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Lebensbedrohlicher Unfall bei Testfahrt

Schock für das Formel-1-Team Marussia: Die Testfahrerin Maria de Villota ist bei einem Unfall schwer verletzt worden. Die Spanierin raste am Dienstag bei Übungsfahrten auf dem Flugfeld im englischen Duxford in einen Laster ihres Rennstalls und erlitt dabei nach ersten Informationen lebensbedrohliche Verletzungen.

De Villota wurde nach dem Unfall in ein Krankenhaus in Cambridge gebracht, von wo es am Nachmittag positive Nachrichten gab. Wie das Marussia-Team mitteilte, sei die Spanierin inzwischen wieder bei Bewusstsein, die Lebensgefahr für die 32-Jährige scheint gebannt. Die medizinischen Untersuchungen seien laut dem F1-Team aber noch nicht abgeschlossen.

Reifen blockiert

Augenzeugen zufolge hatten auf der Installationsrunde kurz vor dem Crash die Hinterreifen des Rennwagens blockiert. De Villota verlor daraufhin bei hoher Geschwindigkeit anscheinend die Kontrolle über das Fahrzeug. Nach dem heftigen Aufprall sei sie nicht in der Lage gewesen, sich selbst aus dem Auto zu befreien. Die sofort alarmierten Sanitäter halfen ihr dann aus dem schwer beschädigten Auto.

„Es gab diesen schrecklichen Moment, als alle einfach nur geschockt waren“, berichtete ein BBC-Reporter, der den Unfall mitangesehen hatte. Die Formel 1 zeigte sich nach dem Crash entsetzt. Ferrari-Star Fernando Alonso rief sofort de Villotas Familie an. „Meine ganze Energie ist bei Euch“, ließ der Spanier via Twitter wissen. „Ein schlimmer Unfall“, twitterte McLaren-Star Jenson Button. „Meine Gedanken sind in dieser schweren Stunde bei Maria und ihrer Familie.“

F1-Testfahrerin Maria de VillotaGEPA/xpb.cc/BatchelorMaria de Villotta wollte bei Marussia ihre Formel-1-Chance nutzen

Formel 1 als Ziel

Noch wenige Minuten zuvor hatte Marussia-Teamkollege Timo Glock ein Bild von De Villota im Rennwagen getwittert und dazu fröhlich geschrieben: „Bereit für Rock ’n Roll. Großartig, Maria im Auto mit den neuen Updates zu sehen. Mach es schnell.“ Für De Villota war es der erste Test im Marussia-Boliden. Geplant waren zweitägige Probefahrten auf gerader Strecke, bei denen vor dem Grand Prix von Großbritannien am Sonntag in Silverstone neue Teile für den MR-01 getestet werden sollten.

Die Tochter des früheren Formel-1-Piloten Emilio de Villota war kurz vor Saisonbeginn von Marussia als Ersatzfahrerin verpflichtet worden. „Das wird mir dabei helfen, meinem Ziel näher zu kommen, in der Formel 1 zu fahren“, sagte sie. Die Spanierin besitzt aber keine gültige Superlizenz. De Villota ist nicht die erste Fahrerin bei einem Formel-1-Team.

In der Geschichte der Rennserie hat es auch schon Stammpilotinnen gegeben. Die erfolgreichste war die Italienerin Lella Lombardi, die 1975 Sechste beim Grand Prix in Spanien wurde. De Villota fuhr bereits in mehreren Rennserien und durfte im August 2011 einen Formel-1-Boliden von Renault testen. Seit April ist auch Susie Wolff, die schottische Ehefrau des österreichischen Team-Miteigentümers Toto Wolff, bei Williams als Entwicklungsfahrerin engagiert.

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Publiziert am 03.07.2012