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Vorzeitige Vertragsauflösung

Peter Pacult ist am Dienstag als Trainer des deutschen Viertligisten RB Leipzig abgelöst worden. Unter dem Wiener hatte Leipzig den angepeilten Aufstieg in die dritte Liga in dieser Saison verpasst. Am Mittwoch wird der neue Sportdirektor Ralf Rangnick Auskunft über die jüngsten Personalentscheidung geben.

Fest steht bereits, dass Alexander Zorniger künftig als neuer Coach der Ostdeutschen fungieren wird.

Abschied mit Ansage

Der Abgang von Pacult kommt nach dem Amtsantritt von Rangnick nicht überraschend. Neben dem verpassten Aufstieg, mit dem man bei Red Bull äußerst unglücklich war, fiel der 52-Jährige besonders mit seiner Attacke gegen einen Fan von St. Pauli negativ auf. Er beschimpfte ihn mit den Worten: „Du schwule Sau.“ Pech für ihn, dass daneben ein Reporter der „Bild“-Zeitung stand, für den der Ausraster ein gefundenes Fressen war.

Ex-RB-Leipzig-Coach steht bei einem Red-Bull-PultGEPA/Sven Sonntag„Dose leer“ für Peter Pacult

Pacult bestritt seinen Ausrutscher auch gar nicht, sondern versuchte ihn mit den „Anfeindungen und Provokationen“, die während des ganzen Spiels stattgefunden hätten, zu rechtfertigen: „Es waren persönliche Beleidigungen und körperliche Angriffe auf mich und meine Spieler dabei, die inakzeptabel waren. Emotionen gehören zum Fußball dazu, aber solche Szenen und Worte dürfen von beiden Seiten natürlich dennoch nicht passieren.“ Vom Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes wurde der Trainer daraufhin mit einer Geldstrafe von 800 Euro belegt.

Rangnick nimmt „Anpassungen“ vor

Als dann Red Bull am 24. Juni Ralf Rangnick als übergeordneter Sportdirektor in Salzburg und beim Partnerprojekt RB Leipzig präsentiert wurde, schien sich Pacults Abschied schon abzuzeichnen. Erst wolle er sich auf Salzburg konzentrieren, „erst dann werden wir die nötigen Personalentscheidungen treffen“, sagte Rangnick in Bezug auf Leipzig kryptisch.

Am Montag legte Red-Bull-Vorstandsmitglied Volker Viechtbauer nach: „Wenn notwendig, werden wir entsprechende Anpassungen durchführen.“ Pacult hatte im Mai 2011 bei RB unterschrieben, sein Vertrag wäre noch ein Jahr gelaufen. Schon die Unterzeichnung des Kontrakts stand unter keinem guten Stern, ihr war eine Schlammschlacht mit seinem vormaligen Arbeitgeber Rapid um ausstehende Gehälter vorangegangen. Die Hütteldorfer hatten den Vertrag mit Pacult nach dessen Treffen mit Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz („Weinverkostung“) aufgelöst.

Zorniger übernimmt

Wie Red Bull nun bekanntgab, entschied sich Rangnick für Zorniger als neuen Cheftrainer für RB Leipzig. Der 44-Jährige hatte mit SG Sonnenhof Großaspach zuvor ebenfalls einen Viertligisten betreut. 2009 war Zorniger bereits als Kotrainer bei Stuttgart unter Markus Babbel tätig.

Die Homepage von RB Leipzig lobt den neuen Trainer in höchsten Tönen: „Mit starkem Offensivfußball sorgte die Mannschaft von Zorniger für viel Furore und verpasste nach einer beeindruckenden Saison nur knapp den Aufstieg in die dritte Liga. In Leipzig soll Zorniger nun dafür sorgen, dass die Roten Bullen den nächsten Entwicklungsschritt machen und neben begeisterndem Fußball auch das große Ziel, Aufstieg in Liga drei, verwirklichen.“ Über Pacult wird nur ein Satz verloren: „44-Jähriger löst Peter Pacult mit sofortiger Wirkung ab.“

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Publiziert am 04.07.2012