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„Müssen unsere Identität kriegen“

Österreichs Nationalmannschaft bezieht am Donnerstag das Trainingslager in Seefeld, die erste Trainingseinheit steht am Freitag auf dem Programm. Marcel Koller hat sich für die zwölf Tage in Tirol, in denen Länderspiele gegen die Ukraine und Rumänien warten, viel vorgenommen. Der Teamchef möchte die Basis für eine erfolgreiche WM-Qualifikation legen.

„Ein wichtiger Lehrgang für uns, wir wollen einen Schritt weiterkommen“, meinte der Schweizer vor dem letzten längeren Trainingscamp vor dem Qualifikationsstartschuss am 11. September in Wien gegen Deutschland. Die Akteure von Meister Salzburg und Schweiz-Legionär Aleksandar Dragovic rücken am Samstag ins Teamhotel ein. Fehlen werden allerdings die Schlüsselspieler Christian Fuchs, Emanuel Pogatetz, Martin Harnik, Stefan Maierhofer (alle verletzt) und Franz Schiemer, der heiratet.

„Wir haben erst acht Tage auf dem Platz mit dem Team gearbeitet“, rechnete Koller vor. Seit seinem Amtsantritt hatte er noch nicht viel Zeit, um im Training neue Akzente zu setzen. Und der 51-Jährige sieht sich als Mann der Praxis: „Wir wollen dem Team unsere Ideen weitervermitteln. Das geht nicht im Hotelzimmer oder auf der PlayStation. Dafür musst du auf dem Platz stehen. Du musst den Ball, den Rasen, den Mitspieler und den Gegner sehen und spüren. Wir wollen, dass sich die Sachen in den Köpfen festsetzen, nur so können sie dann auch umgesetzt werden.“

ÖFB-Teamchef Marcel Koller mit Spielern nach der Partie gegen FinnlandGEPA/Markus OberlaenderKoller nimmt sich seine Spieler zur Brust

Zeit für Veränderungen

Dafür ist nun zumindest ein wenig Zeit. Besonders am Herzen liegt Koller die Arbeit im Bereich Pressing. „Das haben wir gegen die Ukraine (1:2, Anm.) sehr gut umgesetzt, vor dem Match gegen Finnland (3:1, Anm.) war die Zeit dann zu kurz, um es zu festigen.“ Geht es nach Koller, dann soll man schon bald ganz spezielle Merkmale des ÖFB-Spiels erkennen können.

„Es ist wichtig, dass wir unsere Identität kriegen. Wir wollen unsere Spielweise weiter festigen. Ich hoffe, dass man in den zwei Partien gegen die Ukraine und Rumänien schon sehen kann, wie wir spielen wollen. Wir wollen sagen: ‚Okay, das ist unser Spiel, das ist ein Merkmal von uns.‘“ Neben dem Pressing sollen laut Koller auch das schnelle Umschalten von Defensive auf Offensive, das Nützen der Räume und das Suchen von Abschlüssen zu den künftigen ÖFB-Spieleigenschaften zählen.

Spaß und Konzentration

Koller will auch an der Defensive arbeiten. „In der Vergangenheit sind zu viele Gegentore passiert, das müssen wir reduzieren.“ Trotz der zahlreichen Ziele vergisst Koller nicht, dass gegen Ende einer langen Saison auch Regeneration nicht zu kurz kommen dürfen. „In den entscheidenden Momenten muss die Konzentration da sein. Aber auch Spaß muss sein. Das eine darf man aber nicht mit dem anderen vermischen.“

Nach dem Trainingsblock in Seefeld und den beiden Spielen in Innsbruck am 1. und 5. Juini trifft das ÖFB-Team erst wieder im August zu einem Kurzlehrgang zusammen, am 15. August ist dann die Türkei zu Gast in Wien. Die Partie im Ernst-Happel-Stadion gegen die Türken ist die Generalprobe für den Auftaktschlager der WM-Quali im Prater gegen die Deutschen.

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Publiziert am 25.05.2012