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Maldonado und Schumacher bestraft

Mark Webber geht zum zehnten Mal in seiner Karriere aus der Poleposition in einen Grand Prix. Der australische Red-Bull-Pilot profitierte am Samstag im Qualifying für den GP von Monaco (Sonntag, 14.00 Uhr, live in ORF eins) von der Rückversetzung des Schnellsten Michael Schumacher um fünf Plätze.

Michael Schumacher

APA/dpa/Jens Buettner

Michael Schumacher konnte mit seiner Vorstellung zufrieden sein

Der Rekordweltmeister, der in Monte Carlo schon fünfmal gewonnen hat, war wegen seiner Kollision mit Bruno Senna zuletzt in Barcelona bereits im Vorfeld des Rennens bestraft worden. Spanien-Sensationssieger Pastor Maldonado wurde wegen Behinderung von Sergio Perez im Freien Samstag-Training sowie einem Getriebewechsel an seinem Williams in der Startaufstellung gleich um 15 Ränge nach hinten versetzt und startet daher statt vom neunten nur vom 24. und letzten Platz.

Für Schumacher war es die erste Bestzeit seit seiner Rückkehr 2010 und „natürlich ein schönes Gefühl“. Der 43-jährige Deutsche hatte auch gleich einen Gruß in die Heimat parat: „Einen dicken, dicken Kuss an meine Frau.“ Hätte es nicht die Strafe gegeben, wäre es seine erste Pole seit dem Grand Prix von Frankreich 2006 gewesen - und die 69. überhaupt.

Vettel nur auf Rang neun

Neben Webber geht Schumachers Mercedes-Teamkollege Nico Rosberg ins Rennen, aus der zweiten Reihe starten Lewis Hamilton im McLaren und Romain Grosjean im Lotus. Dahinter folgen Ferrari-Star Fernando Alonso und Schumacher. Für Weltmeister und Vorjahressieger Sebastian Vettel reichte es nur zum neunten Startplatz. Noch schlechter erwischte es Jenson Button, der sich im zweiten McLaren mit Rang zwölf begnügen musste.

Vettel war sauer, denn die Performance seines RB8 veränderte sich nach einem starkem Freien Training im Qualifying negativ. „Das Auto hüpft herum wie ein Hase“, funkte der 24-jährige, der gemeinsam mit Alonso WM-Leader ist, einmal an die Box. Am Ende verzichtete man sogar darauf, den Deutschen auf Polejagd zu schicken. „Hoffnung gibt’s immer. Aber natürlich stinkt mir das jetzt, denn wir hatten eigentlich gedacht, dass es passt“, kommentierte Vettel den Rückschritt.

Webber-Pole gibt Red Bull Zuversicht

Die Chancen, dass das Red-Bull-Team trotzdem zum dritten Mal in Folge den prestigeträchtigsten Grand Prix des Jahres gewinnt, sind durch Webber natürlich trotzdem gegeben.

„Wir wussten schon am Vormittag, dass wir hier ein wettbewerbsfähiges Auto haben. Leider ist bei Vettel die Veränderung ins Negative gegangen. Ich sehe trotzdem Chancen auf ein Podium für beide Autos“, gab sich Motorsport-Konsulent Helmut Marko zuversichtlich. Der Grazer gab auch zu: „Man hat wieder einmal gesehen, dass man derzeit an einem relativ optimalen Auto nicht mehr allzu viel verstellen sollte. Das kann leicht nach hinten losgehen. Klar, dass das Sebastian nicht gefällt.“

Die beiden RB8 werden daher im Rennen mit unterschiedlichen Strategien losgeschickt. „Wenn der Reifenverschleiß ähnlich ist wie vorher, kann dieser Poker aufgehen“, hofft Marko. Die Sieghoffnung heißt natürlich Webber, der hier 2010 für den ersten Red-Bull-Sieg gesorgt hatte. „Es war eine fantastische Runde von ihm“, lobte Marko. „Pole ist hier schon mehr als die halbe Miete. Wenn du vorne keine Fehler machst, bist du fast nicht zu überholen.“

Wieder Unfall von Perez

Sauber-Pilot Perez, der im Vorjahr im Qualifying einen schweren Unfall gehabt hatte und zwei Tage im Spital verbringen musste, verlor schon nach fünf Minuten bei einem Ausrutscher in die Leitplanken das linke Hinterrad und konnte nicht mehr weitermachen. Der Mexikaner geht damit vom 23. und vorletzten Startplatz aus ins Rennen.

Heißester Geheimfavorit ist Grosjean. Der in Genf lebende Franzose startet mit seinem Lotus als Vierter aus Reihe zwei. Der 26-Jährige zeigte sich damit bisher in Monaco deutlich stärker als sein berühmter Teamkollege Kimi Räikkönen, der die 70. Auflage des Monaco-GP nur nur von Position acht aus in Angriff nimmt.

Grand Prix von Monaco

Startaufstellung:
1. Mark Webber AUS Red Bull
2. Nico Rosberg GER Mercedes
3. Lewis Hamilton GBR McLaren
4. Romain Grosjean FRA Lotus
5. Fernando Alonso ESP Ferrari
6. Michael Schumacher GER Mercedes
7. Felipe Massa BRA Ferrari
8. Kimi Räikkönen FIN Lotus
9. Sebastian Vettel GER Red Bull
10. Nico Hülkenberg GER Force India
11. Kamui Kobayashi JPN Sauber
12. Jenson Button GBR McLaren
13. Bruno Senna BRA Williams
14. Paul di Resta GBR Force India
15. Daniel Ricciardo AUS Toro Rosso
16. Jean-Eric Vergne FRA Toro Rosso
17. Heikki Kovalainen FIN Caterham
18. Witali Petrow RUS Caterham
19. Timo Glock GER Marussia
20. Pedro de la Rosa ESP HRT
21. Charles Pic FRA Marussia
22. Narain Karthikeyan IND HRT
23. Sergio Perez MEX Sauber
24. Pastor Maldonado VEN Williams

Qualifying

Ränge eins bis zehn:
1. Michael Schumacher * GER Mercedes 1:14,301
2. Mark Webber AUS Red Bull 1:14,381
3. Nico Rosberg GER Mercedes 1:14,448
4. Lewis Hamilton GBR McLaren 1:14,583
5. Romain Grosjean FRA Lotus 1:14,639
6. Fernando Alonso ESP Ferrari 1:14,948
7. Felipe Massa BRA Ferrari 1:15,049
8. Kimi Räikkönen FIN Lotus 1:15,199
9. Pastor Maldonado ** VEN Williams 1:15,245
10. Sebastian Vettel GER Red Bull keine Zeit
Ränge elf bis 17: out in Q2
11. Nico Hülkenberg GER Force India 1:15,421
12. Kamui Kobayashi JPN Sauber 1:15,508
13. Jenson Button GBR McLaren 1:15,536
14. Bruno Senna BRA Williams 1:15,709
15. Paul di Resta GBR Force India 1:15,718
16. Daniel Ricciardo AUS Toro Rosso 1:15,878
17. Jean Eric Vergne FRA Toro Rosso 1:16,885
Ränge 18 bis 24: out in Q1
18. Heikki Kovalainen FIN Caterham 1:16,538
19. Witali Petrow RUS Caterham 1:17,404
20. Timo Glock GER Marussia 1:17,947
21. Pedro de la Rosa ESP HRT 1:18,096
22. Charles Pic FRA Marussia 1:18,476
23. Narain Karthikeyan IND HRT 1:19,310
24. Sergio Perez MEX Sauber keine Zeit
* Rückversetzung um fünf Plätze
** Rückversetzung um 15 Plätze

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