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Gericht sieht kein strafbares Vergehen
In dem Prozess, der fünf Tage dauerte, sei klargeworden, dass Terry kein Rassist ist, erklärte der Richter. Er verstehe, dass der Spieler das betont haben wolle, da sein Ruf auf dem Spiel stehe. Terry nahm das Urteil mit einem Kopfnicken entgegen und verließ anschließend schnellen Schrittes und ohne Kommentar das Gericht - Video dazu in iptv.ORF.at
Im Zuge der Auseinandersetzung um das mögliche Vergehen hatte Terry seinen Posten als Kapitän der englischen Nationalmannschaft für die EM in Polen und der Ukraine verloren. Teamchef Fabio Capello begründete seinen Rücktritt im Februar damit, dass er mit dieser Entscheidung nicht einverstanden war.
APA/EPA/Facundo ArrizabalagaTerry (mi.) konnte das Gerichtsgebäude erhobenen Hauptes verlassenSarkastische Bemerkung als Antwort?
Es bestehe zwar kein Zweifel daran, dass Terry die fragliche Beleidigung ausgesprochen hat, sagte der Richter zum Abschluss der Verhandlung. Terry habe das selbst zugegeben. Der Verteidiger hatte aber erklärt, er habe die rassistische Beschimpfung wiederholt, nachdem Ferdinand sie selber gesagt hatte - in Form einer sarkastischen Frage im Sinne von „Behauptest du, ich hätte das gerade zu dir gesagt?“. Daher sei sie nicht beleidigend gemeint gewesen. Terrys Teamkollege Ashley Cole hatte das als Zeuge bestätigt.
Trotz aller Hilfe durch Video- und Tonaufnahmen, Zeugen und Lippenleser sei es unmöglich, festzustellen, was genau sich Terry und Ferdinand in ihrem Streit an den Kopf geworfen hätten, erklärte der Richter. Da es Zweifel gebe, entscheide das Gericht sich für nicht schuldig. Die Staatsanwaltschaft verteidigte ihre Entscheidung, den Fall vor Gericht zu bringen. „Es ging hier um sehr ernsthafte Anschuldigungen und rassistische Beleidigungen“, sagte Londons oberste Staatsanwältin Alison Saunders. Jetzt sei Recht gesprochen, und man akzeptiere die Entscheidung des Gerichts.
Meinungsänderung durch Video
Terry hätte im Fall eines Schuldspruchs eine Geldstrafe von maximal 2.500 Pfund (rund 3.000 Euro) zahlen müssen, weitere mögliche Sanktionen durch den Verband wären nicht auszuschließen gewesen. Der Prozess hatte ursprünglich schon im Februar beginnen sollen. Unter anderem wegen der Europameisterschaft war er aber nach hinten verschoben worden. Ferdinand hatte erklärt, die Beschimpfungen Terrys hätten ihn „sehr verletzt“. Er hatte aber auch zugegeben, auf dem Feld und kurz danach nicht realisiert zu haben, was Terry gesagt hatte. Später habe seine Ex-Freundin ihm aber ein YouTube-Video davon gezeigt.
Die Spieler hatten sich um eine Elfmeterforderung gestritten. Ferdinand hatte Terry dann eine Affäre mit einer Ex-Freundin seines Teamkollegen Wayne Bridge vorgeworfen. Die beiden hatten sich nach dem Spiel kurz ausgesprochen und darauf geeinigt, es seien keine rassistischen Beleidigungen gefallen. Später sah Ferdinand das Video und änderte seine Meinung.
Der Fall war auf der Insel von großem Medieninteresse begleitet worden, nachdem rassistische Ausfälle schon öfter für Schlagzeilen gesorgt hatten. Liverpool-Spieler Luis Suarez war wegen eines Zwischenfalls mit Patrice Evra von Manchester United vergangenes Jahr für acht Spiele gesperrt worden.
Link:
- John Terry (Wikipedia)
Publiziert am 13.07.2012