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Aufstieg am Trainerjahrestag
Trainer Nenad Bjelica war euphorisch und gerührt zugleich. „Das ist ein besonderer Tag für die Spieler, den Verein, Wolfsberg und Kärnten. Und natürlich auch für mich persönlich“, sagte der 40-jährige kroatische Ex-Internationale, der die Lavanttaler exakt zwei Jahre zuvor, kurz vor dem erfolgreich bestrittenen Aufstiegsmatch in die Erste Liga, übernommen hatte und mit ihnen nun den Sprung in die tipp3-Bundesliga schaffte. „Deshalb war der 11. Mai der perfekte Tag, um aufzusteigen“, so Bjelica.
EXPA/ Michael GruberFans und Spieler des WAC durften nach dem Schlusspfiff den Aufstieg bejubelnKärnten darf damit nach zwei Jahren Pause - nach der Saison 2009/10 stieg Austria Kärnten ab, verlor die Lizenz, ging in Konkurs und stellte danach den Spielbetrieb ein - ein Comeback in der Bundesliga geben.
„Mental stark wie eine Familie“
Der WAC hatte die Saison keineswegs als Favorit in Angriff genommen. „Vor dem ersten Match habe ich zur Mannschaft gesagt: Fünfter wäre gut, Dritter super und Erster ein Traum. Langsam haben dann alle angefangen, an diesen Traum zu glauben“, erklärte der Coach. Der Druck auf den Langzeittabellenführer habe sich aber im Lauf der Saison verstärkt. Bjelica: „Das konnten wir nur durchstehen, weil wir mental stark und wie eine Familie sind.“
Investitionen ohne wirtschaftliches Risiko
Luftschlösser wollen die Wolfsberger auch weiterhin keine bauen. Es muss Investitionen ins zu kleine Stadion - die Lavanttal-Arena bietet nur 4.100 Zuschauer Platz - geben, große Transfers sind aber nicht geplant. „Jeden Euro, den man ausgibt, sollte man auch reinbekommen. Wir werden eine Mannschaft formen, mit der wir in der Bundesliga bestehen können“, kündigte Clubchef Dietmar Riegler an. Im Vorfeld hatte er betont, man werde wirtschaftlich kein Risiko eingehen. „Wenn wir gleich wieder absteigen sollten, dann ist es eben so.“
Stephan Stückler, einer von drei Spielern mit zehn und mehr Toren (Christian Falk 18, Jacobo 14, Stückler 10), freute sich, dass endlich wieder ein Kärntner Club im Oberhaus vertreten ist. „Vor Meisterschaftsbeginn haben wir uns vorgenommen, die Großen zu ärgern. Es ist super gelaufen, im Winter haben wir schon ein bisschen spekuliert, dass wir vorne bleiben könnten. Dann haben wir ein bisschen geschwächelt, und jetzt ist die Freude umso größer. Meister - das ist unbeschreiblich!“ Das letzte Match gegen den bis Freitag einzigen verbliebenen Rivalen LASK sei ein Prestigeduell. „Wir haben uns vorgenommen, dem Schoko etwas zu zeigen in der letzten Runde.“
LASK-Coach Schachner gratuliert
Der angesprochene LASK-Coach Walter Schachner nahm die durch ein 1:1-Heimremis gegen SV Grödig verpasste Titelchance nach außen hin gefasst zur Kenntnis. „Den möglichen Aufstieg haben wir nicht heute verspielt, sondern schon früher, weil wir zu oft einen 1:0-Vorsprung hergeschenkt und zu viele Remis hatten.“ Der ehemalige Teamstürmer stand nicht an, dem Rivalen zu gratulieren. „WAC/St. Andrä ist Erster und Meister. Glück und Wenn und Aber spielt keine Rolle, am Ende gleicht sich das aus.“ Für die Linzer steht am Dienstag die Entscheidung des Bundesliga-Protestkomitees über die Lizenzvergabe an.
Rund 100 LASK-Fans randalierten hingegen nach dem Spiel, liefen auf den Platz und mussten von Polizei und Ordnern zweimal daran gehindert werden, die VIP-Tribüne zu stürmen. Es gab zwei Festnahmen.
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Publiziert am 12.05.2012