten war die erste Hälfte vielleicht unsere beste in dieser Saison. Nach dem 0:3 hat die Austria viel riskiert und ist nach dem Doppelschlag immer stärker, wir dafür immer unsicherer geworden. Die Leute haben ein tolles Spiel mit einem für uns guten Ausgang gesehen. Wir denken schon an eine Europacup-Teilnahme, aber vor allem konzentrieren wir uns immer auf das nächste Spiel. Wir sind immer noch der Aufsteiger.“
Ivica Vastic (Austria-Trainer): „Wir haben ganz gut begonnen, aber das erste Gegentor hat uns verunsichert, und das zweite haben wir uns selbst gemacht. Nach dem 0:3 haben wir alles riskiert, leider haben wir trotzdem verloren, obwohl wir bis zum Schluss alles probiert und Charakter gezeigt haben. Die Fanproteste muss man wegstecken. Ich habe keine Angst um meinen Job, der Vereinsführung steht zu mir.“
Tipp3-Bundesliga, 33. Runde
Samstag:
Admira - Austria 3:2 (2:0)
Trenkwalder Arena, 7.500 Zuschauer, SR Drachta
Torfolge:
1:0 Ouedraogo (15.)
2:0 Margreitter (23./Eigentor)
3:0 Jezek (61.)
3:1 Linz (69.)
3:2 Liendl (70.)
Admira: Tischler - Plassnegger, Drescher, Schrott, Auer - Sabitzer, Mevoungou, Toth, Jezek - Ouedraogo (76./Schachner/86. Windbichler), B. Sulimani (63./R. Schicker)
Austria: Lindner - Klein, Margreitter, Ortlechner, Suttner - Holland (46./Linz) - Gorgon, Dilaver, Simkovic (55./Liendl), Stankovic (75./Harrer) - Jun
Gelbe Karten: B. Sulimani, Tischler bzw. Suttner, Dilaver, Gorgon
Die Besten: Jezek, Sulimani, Auer bzw. Liendl, Linz, Jun
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Publiziert am 07.05.2012