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Rangers-Rettung wohl vom Tisch
Der schottische Verbandschef Stewart Regan regte deshalb eine Strukturreform mit der Gründung einer komplett neuen Leistungsstufe an, die als „SPL2“ bezeichnet wurde. Der Plan sah vor, die Rangers in diese Liga einzuladen und anderen Clubs finanzielle Anreize zu bieten, um die SFL zu verlassen. Diese Idee wurde allerdings am Montag bei einem Meeting der schottischen Premier League nicht umgesetzt. Stattdessen wurde beschlossen, dass der FC Dundee als Vizemeister der „First Division“ in der nächsten Saison die Rangers in der obersten Spielklasse ersetzen wird.
Clubs in ihrer Existenz bedroht
Hintergrund der Maßnahme, die „SP2“ zu gründen, ist die Angst des schottischen Verbandes vor einem finanziellen Desaster, wenn die Rangers in der nächsten Saison gegen Teams wie Peterhead oder Annan Athletic antreten. Die TV-Stationen Sky und ESPN stehen in diesem Sommer davor, einen neuen Fünfjahresvertrag über 100 Millionen Euro zu unterzeichnen. Der aktuelle Kontrakt, der knapp 16 Millionen pro Jahr einbringt, läuft nach der nächsten Saison aus.
Reuters/David MoirOhne das „Old Firm“ verliert die Premier League für die TV-Stationen an ReizAlle Verträge haben aber eine Ausstiegsklausel sollte eines der „Old Firm“-Teams, also die Rangers und Celtic Glasgow, nicht dabei sein. Die finanziellen Einbußen daraus und in weiterer Folge der mögliche Absprung potenter Sponsoren wäre fatal. Einige SPL-Clubs sehen sich deswegen sogar in ihrer Existenz bedroht. So warnte etwa St.-Mirren-Clubchef Stewart Gilmour vor „katastrophalen“ Konsequenzen für sein Team. Laut Motherwell-Manager Stuart McCall lässt die aktuelle Situation auch keine Hoffnung auf Transfers zu.
Uneinigkeit als Gefahr
Das Problem in der Umsetzung des ambitionierten Plans, die Rangers doch noch in eine höhere Liga zu hieven, lag allerdings in der Uneinigkeit der Clubs. So haben etwa Hearts of Midlothian und Dundee United bereits im Vorfeld abgelehnt, die Relegation der Rangers rückgängig zu machen. „Der Verein wird keinen Vorschlag zur Gründung der SPL2 oder irgendeinen anderen Weg unterstützen, der die Rangers zurück in die SPL bringt“, ließ Dundee in einem Statement verlautbaren.
Auch Hearts-Manager David Southern zeigte sich nicht gesprächsbereit. „Wir planen nicht, noch einmal darauf zurückzukommen. Die Rangers werden, so wie es entschieden wurde, die nächsten Saison in der vierten Liga spielen. So ist der Stand der Dinge, und wir erwarten nicht, dass sich daran etwas ändern wird“, gab sich Southern unversöhnlich.
Hohe Funktionäre in der Kritik
Bereits im August 2006 war vom damaligen SPL-Vorsitzenden Lex Gold die Gründung einer „SPL2“ vorgeschlagen worden. Schon damals war dieses Ansinnen allerdings umstritten, da die Vereine harte Auflagen wie Vollprofitum oder reines Sitzplatzstadion mit mindestens 3.000 Plätzen zu erfüllen hätten. Diesmal stehen SPL-Boss Neil Doncaster und Regan in der Kritik.
Dem Duo wird etwa vom Verein Queen of the South, der als einer der wenigen Clubs für die Versetzung der Rangers in die zweite Liga gestimmt hat, mangelnde Führungsqualität vorgeworfen. „Der Dialog war immer negativ und konzentrierte sich darauf, lieber Ängste zu schüren statt eine Lösung zu finden, die alle Clubs und Fans unterstützt hätten“, lautete der Vorwurf.
Tatsächlich dürfte Regan, der vor der Entscheidung der SFL-Clubs bei einem negativen Votum für die Rangers vor einem „langsamen, schleichenden Tod“ des Fußballs in Schottland gewarnt hatte, die Kraft des demokratischen Prozesses unterschätzt haben. „Jetzt gibt es unvermeidliche und ernste Konsequenzen für Schottland. Alle Clubs müssen nun mit dem Nachspiel dieser Entscheidung leben. Schottlands Fußball steht auf einem Scheideweg in Bezug auf Neuaufbau und finanzieller Aufteilung“, ist sich Inverness-Boss Kenny Cameron sicher.
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Publiziert am 18.07.2012