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„Der Meister ist Favorit“

Mit dem Gigantenduell im Cupfinale geht am Samstag (20.00 Uhr) die nationale Fußball-Saison in Deutschland zu Ende. Im Berliner Olympiastadion kämpfen Meister Borussia Dortmund und Vizemeister Bayern München um den DFB-Pokal.

Bayern-Trainer Jupp Heynckes, auf dessen Team eine Woche später mit dem Champions-League-Finale in München gegen Chelsea noch das ganz große Highlight wartet, sieht seine Elf in der Außenseiterrolle. „Der amtierende Meister mit Rekordergebnis ist normalerweise Favorit“, sagte Heynckes am Freitag. „Aber so wie ich vor Madrid sehr zuversichtlich war, dass wir in das Endspiel der Champions League einziehen, so bin ich sehr zuversichtlich für das morgige Spiel.“

Jürgen Klopp mit Meisterteller

APA/EPA/Ina Fassbender

Den Meisterteller hat Jürgen Klopp schon, nun soll der Pokal folgen

Klopp gerät ins Schwärmen

Über 74.000 Zuschauer werden im ausverkauften Berliner Olympiastadion die Partie sehen, die in über 150 Länder übertragen wird. „Für mich ist es das außergewöhnlichste Fußballspiel in Deutschland. Wir werden so auftreten, als wäre es Wembley oder Wimbledon oder was auch immer. Ein ganz besonderer Moment - den gedenken wir auszukosten“, schwärmte Dortmund-Trainer Jürgen Klopp, der erstmals im Finale des DFB-Pokals steht.

Auch Heynckes wartet noch auf seinen ersten Cupsieg als Coach. „Mir würde der Pokal schon viel bedeuten“, räumte der 67-Jährige ein. Für die Bayern wäre ein Erfolg auch eine gelungene Revanche für die verlorene Meisterschaft. Nach zwei demütigenden Bundesliga-Jahren mit klaren Rückständen auf den BVB ist die sportliche Vormachtstellung der Bayern ins Wanken geraten. Für Präsident Uli Hoeneß ist das Endspiel „ein guter Maßstab, um zu sehen, wo der Hammer hängt“.

Dortmund um erstes Double

Die Pokalstatistik der Vereine spricht dagegen klar zugunsten der Bayern. Die Münchner sind Rekordsieger, haben bei 18 Finalteilnahmen 15-mal den Pokal geholt und dabei achtmal das Double aus Meistertitel und Cupsieg in einer Saison fixiert. Der BVB gewann dagegen erst zweimal den Cup (1965 und 1989) und hat in seiner 103-jährigen Clubgeschichte noch kein Double in seiner Erfolgsstatistik.

„Bayern hat es schon ein paar Mal geschafft, wir noch nie. Das ist ein riesen Ansporn - für die Mannschaft, für mich, für uns alle. Ein Sieg in Berlin würde die überragende Saison krönen“, meinte Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc, dessen Team zuletzt viermal in Folge gegen die Bayern gewonnen hat. Zorc glaubt nicht, dass die Gedanken der Bayern schon beim CL-Finale sind. Bei David Alaba sicher nicht: Der 19-jährige Österreicher ist wie Holger Badstuber und Luiz Gustavo in München gesperrt und hat daher am Samstag sein letztes Saisonspiel.

Schweinsteiger jagt Kahn-Rekord

Bayerns Regisseur Bastian Schweinsteiger könnte seinen sechsten Cupsieg feiern und mit Rekordsieger Oliver Kahn gleichziehen. Allerdings ist der Teamspieler vorsichtig. „Für uns wird es das schwerste und härteste Pokalfinale, seitdem ich Profi bei Bayern bin, also seit zehn Jahren.“ Aber „wenn wir mit der Leidenschaft wie in Madrid, mit der Mentalität und Laufbereitschaft spielen, dann ist es schwer gegen uns zu gewinnen“, sagte Schweinsteiger.

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