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Last-Minute-Ticket für London

Schneller als erwartet hat sich der Fall Tamira Paszek zum Wohlwollen für den österreichischen Verband und das Österreichische Olympische Comite (ÖOC) aufgelöst. Die Eastbourne-Gewinnerin und Wimbledon-Viertelfinalistin erhielt am Freitag vom Tennis-Weltverband (ITF) doch noch die Starterlaubnis für die Olympischen Sommerspiele.

Das war ihr ursprünglich verwehrt worden, weil sie innerhalb der vergangenen vier Saisonen nur einmal statt mindestens zweimal im Fed Cup angetreten war. Möglich gemacht wurde die frohe Botschaft durch gemeinsame Anstrengungen von ÖTV und ÖOC. „Wir haben neue Dokumente vorlegen können, die beweisen, dass Tamira alle Kriterien erfüllt hat. Wir sind jetzt sehr, sehr glücklich, dass sie vor allem nach den Leistungen in Wimbledon bei Olympia dabei ist“, erklärte ÖTV-Präsident und Paszek-Manager Ronald Leitgeb im ORF-Kurzsport.

Tamira Paszek lächeltGEPA/Alan GrievesAuf dem Heimflug von London erhielt Paszek die freudige Nachricht

Erfüllter Herzenswunsch

Das ÖOC reagierte umgehend und nominierte Paszek für den in Wimbledon ausgetragenen olympischen Tennis-Bewerb, womit sich das österreichische Team auf 70 Aktive erhöhte. „Der internationale Tennis-Verband anerkennt damit die Leistung von Paszek und ist natürlich auch daran interessiert, dass die besten Sportlerinnen und Sportler nach London kommen“, sagte ÖOC-Präsident Karl Stoss.

Mit dem Last-Minute-Ticket erfüllte sich für Paszek auch ein Herzenswunsch, denn bereits 2008 durfte die Vorarlbergerin nicht zu den Spielen nach Peking reisen. Damals war sie allerdings trotz eines internationalen Quotenplatzes vom ÖOC nicht nominiert worden. „Es war mein absoluter Traum, dieses Jahr bei Olympia dabei zu sein und für mein Land zu spielen“, hatte Paszek nach dem Viertelfinal-Aus in Wimbledon noch gemeint. Dieser ist nun Wirklichkeit geworden.

ITF würdigte nachgereichte Dokumente

Das „Board of Directors“ der ITF würdigte jene vom ÖTV zusätzlich nachgereichten Dokumente, die bestätigten, dass Paszek 2010 für den Fed Cup zwar zur Verfügung gestanden, aber nicht ausgewählt worden war. Auch eine eidesstattliche Erklärung von Jürgen Waber fand sich darunter, in der der Fed-Cup-Kapitän über die Rückenprobleme seines Schützlings in der zweiten Jahreshälfte 2009 Auskunft gab.

„Deshalb hat das Board festgestellt, dass Frau Paszek die zwei Erfordernisse der Bestimmung erfüllt. Dass sie in gutem Einvernehmen mit dem ÖTV steht, und dass sie für zwei Fed Cups im Olympischen Zyklus (...) zur Verfügung gestanden ist“, hieß es in einer Aussendung der ITF. Paszek werde nun jenen Platz erhalten, den die ITF ursprünglich für die Schweizerin Timea Bacsinszky vorgesehen hatte. Diese habe gegenüber dem Schweizer Olympischen Komitee ihren Verzicht erklärt.

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Publiziert am 06.07.2012