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Sieg in der Nachspielzeit

Andy Murray ist am Samstagabend als letzter Spieler ins Achtelfinale des Grand-Slam-Turniers in Wimbledon eingezogen. Beim 7:5 3:6 7:5 6:1-Erfolg gegen den Zyprioten Marcos Baghdatis legte der als Nummer vier gesetzte Brite eine Punktlandung hin.

Exakt um 23.02 Uhr Ortszeit - und damit eigentlich zwei Minuten später als erlaubt - verwandelte er den Matchball. Weil der All England Club in einer Wohngegend liegt, darf trotz Dach und Flutlicht nicht länger als bis 23.00 Uhr gespielt werden. Da Murray aber gerade auf den Matchgewinn servierte, drückte der Schiedsrichter ein Auge zu, und die Sperrstunde wurde ein wenig nach hinten verschoben.

Andy Murray spricht mit Marcos Baghdatis Reuters/Stefan WermuthMurray hatte es am Ende gegen Baghdatis eilig

„Bin froh, dass ich es geschafft habe“

„Ich bin davon ausgegangen, dass ich um elf Uhr aufhören muss“, erklärte Murray, der sich gegen Ende der Partie beim Seitenwechsel gar nicht mehr hinsetzte. „Egal wie es steht, und wenn es mitten im Game ist. Bei 5:1 dachte ich, dass nun Schluss wäre. Aber ich bin froh, dass ich es bis zum Ende geschafft habe.“

Murray konnte seine Partie aber auch nur beenden, weil Baghdatis die Gegenwehr nach dem frühen Break im vierten Satz einstellte. Hätte Murray die Partie am Samstag nicht beenden können, wäre sie erst am Montag zu Ende gespielt worden. Dann hätte Murray auch sein Achtelfinale erst am Dienstag bestreiten können und wäre (im Fall von Siegen) inklusive Viertelfinale drei Tage hintereinander auf dem Platz gestanden. Außerdem wäre sein Achtelfinal-Gegner Marin Cilic zu einem zusätzlichen Ruhetag gekommen.

Zweitlängstes Match der Turniergeschichte

Diesen hätte der Kroate aber auch brauchen können. Denn das 7:6 (8/6) 6:4 6:7 (2/7) 6:7 (3/7) 17:15 gegen Sam Querrey war mit fünf Stunden und 31 Minuten das zweitlängste Match, das je in Wimbledon gespielt wurde. Länger dauerte bisher nur das Marathon-Duell zwischen dem US-Amerikaner John Isner und dem Franzosen Nicolas Mahut 2010. Sie kämpften damals über 11:05 Stunden um den Sieg. Am Schluss hatte Isner im fünften Satz mit 70:68 das bessere Ende für sich. Das Duell ist bis heute das längste Spiel der Tennisgeschichte.

„Es war ein großes Drama, vor allem im fünften Satz. Aus mentaler Sicht war das Spiel ein Wahnsinn“, sagte Cilic. Am Montag stehen in Wimbledon traditionell alle Achtelfinal-Partien auf dem Programm. Das Wetter könnte den Spielplan allerdings beeinträchtigen, sind doch in der zweiten Turnierwoche zumindest bis Donnerstag täglich Schauer und Gewitter zu erwarten.

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Publiziert am 01.07.2012