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Showdown am 1. Juni in Hard

Der größte Zuschaueransturm der Vereinsgeschichte hat die Innsbrucker Handballer zum nächsten Überraschungscoup getragen. Das Sensationsteam, das vor Saisonbeginn nicht einmal der eigene Trainer Stefan Öhler auf der Titelrechnung hatte, erzwang in der Finalserie der Handball Liga Austria (HLA) gegen Hard ein entscheidendes drittes Spiel.

Nach dem 23:21 am Freitagabend vor rund 3.000 Zuschauern in der Tiroler Eisarena geht es nun am 1. Juni in Hard um den Meisterpokal. „Meine Mannschaft überrascht mich jedes Mal aufs Neue“, gestand Öhler und zog den Hut vor seiner Truppe, die den ersten Meistertitel der Clubgeschichte einfahren könnte: „Ich ziehe einen Rahmen, in dem die Spieler viel Entscheidungsfreiheit haben und Verantwortung übernehmen können. Und im Moment treffen sie immer die richtigen Entscheidungen.“

Erwartungen weit übertroffen

Die euphorische Stimmung im zweiten Finalmatch hat auch den 33-jährigen Jungtrainer rundum begeistert: „Da hat ganz Handball-Innsbruck die Augen aufgerissen, was da möglich ist. In dieser Halle und bei dieser Stimmung zu verlieren und Hard feiern zu sehen, das wollten wir auf keinen Fall. Wir mussten dieses verdammte Spiel gewinnen.“

Jubel von Maximilian Hermann und Michael Kalischnig (Tirol)GEPA/Amir BeganovicDie Tiroler verhinderten mit einem Kraftakt die Harder Meisterfeier

Angeführt werden die Tiroler von den beiden Litauern Povilas Babarskas und Andrius Rackauskas, aber auch rot-weiß-rote Leistungsträger wie die Rückraumspieler Klemens Kainmüller und Maximilian Hermann sowie Tormann Michael Kalischnig prägen das Spiel entscheidend. Im vergangenen Sommer hätte Öhler einen derartigen Erfolgsrun nie und nimmer für realistisch erachtet.

„Die Halbfinal-Teilnahme war ein geheimes Ziel von mir. Aber Träume vom Titel waren nicht da, man muss ja schließlich realistisch bleiben“, sagte der Tiroler Trainer. Und auch im Saisonverlauf sprach sehr lange sehr wenig dafür, dass Innsbruck um den Titel spielt. Bis zur 18. und letzten Runde mussten die „Wölfe“ um ein Ticket im Meister-Play-off der Top Sechs zittern, erst am 30. Dezember fixierte man endgültig den rettenden sechsten Rang.

Innsbruck im Vorteil?

Das Rennen um ein Halbfinal-Ticket gestalteten die Innsbrucker dann genauso spannend. Ein historischer Sieg ausgerechnet in Hard, dem ersten bei den Vorarlbergern seit 6. Mai 2000, brachte die Innsbrucker endgültig in die Runde der letzten vier. Dort zwang man dann sensationell Play-off-Sieger Krems mit 2:1 in der „Best of three“-Serie in die Knie.

Und nun wanken auch die Harder, das weiß auch Öhler. „Ich kann nur eines sagen: Es wird wieder knapp werden. Entscheidend wird das taktische Verhalten sein. Wer die Ruhe bewahrt, gewinnt.“ Trotz des Heimvorteils der Harder sieht Öhler durchaus auch Pluspunkte für seine Truppe: „Wir haben den Moment für uns. Denn wir nehmen einen Sieg und die Harder eine Niederlage mit.“

„Heimspiel ist Heimspiel“

Kleine taktische Finessen wollen beide Teams auspacken, wirklich überraschen kann man sich aber natürlich nicht mehr. „Wir kennen uns in- und auswendig“, so Öhler, dessen Prunkstück die Abwehr ist: „Man sagt immer, eine gute Deckung gewinnt Meisterschaften. So wäre es auch bei uns.“ Die Harder wollen keinesfalls Verunsicherung aufkommen lassen.

„Heimspiel ist Heimspiel, das ist sicher ein Vorteil für uns, da brauchen wir uns nichts einreden lassen“, stellte Rückraum-Routinier Bernd Friede klar. Trainer Markus Burger weiß, was seine Truppe in einer Woche besser machen muss: „Uns hat die Entschlossenheit gefehlt. Hier muss man nachjustieren und der Mannschaft klarmachen, dass sie an das entworfene Konzept glauben und es auch spielen muss. Und wir müssen konsequenter verteidigen.“

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Publiziert am 26.05.2012