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Diskussion über Nachfolger
„Wir müssen sehen, dass wir ihm ein Auto geben, das ganz vorne fahren kann, dann wird Michael wieder abliefern“, sagte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug und nahm damit einen Teil der bisher durchwachsenen Vorstellungen des 43-Jährigen auf die Teamkappe. Aber Schumacher rennt die Zeit davon. Bis zur Saisonhalbzeit will er sich entscheiden, ob er seinen am Jahresende auslaufenden Mercedes-Vertrag verlängert.
Monaco ist gutes Pflaster
Bei Schumacher regiert im Moment jedoch der Frust. In der WM-Wertung ist der Altstar nur abgeschlagen auf dem 18. Rang zu finden. Und in Monaco muss er fünf Plätze weiter hinten starten - die Strafe für den jüngsten Crash mit Williams-Piloten Bruno Senna in Montmelo/Barcelona. „Natürlich vergrößert das meine Vorfreude nicht gerade“, sagte der Deutsche. Hoffnung gibt Schumacher seine gute Bilanz in Monte Carlo. Fünfmal gewann der Deutsche bereits in den monegassischen Häuserschluchten.
APA/EPA/Valdrin XhemajMonte Carlo und Schumacher - früher eine echte LiebesbeziehungNur der legendäre Ayrton Senna durfte mit einem Sieg mehr öfter als Schumacher in die Fürstenloge. Zumindest ein Podestplatz würde den Kritikern etwas den Wind aus den Segeln nehmen. Denn die Nachfolgerdiskussion hat bereits begonnen. Kurz vor der Reise an die Cote d’Azur nannte Mercedes-Geschäftsführer Nick Fry schon einmal den Force-India-Fahrer Paul di Resta als möglichen Kandidaten für Schumachers Silberpfeil-Cockpit, wenn dieser nach der Saison ein zweites Mal zurücktreten sollte.
Lauda glaubt an Sieg
„Paul ist auf unserem Radar“, betonte Fry. Auch der Engländer Lewis Hamilton, dessen Vertrag bei McLaren endet, wird weiter mit Mercedes in Verbindung gebracht. Noch aber will kaum jemand Schumacher endgültig abschreiben. „Bevor er nicht Erfolg hat, wird er auch nicht nachlassen. Ich sehe noch jede Menge Feuer bei Michael“, sagte sein Bruder Ralf der „Bild“-Zeitung. Und Österreichs Formel-1-Legende Niki Lauda versicherte jüngst: „Schumi wird dieses Jahr noch gewinnen.“
Bisher lässt die Trendwende auf sich warten. Seit dem Comeback vor gut zwei Jahren blieb Schumacher das Pech auf der Rennstrecke auffallend treu, auch von früher ungewohnten Fehlern ist er nicht mehr frei. Patzer wie der Auffahrunfall mit Williams-Pilot Senna in Spanien waren wohl auch Ergebnis der Serie von Enttäuschungen, die der ehrgeizige 43-Jährige unbedingt beenden will.
Wenig Einsicht
„Das war die Art von Fehler, die man von einem Anfänger erwartet, aber nicht von einem Mann mit 91 Grand-Prix-Siegen und sieben WM-Titeln“, urteilte die BBC und kritisierte Schumacher für seine angeblich mangelnde Einsicht: „Das Alter soll Weisheit bringen. Bei Schumacher war es zumindest in diesem Fall nicht so.“ Als „Idiot“ hatte Schumacher Senna am Boxenfunk beschimpft und den Brasilianer als Unfallschuldigen ausgemacht.
Die Rennkommissare dagegen bestraften den Deutschen. In Monaco, wo Überholen als fast unmöglich gilt, ist der Mercedes-Star nun zur Aufholjagd gezwungen. Auch im teaminternen Duell neigt sich die Waage wieder in Richtung Nico Rosberg, nachdem Schumacher zu Saisonbeginn nach zwei Jahren erstmals die Oberhand zu gewinnen schien. Doch dann katapultierte sich Rosberg mit seinem Sieg in China in den Kreis der Titelanwärter und hängte seinen Stallrivalen erneut ab.
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Publiziert am 24.05.2012