Themenüberblick

Mit Reserven in die Entscheidung

„Voittaja Vojta - Sieger Vojta“: Andreas Vojta hat seinem Namen am Samstag bei den Leichtathletik-Europameisterschaften in Helsinki im Vorlauf über 1.500 m alle Ehre gemacht.

Der 23-Jährige stürmte über 1.500 m in 3:41,24 Minuten mit der schnellsten Zeit aller 28 Teilnehmer in den sonntägigen Endlauf, für das sich der EM-Elfte von 2010 auch noch etwas aufgehoben hat. „Eine kleine Reserve für das Finale ist noch da.“

„Dann müssen wir das machen“

Dass sein Name auf Finnisch Sieger bedeutet, wusste Vojta bis Samstagvormittag nicht. Auf dem Weg ins Olympiastadion musste er seine Akkreditierung herzeigen und wurde darauf aufmerksam gemacht. „Da habe ich mir gedacht, wenn die das sagen, dann müssen wir das machen“, erzählte er nach seinem Rennen, in dem er bei kühlen und windigen Bedingungen alles richtig gemacht hatte. „Das war perfekt.“

Freude bei Andreas VojtaReuters/Tobias SchwarzVojta hat sich auch für das Finale einiges vorgenommen

Vojta war in den ersten Lauf gelost worden und froh, dass die Konkurrenz das Tempo hochhielt. „Ich hatte mir sonst überlegt, selbst vorzugehen, damit ich es über die Zeit schaffe“, erklärte Vojta. „Ich habe versucht, mich auf Position drei, vier zu halten. Aber das wollen alle. Da kommt es dann schon mal zum Gerangel“, deutete er auf blutige Schienbeine. Nach der 1.200-m-Marke habe er sich dann dem Spitzentrio angeschlossen und in Folge in Position gebracht. „Die letzten hundert Meter gehen bei mir normalerweise immer, das wusste ich, damit hatte ich die fixe Qualifikation gebucht. Ich habe nicht alles, sondern 95 Prozent gegeben.“

„Brauche mich nicht zu verstecken“

Vojta hatte für die EM sein Höhentrainingslager in St. Moritz unterbrochen. Ursprünglich kamen die Titelkämpfe in der auf die Sommerspiele ausgerichteten Vorbereitung nicht vor, doch dann entschied er sich dazu. Auch wegen der so positiven Erinnerungen an Barcelona 2010. „Die EM war mein Wunsch, mit Wettkampfcharakter natürlich, denn ich bin ja nicht zum Trainieren da. Und ich brauche mich im europäischen Feld nicht zu verstecken, das hat heute gut ausgeschaut.“

Vojta freute sich über den Vorlaufsieg, jedenfalls gäbe das ein besseres Gefühl, als wenn man es als Achter gerade noch über die Zeit schaffe. Im zweiten, langsameren Vorlauf wurde Brenton Rowe Achter (3:47,18) und schied als Gesamt-20. aus.

Links:

Publiziert am 30.06.2012