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Israel mauert, Deutschland gewinnt
„Wir sind froh, gewonnen zu haben und zu null gewonnen zu haben. Es sind einige Zweifel geschürt worden, vielleicht auch zu Recht“, stellte Abwehrspieler Per Mertesacker fest. Auch Philipp Lahm war zufrieden. „Wir Bayern haben erst drei Tage mit der Mannschaft trainiert, da kann noch nicht alles hundertprozentig laufen. Dass noch nicht alles funktioniert, ist doch ganz normal“, sagte der Kapitän. „Es war ein guter Abschluss der Vorbereitung. Jetzt geht es mit Rückenwind nach Polen“, sagte Torschütze Schürrle.
Tempo und Präzision fehlen
Neun Tage vor EM-Start war von Lockerheit und Spielfreude im deutschen Team allerdings nur wenig zu spüren. Mit dem FC-Bayern-Block kehrte zwar die fünf Tage zuvor in Basel vermisste Ordnung in die DFB-Reihen zurück, vom erhofften schwungvollen Offensivfußball war jedoch auch gegen Israel nichts zu sehen. Den Aktionen der praktisch in Euro-Besetzung beginnenden DFB-Elf fehlten häufig das Tempo und die Präzision, um die Abwehr des Gegners aus den Angeln zu heben.
Als einer der wenigen machte Thomas Müller auf der rechten Seite das Spiel schnell und war damit auch Initiator der viel zu seltenen guten Szenen. In der 76. Minute vergab der Bayern-Profi allerdings geradezu kläglich ein Tor, als er den Ball aus wenigen Metern vorbeischob.
APA/DPA/Thomas EisenhuthGomez (r.) stellte seinen Torriecher unter BeweisTest mit wenig Aussagekraft
Dagegen blieben andere gut eine Woche vor EM- hinter den Erwartungen zurück. Toni Kroos, der im defensiven Mittelfeld den Part des verletzt zuschauenden Bastian Schweinsteiger ausfüllen sollte, hatte zwar viele Ballkontakte, leistete sich aber auch zahlreiche Fehlpässe.
Sein Nebenmann Sami Khedira machte seine Sache ordentlich, ohne jedoch zu glänzen. Gomez, der mit Miroslav Klose um den Platz als Stürmer Nummer eins im DFB-Team konkurriert, wirkte zunächst verkrampft und ohne Bindung. Mit seinem achten Tor in den letzten zehn Spielen unterstrich er allerdings seine Klasse im Abschluss.
Erkenntnisse über die Turniertauglichkeit der deutschen Abwehr konnte der Test kaum liefern, weil die harmlosen Gäste die Innenverteidigung mit Holger Badstuber und Per Mertesacker zu selten auf die Probe stellten. Der lange Zeit beschäftigungslose Manuel Neuer im deutschen Tor bewies mit einer Parade gegen Gil Vermouth (55.) immerhin, dass auf ihn Verlass ist.
GEPA/Witters/Tim GroothuisÖzils Schuss versandet in der AbwehrmauerGäste machen hinten dicht
Bei Dauerregen fehlten der deutschen Mannschaft gegen defensiv gut organisierte Israelis zunächst Schwung und Ideen. Torchancen blieben daher Mangelware. Eine Balleroberung von Philipp Lahm im Mittelfeld brachte Gomez in Schussposition, doch der Bayern-Torjäger wurde abgedrängt (5.). Dann zirkelte Kroos den Ball nach einem Ausrutscher von Tibi knapp am Gehäuse der Gäste vorbei (15.).
Für den ersten wirklichen Aufreger sorgte Außenverteidiger Jerome Boateng (19.), dessen Schuss nach Dribbling im Strafraum gegen den Pfosten klatschte - es wäre das erste DFB-Tor des Bayern-Profis gewesen.´
Entscheidung durch Schürrle
Als schon erste zaghafte Pfiffe durch das Stadion hallten, gelang Gomez kurz vor der Pause doch noch die Führung für die DFB-Elf. Der Bayern-Angreifer jagte den von Khedira vorgelegten und von Müller verlängerten Ball unhaltbar für Ariel Harosh unter die Latte des israelischen Tores. Schon 60 Sekunden zuvor war Müller mit entschlossenem Antritt als Vorbereiter in Erscheinung getreten, Khedira köpfte die Flanke am Tor vorbei.
Mit mehr Schwung startete die deutsche Mannschaft in den zweiten Durchgang. Auch Mesut Özil war nun deutlich bemüht, das Spiel mit seinen Ideen zu prägen. In der 56. Minute zielte der Regisseur aus spitzem Winkel knapp am Tor vorbei. Im zähen Ringen um Lockerheit und Harmonie boten sich den Gastgebern nun deutlich mehr Chancen, doch auch Lukas Podolski konnte Harosh nicht überwinden (59./63.). Danach machte Podolski Platz für Schürrle, der erneut als Joker stach und zum siebenten Mal im 14. Länderspiel einnetzte.
Fußball-Länderspiel
Donnerstag:
Deutschland - Israel 2:0 (1:0)
Leipzig, Red-Bull-Arena, 43.000 Zuschauer.
Tore: Gomez (40.), Schürrle (82.)
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Publiziert am 01.06.2012