Themenüberblick
Rangnicks Kabinenpredigt brachte nichts
Dass auch vom großspurig angekündigten „Weg der Jugend“ nichts zu sehen und Martin Hinteregger der einzige Youngster in der Startelf war, ließ den blamablen Ausflug nach Luxemburg noch düsterer erscheinen. Eine Kabinenpredigt vom neuen Red-Bull-Sportdirektor Ralf Rangnick zur Pause und harte Worte des Neo-Trainers Roger Schmidt offenbarten nach der schlimmsten „Bullen“-Pleite seit dem 0:1 gegen HB 1904 Torshavn (Färöer-Meister im CL-Quali-Auswärtsspiel), dass man vor dem Rückspiel am Dienstag in Salzburg schwer unter Druck steht.
GEPA/Felix RoittnerMendes da Silva ging mit seinen Kollegen schwer zu BodenNichts umgesetzt, aber Ausrutscherserie fortgesetzt
„Diese Leistung war völlig inakzeptabel“, brachte es Schmidt nach dem fast schon erlösenden Schlusspfiff auf den Punkt. „Düdelingen hat sich diesen Sieg absolut verdient. Das einzig Positive ist, dass es erst das Hinspiel war.“ Zu diesem Zeitpunkt war sein deutscher Landsmann Rangnick schon wieder mit dem Auto in Richtung Salzburg abgerauscht. Wie schon zur Halbzeit werden sich die hochbezahlten Red-Bull-Profis von ihm aber noch einiges anhören müssen. „Wir konnten nichts von dem umsetzten, was besprochen war“, hatte Rangnick kurz analysiert.
GEPA/Felix RoittnerEin selten dummer Ausschluss von Soriano war das berühmte i-TüpfelchenDabei hätte man gewarnt sein müssen, haben Salzburger Blamagen im Europacup in der Red-Bull-Ära doch bereits Tradition. 2008 unterlag man unter Co Adriaanse bei FK Marijampole (Litauen) in der UEFA-Cup-Quali zu Hause mit 0:1. Nach dem 4:1-Auswärtssieg stieg man dennoch auf. 2009 mussten sich die „Bullen“ unter Huub Stevens in der CL-Quali gegen Bohemians Dublin mit einem 1:1 begnügen. Ein glücklicher 1:0-Auswärtserfolg in Irland brachte die Salzburger eine Runde weiter, wo sie von Maccabi Haifa auswärts 0:3 gedemütigt werden.
„Aufbäumen hat gefehlt“
Die Pleite auf dem Färöern im Jahr 2010 wurde bereits erwähnt. Sollten die mit dem Ziel, endlich die Gruppenphase zu erreichen, angetretenen Salzburger gegen Düdelingen wirklich ausscheiden, würde das alles aber in den Schatten gestellt werden. „Das Rückspiel wird kein Selbstläufer“, warnte Schmidt schon unmittelbar auch dem peinlichen Auftakt. „Wir haben zu viele einfache Fehler gemacht. Auch das Aufbäumen hat gefehlt“, übte der Coach harte Kritik an seinen Spielern. „Es gibt an diesem Spiel nichts zu beschönigen.“
APA/EXPA/Eibner/MajerusRoger Schmidt und Ralf Rangnick wähnten sich in Düdelingen im falschen FilmSvento, der mit Verdacht auf Kreuzbandriss nach nur fünf Minuten vom Feld getragen wurde, wird Schmidt im Rückspiel ebenso fehlen wie der nun gesperrte Soriano. Vielleicht bringt er dann ja doch den einen oder anderen jungen Spieler in die Mannschaft. Dass der Schwede Rasmus Lindgren, den der Neo-Trainer in der 74. Minute einwechselte, nur Augenblicke später den folgenschweren Fehler vor dem 0:1 machte, passte zu einem völlig verpatzten Abend. „Ich habe dieses Gesicht der Mannschaft noch nicht gekannt“, musste Schmidt eingestehen.
Links:
Publiziert am 18.07.2012