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Zwei Torjäger wollen den Titel

Wenn am Mittwoch im Endspiel der UEFA Europa League Athletic Bilbao in Bukarest auf Atletico Madrid trifft, ist das nicht nur ein Duell spanischer Teams, sondern auch eines der besten Stürmer Europas. Mit „König der Löwen“ Fernando Llorente und „Tiger“ Radamel Falcao haben beide Teams Torjäger in ihren Reihen, die Spiele im Alleingang entscheiden können.

Llorente, der aufgrund seiner blonden Mähne den Spitznamen „El Rey Leon“ verliehen bekam, ist ein klassischer Mittelstürmer. Mit seinen 1,95 Metern ist der 27-Jährige bei hohen Bällen eine ständige Gefahr. Zehn seiner insgesamt 17 Treffer in der Primera Division erzielte der Bilbao-Kapitän per Kopf - mehr als jeder andere Spieler in Spanien. Auch in der Europa League hat Llorente mit sieben Treffern großen Anteil am Einzug ins Finale. Zwei davon schoss er per Elfer beim 2:2 nach 0:2-Rückstand im Heimspiel gegen Salzburg.

„Hauptaugenmerk“ liegt auf Llorente

Seinen wohl wichtigsten Treffer erzielte der Stürmer im Halbfinal-Rückspiel gegen Sporting Lissabon. Nachdem er bereits die ersten beiden Tore sehenswert vorbereitet hatte, traf Llorente in Minute 88 zum 3:1 und ersparte seinem Team damit die Zitterpartie in der Verlängerung oder im Elferschießen. „Nach dem Treffer habe ich schon vor dem Abpfiff vor Freude auf dem Feld geweint“, erklärte Llorente.

Jubel von Athletico Bilbaos Fernando Llorente

Reuters/Andrea Comas

Ob in der Europa League oder gegen Real: Llorente-Tore fallen überall

Die Emotionen kamen nicht von ungefähr, denn das Tor ermöglichte die Chance auf den ersten internationalen Titel in der 114-jährigen Clubgeschichte. Nicht zuletzt deshalb ist Atletico vor dem Stürmer, der mit dem nur 1,65 Meter kleinen Iker Muniain ein höchst unterschiedliches, aber umso gefährlicheres Angriffsduo bildet, gewarnt. „Im Ballbesitz suchen sie den schnellsten Weg in die Spitze, und ihr Hauptaugenmerk liegt dabei auf Llorente“, weiß Madrid-Coach Diego Simeone.

Schattenmann als Trumpfass bei EM?

Llorente verkörpert den Inbegriff der Vereinsphilosophie, nur mit baskischen Kickern aufzulaufen, spielt der in Pamplona geborene Stürmer doch bereits seit seinem zwölften Lebensjahr bei Bilbao. Mit der Vereinstreue könnte es aber bald vorbei sein, denn Llorente steht auf dem Einkaufszettel zahlreicher Topclubs. Neben Manchester United und City kam zuletzt auch Barcelona ins Spiel. Den Katalanen wurde im CL-Halbfinale gegen Chelsea beinhart vor Augen geführt, dass ein Spiel ohne Mittelstürmer erschreckend ineffektiv sein kann.

Llorente, dessen Wert mit 25 Millionen Euro beziffert wird, könnte auch zum Trumpfass bei der EM-Endrunde werden. Da Barca-Stürmer David Villa nach seinem Schienbeinbruch mehr als fraglich ist und Chelsea-Stürmer Fernando Torres derzeit nicht gerade in Höchstform agiert, ist möglich, dass Teamchef Vincente del Bosque durchaus auf die Qualitäten des bisherigen Schattenmannes der beiden Topstars setzt. Bisher kam Llorente nur auf 20 Länderspiele und erzielte sieben Tore.

Falcao trifft wie am Fließband

Atletico Madrid muss sich allerdings nicht fürchten, hat das Team doch mit Falcao ebenfalls ein „Torbiest“ im Strafraum. Für den Kolumbianer, der als 15-Jähriger in die Jugendabteilung des argentinischen Vereins River Plate wechselte und dort bei einem Nachwuchsturnier seinen Spitznamen bekam, wäre ein Triumph im Endspiel bereits der zweite in Serie. 2011 gewann er mit dem FC Porto das Finale gegen Braga und erzielte auf dem Weg dorthin die Rekordanzahl von 17 Treffern.

Jubel von Atletico Madrids Radamel Falcao

dapd/AP/Daniel Ochoa de Olza

Mit südamerikanischer Leidenschaft bejubelt Falcao jeden seiner Treffer

Auch in der aktuellen EL-Saison ist der 26-Jährige, der im Sommer für 40 Millionen Euro nach Madrid gewechselt war, mit zehn Treffern ex aequo mit Schalkes Klaas-Jan Huntelaar der beste Torschütze des Bewerbs. Gut möglich, dass Atletico Madrid daher nur eine Zwischenstation für Falcao ist. Neben Real und Barcelona sollen auch Chelsea, ManCity und Paris Saint-Germain am Mann aus dem Karibikbadeort Santa Maria interessiert sein. Für weniger als 60 Millionen wird ihn Atletico aber wohl nicht ziehen lassen.

„Im Strafraum ist er der Beste der Welt“

Falcao selbst beschäftigen die Wechselgerüchte derzeit nicht. Das einzige, woran der Tiefreligiöse denkt, ist das Endspiel. „Ich träume nachts vom Finale in Bukarest“, gestand Falcao, dem in Spanien noch vor wenigen Monaten „mangelhafte Technik“ vorgeworfen wurde. Mittlerweile hält der Stürmer bei 23 - teilweise spektakulären - Saisontreffern und liegt damit hinter Lionel Messi (50) und Cristiano Ronaldo (45) auf Platz drei in der Schützenliste.

Einen Vergleich mit den beiden Superstars braucht Falcao nicht zu scheuen. Mit 27 Europacup-Toren in zwei Spielzeiten hat er sogar eines mehr erzielt als Messi. „Im Strafraum ist Falcao der Beste der Welt“, adelte daher der scheidende Barcelona-Coach Josep Guardiola den Atletico-Angreifer. Das Fachmagazin „So Foot“ fragte überhaupt: „Ist er der beste Stürmer der Welt?“ Für seinen türkischen Sturmkollegen Arda Turan ist auf jeden Fall klar: „Er ist einzigartig.“

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