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Eine Legende nimmt Abschied

US-Superstar Michael Phelps wird bei den Olympischen Spielen in London ein letztes Mal auf Medaillenjagd gehen. Danach wird der 26-jährige Ausnahmeschwimmer die Badehaube an den Nagel hängen und seine großartige Karriere beenden. Das gab der erfolgreichste Olympionike aller Zeiten in einem Interview mit dem TV-Sender CBS News bekannt.

„Ich will endlich sehen, was es sonst noch so auf der Welt gibt. Ich bin schon überall gewesen, aber immer nur zu Wettkämpfen. Jetzt will ich endlich einmal machen, was ich will“, sagte Phelps. Gleichzeitig zerstörte der 26-Jährige auch alle Hoffnungen seiner Fans auf einen möglichen Rücktritt vom Rücktritt. „Wenn ich zurücktrete, bin ich zurückgetreten“, so Phelps. „Ich bin fertig.“ Davor will der 14-fache Olympiasieger allerdings noch einmal Gas geben und seine beeindruckenden Medaillensammlung um das eine oder andere Stück erweitern.

US-Schwimmer Michael Phelps

AP/Darron Cummings

Bei den Spielen in London will Phelps ein letztes Mal Vollgas geben

Und zum Abschied kann Phelps seine Bilanz im futuristischen Aquatics Centre von London noch einmal toppen und zum wiederholten Mal Geschichte schreiben. Mit 18 Olympiamedaillen war bisher nämlich nur die sowjetischen Kunstturnerin Larissa Latynina erfolgreicher als Phelps, der 16-mal auf dem Podest stand und der als der vielseitigste Schwimmer der Gegenwart gilt. 14-mal Gold bedeuten indes bereits jetzt eine von niemandem sonst erreichte Marke.

Olympiadebüt als 15-Jähriger

Sein Olympiadebüt feierte Phelps als damals 15-Jähriger bei den Spielen 2000 in Sydney und er war damit der jüngste männliche Schwimmer im US-Team seit 68 Jahren. Zwar konnte die 1,93 m große „Baltimore Bullet“ in Australien noch keine olympische Medaille gewinnen, gab aber mit seinem Finaleinzug und Platz fünf über 200 m Schmetterling eine erste Kostprobe seines unglaublichen Talents ab.

US-Schwimmer Michael Phelps 2001 in Japan

Reuters/Jason Reed

Als 16-Jähriger ließ er die Konkurrenz erstmals baden gehen

Keine fünf Monate schrieb Phelps im japanischen Fukuoka Geschichte und kürte sich zum jüngsten US-Schwimmer, der je einen Weltrekord schwamm. Er blieb über 200 m Schmetterling unter 1:55 Minuten und brach den Weltrekord von Olympiasieger Tom Malchow. „Ich wusste, dass etwas Großartiges passieren wird. Ich habe die Zuschauer schreien hören. Mir wurde in dem Moment klar, dass der Sieger Weltrekord schwimmt“, sagte Phelps damals.

Erster WM-Titel mit 16

Es dauerte nicht lange, und Phelps wurde endgültig zum Superstar. In Fukuoka 2001 ließ er 16-jährig seinen ersten WM-Titel folgen, wieder über 200 m Delfin. Die Weltmeisterschaften 2003 in Barcelona brachten dann den großen Durchbruch. Viermal Gold und fünf Weltrekorde - das hatte noch keiner vor ihm bei einem Meeting geschafft.

Es war dann an der Zeit, die Dominanz von Michael Phelps auch mit olympischem Lorbeer zu belohnen. Mit sechsmal Gold in Athen 2004 kam er schon nahe an den München-Rekord von Mark Spitz mit sieben Goldmedaillen 1972 heran. Mit vier Olympiatiteln auf Individualstrecken schloss Phelps schon damals zu seinem berühmten Landsmann auf. Wieder ein Jahr später stieg er in Montreal 2005 mit fünf WM-Titeln noch eine Stufe höher.

Erfolge am laufenden Band

2007 in Melbourne waren es sieben Goldene, die Phelps auf der Heimreise von der WM im Gepäck hatte. Auch das hatte noch niemand vollbracht. In Peking 2008 gewann der US-Amerikaner acht olympische Goldmedaillen, drei davon mit der Staffel, wobei bei sieben Siegen ein neuer Weltrekord aufgestellt wurde.

Bei der Schwimm-WM 2009 in Rom kamen noch fünf weitere Goldmedaillen hinzu, eine sechste blieb ihm verwehrt, da er sich im Rennen über 200 m Freistil dem Deutschen Paul Biedermann geschlagen geben musste. Für Phelps war es die erste Niederlage seit fünf Jahren auf dieser Strecke. Trotzdem war er erneut der erfolgreichste Athlet der Weltmeisterschaften.

2,01 m großes Ausnahmetalent

Bei einer Körpergröße von 1,93 m hat Phelps mit 2,01 m eine enorme Armspannweite. Auch sein sonstiger Körperbau ist nicht alltäglich. Mit einem langen Oberkörper und relativ gesehen kurzen Beinen bringt er perfekte Voraussetzungen für den Schwimmsport mit. Dazu kommt das Phänomen, dass er sich irrsinnig schnell von schwimmerischen Höchstleistungen erholen kann.

Phelps hat selbst bei der Konkurrenz Bewunderer, bei anderen Olympiasiegern und Weltmeistern. Auch im US-Team wird er hoch geschätzt, weil er nicht abgehoben ist. So einen Eindruck macht er auch bei seinen Pressekonferenzen. Er ist vielmehr der Kumpel von nebenan. „Würde Michael nicht schwimmen“, meinte etwa Ryan Lochte, „wäre ich nicht so gut. Ohne ihn wäre ich nicht dort, wo ich bin.“ Und der Schwimmsport wohl auch nicht.

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