Themenüberblick

Leistungskurve zeigt nach unten

Ferrari hat vor dem Grand Prix von Monaco am 27. Mai den Druck auf Felipe Massa massiv erhöht. Der Brasilianer ist seit seinem schweren Unfall im Sommer 2009 ein Schatten seiner selbst und verblasst neben seinem Teamkollegen Fernando Alonso immer mehr. Die offizielle Website verglich nun die Leistungen der beiden Fahrer in den vergangenen Jahren und hielt den „Absturz“ Massas haargenau fest.

Die Leistungskurve des Brasilianers, der 2008 nur haarscharf den WM-Titel an Lewis Hamilton verloren hatte, seit Oktober 2010 aber nicht mehr auf dem Podest stand, zeigt nach unten. Vor zwei Jahren hielt Massa nach fünf Rennen noch bei 49 Punkten, vergangenes Jahr waren es im Vergleichszeitraum 24 Zähler. In dieser Saison kam der 31-Jährige sogar nur noch auf zwei Punkte. Der unterlegene Ferrari kann dafür nicht als Ausrede herhalten, denn Alonso zeigt regelmäßig, was möglich wäre.

Der Spanier feierte nicht nur einen Sieg in Malaysia, sondern liegt nach seinem zweiten Platz vergangenen Sonntag in Barcelona in der WM-Wertung gleichauf mit Weltmeister Sebastian Vettel in Führung. „Fernando fährt immer auf einem sehr hohen Niveau, während Felipes Rückfall offensichtlich ist“, hieß es auf der Website von Ferrari über Massa, dessen Vertrag am Saisonende ausläuft und nach den aktuellen Leistungen wohl auch nicht verlängert wird.

Felipe Massa und Ferrari-Manager Stefano DomenicaliReutersAllzu lange wird Teamchef Domenicali Massa wohl nicht mehr gut zu reden

Ferrari erwartet „Reaktion“ und „Gangwechsel“

Laut Ferrari habe Massa bei seinem 15. Platz in Barcelona sowohl im Qualifying als auch im Rennen viel Pech gehabt. In Melbourne (out), Sepang (15.) und Schanghai (13.) lief es allerdings auch nicht viel besser. Lediglich beim Grand Prix von Bahrain konnte sich der Brasilianer in die Punkteränge kämpfen. „Jeder, vor allem er selbst, erwartet nun in Monaco einen Gangwechsel“, machte Ferrari klar, dass die Uhr für den Zweierpiloten bei der „Scuderia“ immer lauter tickt.

Auch Teamchef Stefano Domenicali stellte seinem Piloten die Rute ins Fenster und erklärte unverblümt: „Wir erwarten nach dem unglücklichen Wochenende eine Reaktion von Felipe in Monaco. Wir brauchen seine Punkte auch für die Konstrukteursmeisterschaft.“ Derzeit liegt Ferrari in dieser Wertung mit 63 Punkten auf Rang vier. Vom drittplatzierten Lotus-Team trennen die Italiener 21, von Spitzenreiter Red Bull 46 Zähler.

Monaco ist für Massa ein zweites Heimrennen, er wohnt nur wenige hundert Meter von jener Stelle entfernt, die beim sechsten Saisonrennen am 27. Mai als Fahrerlager dienen wird. Bei dem Klassiker lief es für den Brasilianer in den letzten Jahren auch immer recht gut. 2007 und 2008 kam er als Dritter auf das Podest, 2009 und 2010 wurde es immerhin zweimal Rang vier.

Manchester City als „Inspiration“ für Ferrari

Geht es nach Domenicali, dann könnte sich Massa Anleihe an Manchester City nehmen. Die Arte und Weise, wie sich das Team seines Landsmannes Roberto Mancini den Titel in der Premier League geholt hat, bezeichnete der Teamchef als „Inspiration“. „Du musst immer daran glauben, dass alles möglich ist, auch wenn alles auf das Gegenteil hinzuweisen scheint“, bezog sich Domenicali auf das dramatische Fußballmatch.

Die „Citizens“ konnten am Sonntag mit zwei Toren in der Nachspielzeit doch noch den Titel an sich reißen. „Ich habe mir das Match nochmals angeschaut und beobachtet, mit welcher Entschlossenheit Mancini seine Mannschaft angetrieben hat, obwohl schon alles verloren schien. Das ist ein Beispiel für alle, die im Sport involviert sind“, erklärte Domenicali.

Links:

Publiziert am 16.05.2012