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Evans verliert an Boden

Bradley Wiggins hat mit einem souveränen Sieg auf der neunten Etappe seine Anwartschaft auf den Gesamtsieg bei der 99. Tour de France unterstrichen. Der Brite deklassierte am Montag im Zeitfahren über 41,5 km von Arc-et-Senans nach Besancon die Konkurrenz und baute den Vorsprung im Gesamtklassement Vorjahressieger Cadel Evens aus Australien auf 1:53 Minuten aus.

Wiggins gewann die Etappe vor seinem Landsmann und Teamkollegen Christopher Froome, Zeitfahr-Olympiasieger Fabian Cancellara aus der Schweiz wurde Dritter. Evans belegte zwar den für ihn sehr guten sechsten Platz, der Zeitrückstand des Australiers war aber ein Dämpfer für die Hoffnung auf eine Wiederholung des Vorjahrescoups.

Britischer Radsportler Bradley WigginsAP/Laurent CiprianiRunder Tritt: Wiggins ließ im Kampf gegen die Uhr nichts anbrennen

Zu seinem ersten Tour-Sieg wollte sich Wiggins nach der neunten von 20 Etappen aber noch nicht gratulieren lassen - selbst wenn am vorletzten Tag der Frankreich-Rundfahrt ein noch längeres Zeitfahren auf dem Programm steht, das seinen Qualitäten besonders entgegenkommt. „Das Zeitfahren ist meine große Stärke“, versicherte der Leader. „Die Opfer der letzten Monate haben sich bezahlt gemacht. Der Etappengewinn ist ein schöner Bonus.“

Froome als wichtigster Helfer

Vor Augen hat Wiggins aber nur ein großes Ziel: das Gelbe Trikot nach Paris zu bringen. Dabei wird auch sein österreichischer Teamkollege Bernhard Eisel eine Rolle spielen, der für Sky wertvolle Arbeit verrichtet. Wichtigster Helfer für Wiggins bleibt aber sein Landsmann Froome. Der Brite belegte im Zeitfahren nur 35 Sekunden hinter seinem Chef Platz zwei und schob sich auch in der Gesamtwertung hinter Evans auf den dritten Platz nach vor.

Froome betonte im Ziel einmal mehr seine Loyalität zu Wiggins. „Es ist ein weiterer großer Tag für das Team Sky“, sagte der 27-Jährige. Sollte Wiggins in den beiden ausständigen Tour-Wochen aber ein Problem haben, könnte Froome als „Joker“ für den britischen Rennstall um den Gesamtsieg fahren. Dort bleibt vorerst Evans erster Widersacher. Der Ex-Weltmeister gilt nicht als Zeitfahr-Spezialist, verlor als Sechster 1:43 Minuten auf Wiggins.

Britischer Radsportler Bradley Wiggins jubeltReuters/Stephane MaheDas Gelbe Trikot wird dem Briten nur schwer zu nehmen sein

„In der Form seines Lebens“

Am Dienstag steht in Macon der erste Ruhetag der 99. Tour-Auflage auf dem Programm. Danach bietet sich für Evans auf zwei schwierigen Alpenetappen die Chance zum Angriff. „Wir haben harte Tage hinter uns, aber auch vor uns“, meinte Wiggins. Froome liegt in der Gesamtwertung 2:07 Minuten zurück. Dahinter folgen der Italiener Vincenzo Nibali (+2:23 Min.) und der Russe Denis Mentschow (+3:02). Beide haben im Gegensatz zum dreifachen Bahn-Olympiasieger Wiggins bereits große Landesrundfahrten gewonnen.

Schon bei der vergangenen Vuelta hatten sich Froome und Wiggins nur dem Spanier Juan Jose Cobo geschlagen geben müssen. In dieser Saison gewann Wiggins unter anderem bereits Paris-Nizza, die Tour de Romandie und die Dauphine-Rundfahrt. „Ich habe das Gefühl, er ist in der Form seines Lebens“, sagte Sky-Sportdirektor Sean Yates. In dieser ließ Wiggins im Kampf gegen die Uhr nicht einmal Spezialist Cancellara eine Chance. Der Schweizer Zeitfahr-Olympiasieger verlor als Dritter bereits 57 Sekunden.

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Publiziert am 10.07.2012