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Nur Russen dürfen sich Remis erlauben
Doch selbst die Griechen haben ihr Schicksal nach der 1:2-Niederlage gegen die Tschechen noch in der eigenen Hand, ein Sieg gegen die Russen würde zum Aufstieg reichen. Tschechien wäre mit einem Unentschieden weiter, falls Tabellenführer Russland nicht gleichzeitig gegen Schlusslicht Griechenland verliert.
Polen wollen EM-Geschichte schreiben
„Wir haben Charakter gezeigt und unsere Chance auf den Aufstieg gewahrt. Ich bin davon überzeugt, dass wir im abschließenden Match gegen Tschechien mit dem erstmaligen Viertelfinal-Einzug EM-Geschichte schreiben werden. Wenn uns die Fans wieder so toll unterstützen, können wir bei dieser EM viel erreichen“, betonte Polens Kapitän Jakub Blaszczykowski, der mit seinem Traumtor in Minute 57 vor 58.000 Zuschauern im ausverkauften Nationalstadion von Warschau den hoch verdienten Ausgleich in der mitreißenden Partie erzielt hatte.
APA/EPA/Aidan CrawleyKapitän Blaszczykowski bewahrte Gastgeber Polen vor der NiederlageSein Coach Franciszek Smuda kam zu einem ähnlichen Schluss. „Wir werden zwar nie wie Brasilien spielen, aber das Match gegen Russland hat gezeigt, dass wir in der Lage sind, die Tschechen zu schlagen. Das Team weiß jetzt um seine historische Chance und wird alles dafür tun, diese zu nutzen“, sagte der Teamchef, der am 22. Juni seinen 64. Geburtstag am liebsten mit einem Viertelfinal-Erfolg Polens feiern will.
Advocaat hadert mit Chancenauswertung
Sein Gegenüber Dick Advocaat war ebenfalls felsenfest vom Weiterkommen überzeugt. „Wir waren gegen Polen die klar bessere Mannschaft, haben das Spiel kontrolliert und über weite Strecken ausgezeichneten Fußball gespielt. Aber leider haben wir zu viele Chancen gebraucht, um ein Tor zu erzielen. Ich habe aber keinen Zweifel, dass wir gegen Griechenland gewinnen und den Aufstieg schaffen werden“, erklärte der Niederländer, dessen Team sich diesmal viel schwerer als bei der 4:1-Gala gegen die Tschechen tat, weil die Polen taktisch diszipliniert und mit 40.000 fanatischen Fans im Rücken extrem engagiert zu Werke gingen.
Griechen diesmal zu spät erwacht
Die Griechen verschliefen dagegen wie schon beim 1:1 im Eröffnungsspiel gegen den Gastgeber auch gegen Tschechien den Start völlig. Schon in der sechsten Minute lagen sie 0:2 zurück und fanden erst nach der Pause in die Partie. Dieses späte Erwachen war diesmal aber zu wenig für einen Punktegewinn. „Wir waren in den ersten zehn Minuten auf dem Feld nicht vorhanden“, lautete der vernichtende Kommentar von Fernando Santos nach der erst zweiten Niederlage in seinem 23. Match als griechischer Teamchef.
Den Portugiesen ärgerte vor allem, dass seine Spieler sämtliche taktische Anweisungen vergessen hatten. „Du musst immer davon ausgehen, dass der Gegner deine Schwächen ausnutzt. Das haben die Tschechen zu Beginn perfekt vorexerziert“, analysierte Santos treffend. „Wir befinden uns deshalb in einer sehr schwierigen Lage. Aber wir können uns noch immer aus eigener Kraft für das Viertelfinale qualifizieren. Das Spiel gegen Russland ist nun ein Finale für uns, das wir unbedingt gewinnen müssen.“
Tschechen bangen um ihren Kapitän
Die Tschechen, die nur mit einem Sieg gegen Polen aus eigener Kraft aufsteigen können, bangen um ihren Spielmacher und Kapitän Tomas Rosicky. Der Arsenal-Star musste gegen die Griechen in der Pause wegen einer Achillessehnenverletzung ausgetauscht werden. Dieser Ausfall lähmte den Europameister von 1976 förmlich und ließ bei den Griechen nach dem Anschlusstreffer noch Hoffnung aufkeimen.
APA/EPA/Oliver WeikenDie Chancen von Rosicky auf einen Einsatz gegen Polen stehen schlecht„Nach 20 Minuten konnte ich kaum noch gehen. Ich fürchte, dass ich am Samstag nicht spielen kann“, erklärte Rosicky nach dem Match. „Diese Verletzung verdirbt mir die Freude über den Sieg.“ Sein Coach Michal Bilek weiß um die Schlüsselrolle des 31-Jährigen und blickte dem Polen-Spiel deshalb sorgenvoll entgegen. „Wir haben gesehen, was sein Ausfall für uns bedeutet. Die letzten 30 Minuten haben wir nur noch ums Überleben gekämpft“, gestand Bilek. Innenverteidiger Tomas Sivok erbat unterdessen göttliche Hilfe: „Wir beten, dass er sich schnell erholt.“
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Publiziert am 13.06.2012