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„Bin noch nicht gesättigt“

Michael Schumacher hat auch mit 43 Jahren noch nicht genug von der Formel 1. „Ich bin noch nicht gesättigt“, sagte der deutsche Rekordweltmeister am Mittwoch dem Magazin „Sport Bild“ in einem Interview und deutete damit eine bevorstehende Verlängerung seines heuer auslaufenden Vertrages an.

Die Begründung schob der Mercedes-Pilot eineinhalb Wochen vor seinem Heimrennen auf dem Hockenheimring gleich hinterher: „Dafür habe ich noch zu wenig erreicht im zweiten Teil.“ Schumacher wartet weiterhin auf den ersten Sieg seit seiner Formel-1-Rückkehr im Jahr 2010. Der 91. und bis dato letzte Grand-Prix-Erfolg gelang ihm am 1. Oktober 2006 mit Ferrari in China. Am Ende der damaligen Saison hörte er auf - nach sieben WM-Titeln.

Nach einer dreijährigen Pause folgte dann das Comeback für Mercedes. Erst heuer im Juni gelang Schumacher mit Rang drei in Valencia die Rückkehr auf das Podium. Dass ihm das nicht reicht, machte der Deutsche noch einmal deutlich: „Meine Gedanken waren erst ‚Ja, geschafft‘ und dann: ‚Eigentlich willst du aber noch eine Stufe höher stehen.‘“ Oder eigentlich zwei, denn das Ziel ist und bleibt der 92. Sieg.

Schumacher bleibt gelassen

Vorerst will er sich jedenfalls nicht drängen lassen. Dass sein Arbeitgeber Mercedes vor dem Rennen am vergangenen Sonntag in Silverstone die Dauerdebatte über das Karriereende erneut angeheizt hatte, hat ihn vielleicht irritiert, aber nicht aus der Reserve gelockt. „Ich glaube nicht, dass ich jemals über die Zeit gesprochen habe“, entgegnete er zuletzt kühl auf Fragen nach einem Termin für seinen Entschluss. Schumachers Dreijahresvertrag endet nach dieser Saison, seine Vorstellung in Valencia hat die Situation aber erneut verändert.

Michael Schumacher beim GP von Europa

GEPA/XPB Images/Batchelor

Beim GP von Europa in Valencia zeigte Schumacher seine ganze Klasse

„Michael kann es noch“

Zahlreiche Pannen, Pech und einige ungewohnte Fehler hatten zuvor zu hartnäckigen Diskussionen geführt, ob Schumachers Comeback nicht doch ein großes Missverständnis war. Doch mit Platz eins in der Qualifikation von Monaco und dem ersten Podiumsrang seit fast sechs Jahren in Valencia hat der Routinier seinen Kritikern die richtige Antwort gegeben.

„Das war ein guter Tag für ihn und die Formel 1. Ich habe mich für ihn gefreut“, fand auch Weltmeister Sebastian Vettel anerkennende Worte. „Es ist gut, dass einige jetzt den Mund halten, wenn es um Michael geht. Er hat die Kritik der vergangenen zwei Jahre nicht verdient“, fügte der Red-Bull-Pilot hinzu und versicherte: „Michael kann es noch.“ Das sieht auch Mercedes-Teamchef Ross Brawn nicht anders. „Von den drei Jahren, die er bei uns ist, fährt er in dieser Saison am besten“, befand der Brite. Brawn war an allen sieben WM-Titeln Schumachers maßgeblich beteiligt und würde ihn wohl gern über diese Saison hinaus im Silberpfeil sehen.

„Habe nie vom Sommer geredet“

Vielleicht ging der Stratege deshalb zuletzt in die Offensive und verkündete: „Wir treffen die Entscheidung im Sommer.“ Genauer: Sechs Wochen gab Brawn Schumacher Zeit. Dabei hatte der 91-fache Grand-Prix-Sieger ein paar Tage vorher betont: „Ich habe nie vom Sommer geredet.“

Der Poker spitzt sich zu. Und Schumacher hat die besseren Karten. Er allein hat angeblich die Option, seinen Vertrag zu verlängern. Bis zu welchem Datum er sich erklären muss, ist unbekannt. „An einer öffentlichen Diskussion über Zeitabläufe, Hintergründe oder Tendenzen werden wir uns nicht beteiligen“, ließ seine Managerin Sabine Kehm wissen. Offenbar hat Schumacher aber noch keine Lust, endgültig Abschied aus dem Cockpit zu nehmen.

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