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Nur kurzes Zittern bei der Fortsetzung

Jürgen Melzer hat am Mittwoch seinen Auftaktsieg beim Grand-Slam-Turnier in Wimbledon in trockene Tücher gebracht. Nachdem die Partie gegen den Schweizer Stanislas Wawrinka am Vortag beim Stand von 5:4 (40:40) und Service Melzer abgebrochen werden musste, setzte sich Österreichs Nummer eins schließlich mit 3:6 7:6 (7/2) 2:6 6:4 8:6 durch.

„In der letzten Nacht bin ich einige Male aufgewacht, auch der heutige Tag war nicht lustig“, beschrieb Melzer die Anspannung nach der Vertagung. „Da gehen dir tausend Gedanken durch den Kopf. Ich war extrem angespannt.“ Mehrmals habe er sich ausgemalt, wie er die Partie mit zwei starken Aufschlägen schnell für sich entscheiden würde. Doch leider klappte das überhaupt nicht nach Wunsch.

Jürgen Melzer jubeltReuters/Stefan WermuthErleichterung pur: Nach dem Sieg ließ Melzer seiner Freude freien Lauf

„Das war ein fürchterlicher Start“

Nach einem Rückhand- und einem Doppelfehler musste Melzer das 5:5 akzeptieren. „Das war ein fürchterlicher Start“, gab Melzer zu. Wawrinka ließ vier weitere Punkte bei eigenem Aufschlag zur 6:5-Führung folgen. „Da war es dann für mich wichtig, runterzukommen und zu vergessen, was die letzten beiden Games gewesen war.“ Die Fokussierung des Niederösterreichers war letztlich für dessen heuer ersten Grand-Slam-Einzel-Sieg und den ersten eines ÖTV-Aktiven entscheidend.

Melzer hatte seinen Rhythmus gefunden, erarbeitete sich nach dem 6:6 einen Breakball und nutzte den auch. Damit war die Entscheidung gefallen, denn Wawrinka konnte nicht mehr zusetzen. Mit vier Punkten bei eigenem Service fixierte Melzer mit seinem insgesamt vierten Matchball nach zwölf Minuten der Fortsetzung den Erfolg. „Es war ein sehr, sehr gutes Match von meiner Seite“, bilanzierte Melzer.

Lob von enttäuschtem Wawrinka

Auch Wawrinka hob die Qualität der Partie hervor. „Es ist schade, dass ich sie verloren habe“, sagte der Schweizer. „Aber Melzer war speziell gestern im fünften Satz der Bessere. Er ist ein guter Spieler, speziell auf Rasen.“ Der Olympiasieger im Doppel 2008 hatte geschluckt, als ihm das Los Melzer zugeschanzt hatte. „Er ist der einzige ungesetzte Spieler, den ich lieber nicht gehabt hätte. Aber so ist es eben.“

Für Melzer ist es das letzte Turnier vor den Spielen, am 12. Juli bricht er zum Training bei Darren Cahill und Gil Reyes nach Los Angeles auf. Vorerst geht es aber einmal in der zweiten Runde gegen den Slowaken Lukas Lacko. Den bisher einzigen Vergleich gewann Melzer 2010 in Bad Gleichenberg im Davis-Cup auf Hartplatz 7:6 7:5 7:5. „Es ist ein Okay-Los, wenn man Wawrinka in der ersten Runde schlägt“, meinte Melzer zum 24-jährigen Weltranglisten-60. „Es taugt ihm, wenn der Ballabsprung flach ist.“

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Publiziert am 28.06.2012