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Neuer Teamchef, alte Taktik
Das Rezept ist, überspitzt formuliert, simpel: Hinten rühren die Hellenen Beton an, vorne hofft man auf einen Glückstreffer. Ob diese Taktik gegen Polen, Russland und Tschechien reicht, können die Griechen gleich im Eröffnungsspiel gegen die Gastgeber unter Beweis stellen.
Nur fünf Gegentore in EM-Quali
Für die EM-Qualifikation hat es gereicht. Griechenland ließ in der Qualifikationsgruppe F unter anderem Kroatien hinter sich und kassierte dabei in zehn Partien lediglich fünf Gegentore. „Meine Spieler sind für ihre guten Leistungen seit dem Sommer 2010 mit der Qualifikation für die EM belohnt worden. Allerdings ist unser Job damit noch nicht erledigt“, sagte Santos.
Zudem blieben die Hellenen in der Quali ohne Niederlage (sieben Siege und drei Unentschieden) und taten es damit den Kalibern Deutschland, Italien, Niederlande, England und Spanien gleich. Freilich hatte aber auch keiner der Gruppenersten so wenige Tore - nämlich nur 14 - auf der Habenseite.
Griechenland ohne Messi
Teamchef Santos verteidigt seine kompromisslose Defensivstrategie: „Griechenland hat keinen Messi, also hat die Taktik bei uns allererste Priorität.“ Mit diesem Rezept schaffte es der Portugiese immerhin, in insgesamt 16 Spielen in Folge ungeschlagen zu bleiben. Damit übertraf Santos sogar „König Rehakles“, unter dem die Griechen „nur“ 15 Partien ohne Niederlage blieben.
Reuters/Yiorgos KarahalisOtto Rehhagel wird dank des EM-Titels 2004 als „König Rehakles“ verehrtDiese Erfolgsbilanz veranlasste den Verband, den Vertrag mit dem 57-Jährigen bereits im April über die EM-Endrunde hinaus zu verlängern. Der Fußballlehrer, der zuvor unter anderem den FC Porto, Benfica und Sporting Lissabon sowie Panathinaikos Athen betreut hatte, soll das Team auch zur WM 2014 nach Brasilien führen.
Hellenische Verjüngungskur
Zu Beginn seiner Ära 2010 musste Santos allerdings einige Widerstände innerhalb des Teams überwinden, so traten verdiente Kräfte wie Theofanis Gekas und Ioannis Amanatidis zurück. Aber so wie Gekas zurückkehrte, ist inzwischen auch die griechische Öffentlichkeit davon überzeugt, dass nach enttäuschenden Vorstellungen bei der EM 2008 und der WM 2010 (jeweils Aus in der Vorrunde) wieder einiges möglich ist. Santos’ Verdienst ist es, eine Verjüngung eingeleitet zu haben.
Schon bei seinem ersten Spiel brachte er acht Debütanten. Inzwischen sind es Namen wie jener des gerne als „griechischer Messi“ titulierten Sotirios Ninis (20 Jahre/Panathinaikos Athen), Ioannis Fetfatzidis (21/Olympiakos Piräus) oder Ioannis Maniatis (25/Olympiakos Piräus), die für den jungen Weg stehen. Der am höchsten gehandelte Kicker ist derzeit wohl Schalkes robuster Innenverteidiger Kiriakos Papadopoulos. Auch dieser zählt erst 20 Jahre. Mit dem 38-jährigen Tormann Konstantinos Chalkias stellen die Griechen aber auch den ältesten Spieler des Turniers.
EM-Kader Griechenland
| Tor: | |||
| 1 | Konstantinos Chalkias | PAOK Saloniki | 30.05.1974 |
| 12 | Alexandros Tzorvas | US Palermo (ITA) | 12.08.1982 |
| 13 | Michail Sifakis | Aris Saloniki | 09.09.1984 |
| Abwehr: | |||
| 2 | Ioannis Maniatis | Olympiakos Piräus | 12.10.1986 |
| 3 | Georgios Tzavellas | AS Monaco (FRA) | 26.11.1987 |
| 4 | Stylianos Malezas | PAOK Saloniki | 11.03.1985 |
| 5 | Kyriakos Papadopoulos | Schalke 04 (GER) | 23.02.1992 |
| 8 | Avraam Papadopoulos | Olympiakos Piräus | 03.12.1984 |
| 15 | Vassilios Torosidis | Olympiakos Piräus | 10.06.1985 |
| 18 | Sotirios Ninis | Panathinaikos Athen | 03.04.1990 |
| 19 | Sokratis Papastathopoulos | Werder Bremen (GER) | 09.06.1988 |
| 20 | Jose Holebas | Olympiakos Piräus | 27.06.1984 |
| Mittelfeld: | |||
| 6 | Grigorios Makos | AEK Athen | 18.01.1987 |
| 10 | Georgios Karagounis | Panathinaikos Athen | 06.03.1977 |
| 16 | Georgios Fotakis | PAOK Saloniki | 29.10.1981 |
| 21 | Konstantinos Katsouranis | Panathinaikos Athen | 21.06.1979 |
| 22 | Konstantinos Fortounis | Kaiserslautern (GER) | 16.10.1992 |
| 23 | Ioannis Fetfatzidis | Olympiakos Piräus | 21.12.1990 |
| Angriff: | |||
| 7 | Georgios Samaras | Celtic Glasgow (SCO) | 21.02.1985 |
| 9 | Nikolaos Lymperopoulos | AEK Athen | 04.08.1975 |
| 11 | Konstantinos Mitroglou | Panionios Athen | 12.03.1988 |
| 14 | Dimitrios Salpingidis | PAOK Saloniki | 18.08.1981 |
| 17 | Theofanis Gekas | Samsunspor (TUR) | 23.05.1980 |
| Teamchef: | |||
| Fernando Santos (POR) | 10.10.1954 | ||
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Publiziert am 01.06.2012