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Nächstes Kapitel im WM-Krimi
Weltmeister Sebastian Vettel war zwar vor dem letzten Rennen in Kanada davon ausgegangen, dass sich der Wechsel bei den Siegerfotos bald aufhören werde, hatte damals aber immerhin noch Lewis Hamilton und Michael Schumacher auf der Rechnung gehabt. Nachdem der Brite in Montreal triumphiert hat, fehlt also offenbar nur noch der Rekordweltmeister.
„Werde bestimmt nicht einfach aufgeben“
Schumacher war in dieser Saison bisher allerdings nicht gerade vom Glück verfolgt, er konnte nur zwei der sieben Rennen - jeweils auf Rang zehn - beenden. Viermal wurde er von einem Defekt gestoppt, einmal flog er nach einem Unfall raus. Mit zwei Punkten ist er derzeit nur 18. der Gesamtwertung. Von Resignation ist beim Mercedes-Piloten aber nichts zu merken: „Ich werde bestimmt nicht einfach aufgeben“, sagte er vor dem Europa-GP.
Nachdem seine ersten zwei Jahre nach der Rückkehr in die Formel 1 auch von eigenen Patzern begleitet waren, wurde Schumacher in der bisherigen Saison diesbezüglich nur einmal auffällig. Beim Großen Preis von Spanien war der siebenfache Champion auf den Williams von Bruno Senna aufgefahren. Die Strafe: Fünf Plätze zurück in der Startaufstellung für den Klassiker in Monaco.
Erster großer Auftritt in Monte Carlo
Als er dann ausgerechnet in Monte Carlo im Qualifying allen davonfuhr, war die Strafe natürlich besonders ärgerlich. Immerhin konnte er kurz das „süße Gefühl“ des Triumphs genießen. Am nächsten Tag kam dann wieder das Aus im Rennen. Seit nunmehr drei Grands Prix erreichte Schumacher nicht mehr das Ziel.
APA/EPA/Nicolas BouvyDie Bestzeit im Qualifying von Monaco tat dem Rekordweltmeister gutDas soll in Valencia anders werden. Und nicht wenige trauen ihm auf dem Straßenkurs am Hafen sogar den ganz großen Coup zu. „Er hätte wahrscheinlich in Monaco gewonnen, wenn er die Strafe nicht gehabt hätte, warum also nicht hier?“, sagte der Motorsportdirektor von Reifenhersteller Pirelli, Paul Hembery: „Darauf sollte man sein Geld setzen.“
Kommt die nächste Überraschung?
Neben dem Rekordweltmeister könnten aber auch die Lotus-Piloten Kimi Räikkönen und Romain Grosjean ein Wörtchen um den Sieg mitreden. Beide schafften es bereits je einmal auf Rang zwei - Ex-Champion Räikkönen in Bahrain vor seinem französischen Teamkollegen, der ehemalige GP2-Meister Grosjean zuletzt in Montreal.
Damit aber nicht genug im Reigen der möglichen Sieganwärter. Auch das Sauber-Team hat nach Sergio Perez’ zweitem Platz in Malaysia und seinem dritten Rang in Kanada Lust auf mehr. Sein Teamkollege Kamui Kobayashi machte zudem schon mit der schnellsten Rennrunde in China auf sich und den mit einem Ferrari-Motor ausgestatteten Wagen des Schweizer Privatteams aufmerksam. Weitere Überraschungen sind also nicht ausgeschlossen.
Vettel hofft auf Valencia-Triple
Der Dominator in Valencia war in den vergangenen beiden Jahren aber Red-Bull-Pilot Vettel gewesen. 2010 und 2011 gewann er das Rennen auf dem Stadtkurs jeweils von der Poleposition aus. Beide Male wurde der Deutsche am Ende der Saison auch Weltmeister.
Zum ersten Mal wurde 2008 in der ehemaligen America’s-Cup-Stadt gefahren. Damals gewann Felipe Massa im Ferrari, ein Jahr später siegte dessen brasilianischer Landsmann Rubens Barrichello im BrawnGP auf dem 5,419 Kilometer langen Kurs. Den Rennrundenrekord hält noch immer der Deutsche Timo Glock. Er stellte ihn 2009 im Toyota auf. Bei seinem Umlauf in 1:38,683 Minuten fuhr Glock ein Stundenmittel von 197,688 Kilometern. Auch in diesem Jahr wird die Hitze in der Hafenstadt Fahrern sowie Autos und Reifen wieder zu schaffen machen. Temperaturen um 30 Grad Celsius sind an der Tagesordnung.
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Publiziert am 23.06.2012