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Erinnerungen an 2008
Russland fand nach einer Viertelstunde des Abtastens in den EM-Rhythmus, der die Fans bereits von einer Wiederholung der Vorstellung vor vier Jahren unter Guus Hiddink träumen lässt. Damals marschierten die Osteuropäer in Österreich und der Schweiz mit beeindruckendem Offensiv- und Tempofußball bis ins Halbfinale, wo erst gegen den späteren Europameister Spanien Endstation war.
„Zu viele Chancen ausgelassen“
„Das war der erste von sechs Schritten zum Titel“, so Doppeltorschütze Alan Dsagojew euphorisch. Teamchef Advocaat war ebenfalls zufrieden. „Es hat sich ausgezahlt, dass wir in der Vorbereitung nur einmal trainiert haben“, sagte der „kleine General“ in Richtung seiner Kritiker, die ihm vor dem Turnier zu lasche Arbeit vorgeworfen hatten. Überbewerten wollte der 64-jährige Niederländer den Erfolg aber nicht. Stattdessen übte er Kritik an seinem Team. „Wir haben zu viele Chancen ausgelassen und zu Beginn zu ängstlich agiert“, bemängelte Advocaat. Vor allem Alexander Kerschakow tat sich dabei als Chancentod hervor. Sein Ersatzmann Roman Pawljutschenko brachte beim Stand von 2:1 dann wieder frischen Wind.
APA/EPA/Adam CiereszkoMit der Einwechslung von Pawljutschenko bewies Advocaat ein gutes HändchenEinziges Fragezeichen bei Russland bleibt, ob der Mannschaft im Turnierverlauf nicht die Kraft ausgehen könnte. Neben dem 21-jährigen Dsagojew standen vornehmlich Spieler auf dem Platz, die bereits vor vier Jahren am Werk waren. Der Altersschnitt der Russen lag mit Anpfiff bei 30,5 Jahren.
Probleme mit der Ballkontrolle
Tschechien steht im zweiten Gruppenspiel gegen Griechenland am Dienstag in Wroclaw schon gehörig unter Druck. Auch Champions-League-Sieger Petr Cech im Tor konnte die Abfuhr für die Tschechen nicht verhindern. Vor allem die Abwehr war durch die blitzschnellen Vorstöße der Russen oft komplett überfordert. Tschechiens im Vorfeld der EM angeschlagene Stars Tomas Rosicky und Milan Baros konnten nur wenige Akzente setzen.
„Wir hatten große Probleme, den Ball zu kontrollieren“, sagte der bemühte, aber glücklose Rosicky. Michal Kadlec, der von Doppeltorschütze Alan Dsagojew phasenweise schwindelig gespielt wurde, gab sich kämpferisch. „1996 hat Tschechien auch das erste Spiel verloren und stand anschließend im Finale“, erinnerte der Verteidiger. Der Glaube an eine Wiederholung dieses Szenarios dürfte aber vermutlich auch ihm schwerfallen.
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Publiziert am 09.06.2012