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Kollegen loben Bayern-Legionär
Alaba ist trotz eines körperlich und mental extrem herausfordernden Frühjahrs mit Bayern München auch im ÖFB-Teamcamp mit Feuereifer bei der Sache. Der 19-Jährige muss von Koller sogar ein wenig gebremst werden. „In seinem Alter will man jeden Tag die Welt erobern. Da ist es wichtig, dass man von außen genau beobachtet und dann auch einmal auf die Bremse steigt. Vor allem die mentale Belastung war für ihn in den vergangenen Monaten enorm“, sagte Koller.
„Fühlt sich sauwohl“
Alaba bereitet dem Teamchef beim tagtäglichen Training sichtlich Freude. „Es macht einfach Spaß, ihm zuzuschauen.“ Dass er auf seiner Lieblingsposition im Mittelfeld besonders viel Spaß hat, ist bei Alaba, der bei den Bayern als Linksverteidiger für Furore sorgte, nicht zu übersehen. „Alaba fühlt sich sauwohl im Mittelfeld, wenn ich das so sagen darf. Das ist seine Position, da ist er mitten drinnen im Geschehen. Er ist einfach jung, dynamisch und will etwas bewegen“, meinte Koller.
GEPA/Andreas PranterTrainingsalltag: Alaba (r.) verfolgt konzentriert den Teamchef bei der ArbeitVon den deutschen Bundesliga-Profis wurde der ÖFB-Teamspieler eben erst zum zweitbesten Aufsteiger der Saison gewählt. Mit 19,7 Prozent an Nennungen lag der 19-Jährige in dieser Umfrage des Fachmagazins „kicker“ nur knapp hinter Marco Reus von Mönchengladbach (22,7 Prozent).
Auch seine Teamkollegen schwärmen in höchsten Tönen von Alaba. „David macht alles genau richtig. Er hat im Frühjahr sehr, sehr gut gespielt und sich in einem so jungen Alter bei Bayern München durchgesetzt. David steht jetzt völlig zurecht im Mittelpunkt. Wenn er weiter solche Leistungen bringt, dann hat er eine große Zukunft vor sich“, sagte Andreas Ivanschitz, der seinerzeit als 19-Jähriger vom damaligen Teamchef Hans Krankl zum Kapitän befördert worden war.
Perfekter Karriereplan
Ivanschitz weiß, dass die jugendliche Unbekümmertheit ein großer Vorteil ist. „Man denkt nicht so viel nach, lässt es einfach laufen und interessiert sich nicht so sehr, was geschrieben wird. David hat einfach Spaß am Fußball, und das sollte er sich beibehalten“, meinte der Mittelfeldspieler. Besonders nah bekommt auch Julian Baumgartlinger, der zweite Mainz-Legionär neben Ivanschitz, Alabas Fortschritte mit. Schließlich bildet Baumgartlinger gemeinsam mit Alaba das defensive Mittelfeld des ÖFB-Teams.
„Wenn ich sehe, wie David spielt, dann freue ich mich sehr. Eine Leistung wie im Champions-League-Halbfinale gegen Real Madrid, das ist schon großartig. Natürlich profitiert auch das gesamte Nationalteam von ihm. Ich hoffe, dass er so weitermacht“, erklärte Baumgartlinger, für den Alabas Karriereplan perfekt war. „Vor allem der Zwischenschritt Hoffenheim dürfte ihm sehr gutgetan haben. Die Bayern haben ihn super herangeführt. Trainer Jupp Heynckes schenkt David viel Vertrauen und er zahlt es mit Leistung zurück.“
Ziel: Nach vorne verteidigen
In den bisherigen Trainingseinheiten stand vor allem die Defensive im Fokus, Offensivakzente folgen in den kommenden Tagen. „Wir nutzen die Zeit sehr intensiv. Auf dem Platz, aber auch im theoretischen und taktischen Bereich. Wir werden gut vorbereitet in die Länderspiele gegen die Ukraine und Rumänien gehen“, sagte Ivanschitz. „Momentan wird die Defensive sehr groß geschrieben. Es wird theoretisch und praktisch sehr viel gearbeitet“, so Baumgartlinger, „der Teamchef vertritt sehr moderne Ansichten, wir wollen offensiv und nach vorne verteidigen“.
Etwas kürzertreten musste am Montagvormittag Sebastian Prödl. Der Verteidiger von Werder Bremen verspürte ein Muskelziehen im Oberschenkel, Koller gab jedoch zunächst Entwarnung: „Es sollte nichts Größeres passiert sein.“ Der ÖFB-Trainerstab rund um Koller machte sich am Montagabend geschlossen auf die Reise von Seefeld nach Kufstein, wo Freitag-Gegner Ukraine beim klaren 4:0-Erfolg im Testspiel gegen Estland beobachtet wurde. Die Spieler blieben im Teamquartier in Seefeld, in dem am Abend Regeneration auf dem Programm stand. „Die Spieler sollen den Kopf nicht zu voll bekommen“, so Koller.
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Publiziert am 29.05.2012