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Im Achtelfinale überraschend out

Erstmals seit fast einem Jahr hat Spaniens Tennisstar Rafael Nadal wieder eine Niederlage auf Sand kassiert. Im insgesamt 14. Duell auf ATP- bzw. Grand-Slam-Ebene ist Fernando Verdasco am Donnerstag erstmals als Sieger gegen Nadal vom Court gegangen.

Der 28-Jährige besiegte den Weltranglistenzweiten im Achtelfinale des auf blauem Sand gespielten Masters-1000-Turniers von Madrid nach einer Marathonspielzeit von 190 Minuten 6:3 3:6 7:5.

Fernando Verdasco küsst den Tenniscourt in MadridAPA/EPA/EFE/Javier LizonVerdasco hat keinen Grund, sich über den blauen Belag zu ärgern

Die bisher letzte Niederlage gegen Nadal hatte der in der Landeshauptstadt auf Position 15 gesetzte Verdasco Ende April im Barcelona-Halbfinale kassiert. Nadals erste Niederlage auf Sand seit der Finalniederlage in Rom am 15. Mai 2011 gegen den Serben Novak Djokovic bzw. 22 Siegen en suite verbaute ihm die Chance, sich bei Erreichen des Finales an Djokovic für die vorjährige Finalniederlage zu revanchieren.

Aufschlag siebenmal abgegeben

Gegen Verdasco gab der fehlerhaft spielende Nadal gleich siebenmal seinen Aufschlag ab, nach einer 5:2-Führung im Entscheidungssatz machte er kein Game mehr und musste nach einer krachenden Vorhand seines Gegners zum Sieg gratulieren. Während Nadal seinen dritten Turniersieg en suite nach Monte Carlo und Barcelona verpasste, spielt Verdasco am Freitag gegen den Tschechen Tomas Berdych um das Halbfinale.

„Ich hatte die Partie nie unter Kontrolle, obwohl ich geführt habe“, sagte Nadal in seinem Resümee. „Die Beinarbeit ist in meinem Spiel enorm wichtig, und ich kann mich hier nicht richtig bewegen.“ Seit seinem Pariser Premierentitel 2005 hatte der Mallorquiner davor auf Sand nur je zweimal gegen Djokovic und den Schweizer Roger Federer sowie einmal gegen den Schweden Robin Söderling verloren.

Nadal droht mit Fernbleiben

Die jetzige hat für Nadal aber auch mit den Bedingungen zu tun. „Wenn sie hier so weitermachen, dann bin ich sehr traurig, aber dann habe ich nächstes Jahr ein Turnier weniger in meinem Kalender“, sagte er. Turnierdirektor Manolo Santana sackte bei dieser Aussage auf seinem Sessel leicht zusammen. Die Höhenlage kommt Nadals Spiel nicht entgegen, und die diesmal blauen Plätze sind heuer noch rutschiger als sonst.

Es war jedenfalls Nadals erst dritte Saisonniederlage nach jenen auf Hartplatz im Doha-Halbfinale gegen den Franzosen Gael Monfils und im Australian-Open-Endspiel von Melbourne gegen Djokovic. Nadal hat den Madrid-Titel bei insgesamt zehn Antreten nur 2005 und 2010 geholt. In Monte Carlo triumphierte er hingegen schon achtmal, in Barcelona siebenmal.

Auch Nummer vier out

Mit dem Franzosen Jo-Wilfried Tsonga schied auch die Nummer vier des Turniers aus. Tsonga verlor im Achtelfinale 5:7 6:3 6:7 (2/7) gegen Alexander Dolgopolow. Damit verhinderte der Ukrainer eine Neuauflage des vorjährigen Wien-Finales gegen Juan Martin del Potro. Denn der Argentinier zog mit einem 6:2 6:4 gegen den Kroaten Marin Cilic in die Runde der letzten acht ein.

Federer spielt „smart“

Recht sichere Siege gab es für Djokovic und Roger Federer. Der Weltranglistenerste schaltete mit einem 7:6 (7/5) 6:4 gegen den Schweizer Stanislas Wawrinka den Zweitrunden-Bezwinger von Jürgen Melzer aus, Federer ließ dem Franzosen Richard Gasquet mit 6:3 6:2 kaum eine Chance. Melzer schied auch im Doppel aus, mit dem Deutschen Philipp Petzschner unterlag er im Achtelfinale Marin Cilic/Marcelo Melo (CRO/BRA) 6:7 (1/7) 3:6.

Federer nutzte den Platz in Länge und Breite gut aus, zwang Gasquet zu viel Laufarbeit. „Ich habe smart gespielt“, merkte der Eidgenosse an. „Ich war besser von der Grundlinie aus und habe besser serviert.“ Federer trifft nun auf David Ferrer, gegen den er eine 12:0-Bilanz hat. Der Spanier wehrte gegen seinen Landsmann Nicolas Almagro drei Matchbälle ab. Almagro hat damit auch das zehnte Duell mit seinem Landsmann verloren.

Rennen um Nummer zwei

Gewinnt Federer das Turnier, würde er Nadal am Montag als Weltranglistenzweiter ablösen. Platz eins bleibt natürlich für Djokovic reserviert. Der Serbe überzeugte gegen Wawrinka vor allem bei eigenem Aufschlag. Der Australian-Open-Sieger bekommt es nun mit seinem Landsmann Janko Tipsarevic zu tun, der sich am späten Abend in drei Sätzen gegen den Franzosen Gilles Simon durchsetzte.

Das Topmatch des Tages bei den Damen gewann Serena Williams. Im Duell zweier ehemaliger Nummer-eins-Spielerinnen setzte sich die US-Amerikanerin gegen die Dänin Caroline Wozniacki 1:6 6:3 6:2 durch. Gegnerin im Viertelfinale ist die Russin Maria Scharapowa.

3,973.695-€-ATP-Turnier in Madrid

Viertelfinal-Tableau:
Janko Tipsarevic (SRB/7) Novak Djokovic (SRB/1) 7:6 (7/2) 6:3
Roger Federer(SUI/3) David Ferrer (ESP/5) 6:4 6:4
Juan Martin del Potro (ARG/10) Alexander Dolgopolow (UKR/16) 6:3 6:4
Tomas Berdych (CZE/6) Fernando Verdasco (ESP/15) 6:1 6:2
Achtelfinal-Tableau:
Novak Djokovic (SRB/1) Stanislas Wawrinka (SUI) 7:6 (7/5) 6:4
Janko Tipsarevic (SRB/7) Gilles Simon (FRA/9) 7:6 (7/3) 5:7 6:1
Roger Federer(SUI/3) Richard Gasquet (FRA/14) 6:3 6:2
David Ferrer (ESP/5) Nicolas Almagro (ESP/11) 7:6 (7/5) 3:6 7:6 (10/8)
Juan Martin del Potro (ARG/10) Marin Cilic (CRO) 6:2 6:4
Alexander Dolgopolow (UKR/16) Jo-Wilfried Tsonga (FRA/4) 7:5 3:6 7:6 (7/2)
Tomas Berdych (CZE/6) Gael Monfils (FRA/12) 6:1 6:1
Fernando Verdasco (ESP/15) Rafael Nadal (ESP/2) 6:3 3:6 7:5
Doppel-Achtelfnale:
Marin Cilic / Marcelo Melo (CRO/BRA) Jürgen Melzer / Philipp Petzschner (AUT/GER/8) 7:6 (7/1) 6:3
Erste Runde:
Jürgen Melzer / Philipp Petzschner (AUT/GER/8) Freilos
Santiago Gonzalez (MEX) / Christopher Kas (GER) Oliver Marach / Alexander Peya (AUT) 3:6 6:4 10/8

3,755.140-€-WTA-Turnier in Madrid

Viertelfinal-Tableau:
Viktoria Asarenka (BLR/1) Li Na (CHN/8) 3:6 6:3 6:3
Agnieszka Radwanska (POL/4) Varvara Lepchenko (USA) 6:4 6:4
Lucie Hradecka (CZE) Samantha Stosur (AUS/5) 7:6 (10/8) 7:6 (8/6)
Serena Williams (USA/9) Maria Scharapowa (RUS/2) 6:1 6:3
Achtelfinal-Tableau:
Viktoria Asarenka (BLR/1) Ana Ivanovic (SRB/13) 6:4 6:4
Li Na (CHN/8) Angelique Kerber (GER/12) 7:5 6:4
Agnieszka Radwanska (POL/4) Roberta Vinci (ITA) 7:6 (7/1) 6:4
Varvara Lepchenko (USA) Anabel Medina Garrigues (ESP) 6:1 6:7 (3/7) 6:3
Samantha Stosur (AUS/5) Petra Cetkovska (CZE) 6:3 6:2
Lucie Hradecka (CZE) Jekaterina Makarowa (RUS) 6:2 7:6 (7/5)
Serena Williams (USA/9) Caroline Wozniacki (DEN/6) 1:6 6:3 6:2
Maria Scharapowa (RUS/2) Lucie Safarova (CZE) w.o.

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Publiziert am 10.05.2012