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Krux mit dem Negativkapital

Sportlich steht der Showdown im Saisonfinale kurz bevor: Der LASK hat es selbst in der Hand, den Aufstieg in die tipp3-Bundesliga zu fixieren. Der Kampf um die Lizenz wird Mitte Mai entschieden. In der ersten Instanz verweigerte die Liga dem Club die Spielgenehmigung. Das Problem der Athletiker ist ein altes: 1,6 Millionen Euro an Verbindlichkeiten schleppt der Club seit Jahren mit.

Clubpräsident Peter-Michael Reichel glaubt dennoch daran, die Spielgenehmigung für 2012/13 in zweiter Instanz durch das Protestkomitee (Entscheidung bis 15. Mai) zu erhalten. „Wir haben ein vorsichtiges Budget abgegeben, das völlig ausfinanziert ist. Und es werden Klarstellungen und weitere Dokumente nachgeliefert“, sagte Reichel. Sein Verein werde die neuen Unterlagen fristgerecht bis zum Ablauf der Protestfrist am Donnerstag einbringen.

Dass es mit der Lizenz in erster Instanz nicht geklappt hat, erklärte der 59-Jährige mit der Nicht-Erfüllung von Auflagen, die dem LASK im Vorjahr bei der Erteilung der Spielgenehmigung auferlegt wurden. „Da sind Sachen nicht so dokumentiert worden wie verlangt. Aber wirtschaftlich geht es uns wesentlich besser als 2011. Wir werden diese Saison mit einem Gewinn abschließen.“

„Schleppen das seit den 1990er Jahren mit“

Allerdings beträgt das „negative Eigenkapital“ laut Reichel noch immer 1,6 Millionen Euro. „Das schleppen wir seit den 1990er Jahren mit“, betonte der Oberösterreicher, der in der Vergangenheit selbst Geld in den LASK steckte und sich daher als „größter Gläubiger des Vereins“ bezeichnet.

Jubel von Rene Aufhauser, Harald Unverdorben und Ali Hamdemir (LASK)GEPA/ Walter LugerAufhauser (l.) und Co. können den Aufstieg aus eigener Kraft schaffen

Seit zwölf Jahren führt Reichel die Geschicke des Traditionsclubs - nicht immer zur Freude von Verantwortungsträgern in Linz. Gerüchte über Investorengruppen, die beim LASK einsteigen könnten, machen regelmäßig die Runde, doch der Oberösterreicher schenkt ihnen keinen Glauben. „Ich erfahre davon immer nur aus den Medien, mit mir hat noch keiner gesprochen. Ich habe aber schon immer die Kräfte bündeln wollen nach dem Grundsatz: Je mehr einer zahlt, desto mehr hat er beim Club zu reden.“

Im Moment hat Reichel das alleinige Sagen über jenen Club, der laut seinem Präsidenten nach Rapid, Austria und Sturm Graz (und vor Red Bull Salzburg) der viertgrößte des Landes ist, was Fanpotenzial und Bekanntheit betrifft. „Das haben wir von einem Institut erheben lassen“, meinte Reichel.

„Als Aufsteiger ist es ganz einfach“

Nicht nur wegen dieser Zahlen will der 59-Jährige den LASK so schnell wie möglich wieder in der höchsten Spielklasse sehen. „Das wäre aus sportlicher und wirtschaftlicher Sicht großartig. Als Aufsteiger ist es ganz einfach. Man bekommt wesentlich höhere Einnahmen und hat noch die schlankeren Strukturen aus der Ersten Liga.“

Rein sportlich haben es die Athletiker jedenfalls selbst in der Hand: Nach dem Umfaller von Erste-Liga-Spitzenreiter WAC/St.Andrä gegen Hartberg können die Linzer den Aufstieg mit zwei Siegen gegen Grödig und im direkten Duell mit den Wolfsbergern fixieren. Der dritte und existenziell entscheidende Sieg sollte bereits zuvor erfolgen - mit der Lizenzerteilung durch die Liga.

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Publiziert am 09.05.2012