Schleck beantragt Öffnung der B-Probe
Nachdem in einer am vergangenen Samstag abgegebenen Probe von Fränk Schleck das Diuretikum Xipamid gefunden worden war, hat der von seinem Team RadioShack aus der Tour genommene Luxemburger nun die Öffnung der B-Probe beantragt. Xipamid kann zur Verschleierung von Dopingmitteln dienen.
„Ich bin aus allen Wolken gefallen“, wurde Schleck in der Onlineausgabe der Zeitung „Luxemburger Wort“ zitiert. Laut „Luxemburger Tageblatt“ erstattete er Anzeige gegen unbekannt, da ihm etwas untergeschoben worden sein soll. „Bei meinem Leben und bei meiner Familie bin ich sicher, dass er nichts genommen hat“, sagte Andy Schleck, der Tour-Sieger 2010 und jüngere Bruder des Verdächtigten, der Zeitung „Le Parisien“.
Freiwillig aufs Polizeirevier
Fränk Schleck soll freiwillig auf ein Polizeirevier gegangen sein, möglicherweise um einer Verhaftung zu entgehen. Er wurde auch von Ermittlern der Sonderheit OCLAESP - der in Frankreich auch für Doping zuständigen Behörde für die öffentliche Gesundheit - verhört, wie die französische Nachrichtenagentur AFP meldete. Mindestens bis zur Analyse der B-Probe gilt Schleck als unschuldig. Dennoch wurde er unverzüglich aus der Tour genommen, um die Fortführung der Rundfahrt „in Ruhe“ zu gewährleisten.
Schleck steht nicht zum ersten Mal unter Dopingverdacht. Der Luxemburger musste 2008 nach einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung“ zugeben, dem spanischen Dopingarzt Eufemiano Fuentes Geld überwiesen zu haben. Weil ihm die Luxemburger Anti-Doping-Agentur glaubte, dass er den Skandalmediziner nur für Trainingspläne und nicht für Doping bezahlt hatte, wurde er nicht gesperrt.
Publiziert am 18.07.2012