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Villa-Ausfall „ein sehr harter Schlag“

Die spanischen Teamspieler bedauern den Ausfall ihres Stürmerkollegen David Villa für die Fußball-EM in der Ukraine und Polen (8. Juni bis 1. Juli). „Das ist ein sehr harter Schlag“, erklärten Verteidiger Alvaro Dominguez, Torhüter David De Gea und die Mittelfeldspieler Santiago Cazorla und Jesus Navas bei der ersten Pressekonferenz im Rahmen der Trainingswoche im Montafon (23. bis 29. Mai).

Teamchef Vincente del Bosque wird den Medien erst am Pfingstmontag - nach der Bekanntgabe des EM-Kaders am Sonntag - Rede und Antwort stehen. Die vier Spieler erklärten, dass FC-Barcelona-Stürmer Villa - der Topscorer der vergangenen Europameisterschaft - ein „hervorragender Fußballer und guter Kamerad“ sei, der nach seinem Schienbeinbruch im Dezember 2011 alles dafür getan habe, um rechtzeitig zur Europameisterschaft wieder fit zu werden.

Stimmung in der Mannschaft hervorragend

Am Dienstag hatte der spanische Verband (RFEF) bekanntgegeben, bei der EM ohne den Rekordschützen spielen zu müssen. Man dürfe nach seinem definitiven Ausfall nicht in Selbstmitleid versinken, sondern werde zusehen, ihn ersetzen zu können, sagte etwa Dominguez. Die Stimmung in der Mannschaft sei hervorragend, „wir sind eine Gruppe von Freunden, die am liebsten Fußball spielen“, beschrieb Manchester-United-Torhüter De Gea das spanische Team.

Die Bedingungen in Schruns, wo sich Spanien auch schon auf die Weltmeisterschaft 2010 vorbereitet hatte, seien hervorragend, die Trainingsmöglichkeiten perfekt. „Wir fühlen uns sehr wohl“, sagte Navas (FC Sevilla). Nach Unterschieden zur Situation vor zwei Jahren befragt, erklärte Cazorla (Malaga), dass die Philosophie „immer noch die gleiche“ sei, nach wie vor seien viele sehr gute Spieler dabei. „Es gibt eine sehr hohe Qualität im Team“, unterstrich Navas die Ambitionen auf eine erfolgreiche Titelverteidigung.

Lockere erste Trainingseinheit

Die Iberer sind am späten Dienstagabend in Vorarlberg angekommen. Im Rahmen der Trainingswoche ist auch ein Vorbereitungsspiel gegen Serbien (26. Mai in St. Gallen) angesetzt. Zudem wird Spanien am 30. Mai in Bern gegen Südkorea antreten, ehe am 3. Juni in Sevilla China der letzte Testgegner sein wird. In der ersten Trainingseinheit am Mittwochvormittag gingen es die Spanier locker und entspannt an. Torhüter Iker Casillas stand als Erster auf dem Platz.

Der spanische Nationaltrainer Vicente del Bosque spricht beim Training mit seinen SpielernAPA/Dietmar StiplovsekIn der ersten Einheit in Schruns hatten Anweisungen vom Coach Seltenheitswert

Mit langer Hose unter der kurzen machte der Real-Madrid-Goalie gegen 10.00 Uhr einige Schritte auf den Rasen im Schrunser Aktivpark, jonglierte mit einem Ball - und verschwand wieder. Als eine Viertelstunde später nach viel Regen dann aber doch die Sonne zwischen den dichten Wolken hervorblinzelte, versammelte sich der ganze Kader von Welt- und Europameister Spanien rund um Teamchef Del Bosque im Mittelkreis zur ersten von acht Trainingseinheiten im Vorarlberger Trainingslager.

Nach 20-minütigem Aufwärmen kam schließlich der Ball ins Spiel: Drei Spieler jagten in einem Kreis von sechs Kollegen dem Ball nach, die meiste Zeit vergeblich. Währenddessen schoben sich die Goalies vor einem der Tore mehrere Bälle zu. Stets am Rand und doch in der Mitte des Geschehens hielt sich, beobachtend und nachdenklich, del Bosque auf. Anweisungen für seine Spieler gab es zunächst keine.

Übungsmatch auf verkleinertem Spielfeld

Weitere 20 Minuten später gab es ein Übungsmatch auf verkleinertem Spielfeld. Es kam Leben auf den Platz. Zwar gab es keine Zweikämpfe, stattdessen aber feine Spielzüge und platzierte Schüsse. Ohne Halten und Grätschen funktionierte beinahe alles. Ganz leicht wollte man sich aber doch keine Tore schießen lassen - Casillas dirigierte seine Vorderleute auch im Training lautstark. Nach einer halben Stunde war es genug, das Training beendet. Nach ausreichendem Stretching verließen die Spieler das Feld.

Spanien-Torhüter Iker Casillas fängt den BallAPA/Dietmar StiplovsekSelbst im Training kassiert Casillas ungern Tore

Auf der Tribüne wurde unterdessen vorwiegend Spanisch gesprochen. Zahlreiche Kamerateams waren ihrer Nationalmannschaft ins Montafon gefolgt. Die Journalisten aus dem Land des Welt- und Europameisters hoffen auf eine Wiederholung des Triumphs - und waren doch nicht überzeugt. Auf die Frage, ob der nächste Coup gelingen werde, antwortete einer mit einem schnellen „Yes!“, auf Nachfrage war er sich dann aber nicht mehr sicher.

Spanier noch nicht komplett

Die Mannschaft sei nach wie vor sehr gut, so einer seiner Kollegen, aber eben auch zwei Jahre älter als beim Gewinn des WM-Titels in Südafrika. Die Spanier sind in Schruns noch nicht komplett, sie reisten mit 21 Spielern bzw. ohne die Akteure des FC Barcelona und von Athletic Bilbao an, die am Freitag noch das spanische Cupfinale bestreiten. Vorerst fehlten ebenfalls noch die beiden Champions-League-Sieger Juan Mata und Fernando Torres von Chelsea, die am Freitag zum Team stoßen werden.

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Publiziert am 24.05.2012