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„Das hier ist völlig unfassbar“

Der norwegische Schwimm-Weltmeister Alexander Dale Oen ist beim Höhentraining im US-Bundesstaat Arizona gestorben. Der 26-Jährige brach beim Duschen zusammen und konnte nicht mehr gerettet werden. Nach Angaben des norwegischen Verbandspräsidenten Per Rune Eknes erlitt der Olympiazweite von 2008 über 100 m Brust einen Herzstillstand.

Dale Oen galt als große Medaillenhoffnung für sein Land bei den Olympischen Spielen in London. „Das ist der schlimmste Tag, den das norwegische Schwimmen je hatte“, sagte Eknes. Ähnlich äußerte sich der Weltverband (FINA) und mit Borre Rognilen der Präsident des Nationalen Olympischen Komitees: „Norwegens Sport hat einen Helden verloren, nicht nur wegen seiner Leistungen, sondern auch wegen seiner Art.“

Norwegens Ministerpräsident Jens Stoltenberg erklärte per Twitter-Mitteilung: „Alexander Dale Oen war ein großer Spitzensportler aus einem kleinen Land. Meine Gedanken gehen an seine Familie und seine Freunde.“ Oens Trainer Stig Leganger-Hansen meinte in „Bergens Tidende“ zum Tod seines Sportlers: „Das hier ist völlig unfassbar. Er war so ein wunderbarer, warmherziger Mensch. Der Sport ist in diesem Moment völlig egal.“

Rogan und Svindal bekunden Mitleid

Markus Rogan twitterte: „Man wird sich an dich erinnern als jemand, der Norwegen an einem seiner dunkelsten Tage Hoffnung gab.“ Auch Norwegens alpines Ski-Ass Aksel Lund Svindal meldete sich via Twitter: „Es fühlt sich irreal an, dass Alexander nicht länger unter uns ist.“

Oen war beim Duschen nach dem Training bewusstlos zusammengebrochen. Nach den Zeitungsangaben hatten sich Teamkollegen nach dem Training in Flagstaff am Montagabend (Ortszeit) gewundert, dass Oen so lange in der Dusche blieb. Als er auf ihr Klopfen nicht reagierte, brachen sie die Tür auf und fanden Oen bewusstlos auf dem Boden.

Wiederbelebungsversuche erfolglos

Der sofort herbeigerufene Mannschaftsarzt Ola Rönsen blieb mit Wiederbelebungsversuchen ohne Erfolg. Im Krankenhaus von Flagstaff wurde der Schwimmer gut eine Stunde später für tot erklärt. Beim vorangegangenen Training habe Oen einen völlig frischen Eindruck gemacht, sagte Rönsen.

Oen hatte im Juli 2011 in Schanghai, nur drei Tage nach der Ermordung von 77 Menschen durch den Rechtsradikalen Anders Behring Breivik in Norwegen, über 100 m Brust den ersten Titel seines Landes bei einer Schwimm-WM geholt. Oen ist nicht nur Weltmeister, sondern auf Kurz- und Langbahn auch Europameister über 100 m Brust. Bei der Kurzbahn-EM im Dezember in Szczecin hatte Oen neben Gold über 100 m auch Bronze über 50 m Brust geholt. Das hatte ihn für Olympia in London besonders zuversichtlich gemacht.

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