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Das Team geht vor
„Ich habe noch ganz große Pläne mit dem Team“, versicherte Kaltenborn vor dem Grand Prix von Spanien im Gespräch mit der APA. „Ich bin sehr glücklich über das Vertrauen, das mir entgegengebracht wird.“ Ihre Tätigkeit werde sich durch die neue Jobbeschreibung ab der kommenden Saison nicht großartig ändern. Als Geschäftsführerin ist die Juristin schon jetzt die operative Leiterin des Schweizer Traditionsteams.
Nie an die Öffentlichkeit gedrängt
Dazu kommt als Teamchefin nun der Platz auf dem Kommandostand - und mehr öffentliche Aufmerksamkeit. „Für mich ist das aber nie wichtig gewesen“, versicherte Kaltenborn. „Es gibt Wichtigeres.“ Die zweifache Mutter bezeichnete es sogar als „Glück“, so lange im Hintergrund gearbeitet zu haben. „Dadurch habe ich in Ruhe lernen und etwas aufbauen können“, sagte Kaltenborn. Sie ist seit 1998 für Sauber tätig, seit Anfang 2010 als Geschäftsführerin.
Obwohl erst mit acht Jahren nach Wien übersiedelt, legt die gebürtige Inderin Wert auf ihre österreichische Herkunft. Das wird auch im Team so gesehen: Anlässlich ihres 41. Geburtstages erhielt sie in Barcelona einen Apfelstrudel überreicht.
Fahrer fühlen sich gut aufgehoben
Mit dem Japaner Kamui Kobayashi und dem Mexikaner Sergio Perez verfügt Sauber über zwei aufstrebende Piloten. Perez überzeugte als Zweiter in Malaysia und steht seither bei Ferrari ganz oben auf der Wunschliste für die kommende Saison. „Wir haben aber noch nie Angst gehabt, einen unserer Fahrer zu verlieren“, betonte Kaltenborn.
Das liegt an der Struktur des Teams, in dem sie groß geworden ist. Dank großer Investitionen des früheren Partners BMW (2006 bis 2009) muss die Infrastruktur im Werk in Hinwil keinen Vergleich scheuen. „Die Fahrer sind bisher immer zu uns gekommen. Und sie werden bleiben, solange sie das Gefühl haben, dass das Umfeld für sie passt“, sagte Kaltenborn. „Wir sind effizient. Es gibt aber einen Punkt, ab dem die Mittel eine Rolle spielen.“
Sauber ist nicht nur Motorenpartner von Ferrari, Perez ist auch noch Mitglied in deren Nachwuchsprogramm. Dadurch sei das Gerücht entstanden. „So etwas spricht aber auch für uns als Team“, erinnerte Kaltenborn. Ihr umworbener Schützling will sich Mitte der Saison entscheiden. „Die nächsten fünf, sechs Rennen sind wichtig für meine Zukunft“, sagte der 22-Jährige. „Danach werde ich mich hinsetzen und nachdenken. Es wird die Zeit kommen, eine Entscheidung zu treffen.“ Und die trifft man bei Sauber mit Kaltenborn.
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Publiziert am 12.05.2012