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Freistellung nach Tabubruch
Betroffen davon ist der Brasilianer Leonardo, der wohl keine Zukunft mehr bei Österreichs Meister hat. Der 29-jährige Offensivspieler werde an keinem Mannschaftstraining der Salzburger mehr teilnehmen und könne sich einen neuen Verein suchen, gaben die „Bullen“ in einer Aussendung bekannt. Leonardo hatte sich laut Salzburger Angaben in einem Interview abfällig über seinen Mannschaftskollegen Stefan Maierhofer geäußert und damit ein Tabu gebrochen.
„Der Teamgedanke muss immer an erster Stelle stehen, denn nur gemeinsam lassen sich unsere sportlichen Ziele verwirklichen“, betonte Sportdirektor Ralf Rangnick. Das gelte insbesondere auch für einen respektvollen Umgang miteinander. „Die Freistellung gibt Leonardo nun die Zeit, sich ernsthaft mit seinem Verhalten auseinanderzusetzen“, ergänzte der Deutsche.
GEPA/Christopher KelemenElf Freunde müsst ihr sein? Auf Leonardo und Maierhofer trifft das wohl nicht zuZweite Chance nicht genützt
Leonardo war bereits in der vergangenen Saison immer wieder durch Disziplinlosigkeiten aufgefallen, hatte in Coach Ricardo Moniz aber einen prominenten Fürsprecher. Schon kurz nach dem Abgang des Niederländers flog der Brasilianer nach einem Disput mit dem damaligen Kotrainer Piet Hamberg aus dem Kader, hatte aber mit dem Beginn der Amtszeit von Roger Schmidt und Rangnick eine neue Chance erhalten.
„Der Fußball lebt nun einmal auch von Emotionen und. Leonardo hat sich bisher in den Trainings sehr gut präsentiert. Für mich besteht kein Anlass, ein Problem daraus zu machen. Allerdings muss eine Mannschaft funktionieren. Jeder hat sich bei mir so zu verhalten, dass die Mannschaft keinen Schaden nimmt. Man braucht nicht immer einer Meinung sein. Aber letztendlich muss das auf einer Ebene passieren, die das ganze Gefüge nicht kaputt macht“, erklärte Schmidt noch vor wenigen Tagen.
Spielmacher mit Leistungsschwankungen
Dies dürfte Leonardo aber mit dem neuerlichen Tabubruch endgültig gelungen sein. Salzburg hatte erst im März die günstige Kaufoption von 100.000 Euro für den 28-Jährigen, der im Sommer 2011 auf Leihbasis von NAC Breda gekommen war, gezogen. Dadurch verlängerte sich der Vertrag des auch innerhalb der Mannschaft nicht unumstrittenen Spielers automatisch um ein Jahr.
Leonardo erwies sich für die Salzburger nur phasenweise als genialer Spieler. Der Brasilianer offenbarte große Leistungsschwankungen. Während Leonardo vor allem in der Europa League mit fünf Treffern überzeugen konnte, blieb er in Meisterschaftsspielen öfters einiges schuldig. An einem längeren Vertrag schien Salzburg trotzdem interessiert. Dieser soll aber an den hohen Gagenforderungen von Leonardos Management gescheitert sein.
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Publiziert am 05.07.2012