Gute Reaktion auf Düdelingen-Schmach
Red Bull Salzburg hat die Mission Titelverteidigung in der tipp3-Bundesliga mit einem Sieg gestartet. Der amtierende Meister und Cupsieger setzte sich am Samstag bei Sturm Graz dank eines Blitzstarts mit 2:0 durch. Vier Tage nach dem 0:1 in der Champions-League-Quali gegen F91 Düdelingen zeigten die Salzburger ein anderes Gesicht, die Tore erzielte der spanische Stürmer Jonathan Soriano (11., 22.).
Sturm enttäuschte zum Saisonstart auf der ganzen Linie. Die Grazer schafften trotz einer Gelb-Roten Karte für den Salzburger Stefan Ilsanker (56.) nicht mehr die Wende. „Das Einzige, das wir machen können, ist, eine ansprechende Reaktion zu zeigen“, hatte auf der anderen Seite Salzburgs Neo-Trainer Roger Schmidt schon nach der Düdelingen-Blamage und vor dem Liga-Auftakt gemeint. Auch Schmidt hatte eine Reaktion gezeigt - in Form einer stark veränderten Startaufstellung.

GEPA/Philipp Brem
Jonathan Soriano (rechts) brachte Salzburg früh auf die Siegerstraße
Umstellungen zeigten Wirkung
Im Vergleich zur Partie in Luxemburg kamen Franz Schiemer, Ilsanker, Stefan Hierländer, Georg Teigl, Jakob Jantscher und Soriano zum Zug. Nicht dabei waren neben dem schwer verletzten Dusan Svento (Kreuzbandriss) auch Ibrahim Sekagya, Christoph Leitgeb, Gonzalo Zarate, Cristiano da Silva und Stefan Maierhofer. Die Umstellungen zeigten sehr rasch und mehr als deutlich Wirkung. Salzburg startete überfallsartig und erwischte die auf dem tiefen Boden umherirrenden Grazer auf dem falschen Fuß.
Hierländer (2.), David Mendes (2.) und Martin Hinteregger (3., 5.) vergaben in der starken Anfangsphase die ersten Topchancen der Salzburger. In der elften Minute gelang den aktiven und lauffreudigen Gästen dann folgerichtig die Führung. Nach Lochpass von Hierländer enteilte Soriano der in den ersten Minuten völlig indisponierten Sturm-Abwehr und ließ Christian Gratzei keine Chance. Der zum ersten Tor der neuen Saison führende Konter wurde allerdings mit einer handsverdächtigen Balleroberung von Andreas Ulmer eingeleitet.
Sturm auch in Überzahl zu harmlos
Beim zweiten Treffer fing Teigl einen leichtsinnigen Fehlpass von Nikola Vujadinovic ab. Teigls perfekt getimte Flanke von der rechten Seite drückte Soriano aus kurzer Distanz problemlos zum 2:0 über die Linie (22.). Im Gegensatz zur wackeligen Defensive präsentierte sich die Offensive der Grazer durchaus konkurrenzfähig. Der agile Neuzugang Richard Sukuta-Pasu vergab jedoch zwei gute Möglichkeiten (13., 29.). Nach dem Anfangsfurioso ließ es Salzburg mit der sicheren Führung im Rücken deutlich ruhiger angehen.

APA/Markus Leodolter
Roger Schmidt hatte diesmal Grund zum Jubeln
Sturm konnte den Salzburgern auch nach Gelb-Rot für Ilsanker (56.) lange nicht entscheidend zusetzen. Erst in der 76. Minute fand Imre Szabics die Chance auf den Anschlusstreffer vor, der Ungar setzte aber einen Kopfball aus fünf Metern neben das Tor. Auch Jürgen Säumel scheiterte beim Abschluss (88.). Am Dienstag müssen die Salzburger daheim gegen Düdelingen ein 0:1 aufholen und die totale Blamage eines Scheiterns gegen die Luxemburger verhindern. Bitter für die „Bullen“, dass Doppeltorschütze Soriano gesperrt ist.
Stimmen zum Spiel:
Roger Schmidt (Salzburg-Trainer): „Es war eine tolle Kulisse. Besser kann man sich einen Auftakt kaum wünschen. Wir haben ein gutes Spiel abgeliefert, besonders in der Anfangsphase. Nach Gelb-Rot sind wir 35 Minuten sehr gut gestanden. Soriano ist sehr kaltschnäuzig vor dem Tor.“
Peter Hyballa (Sturm-Trainer): „Die ersten 20 Minuten haben wir verschlafen. Beim 0:1 sind wir zu früh auf den Ball gegangen, beim 0:2 waren ein Stellungsfehler und ein Fehlpass entscheidend. Nach dem 0:2 sind wir immer besser ins Spiel gekommen. Wäre uns das 1:2 gelungen, wären wir sicher noch herangekommen.“
Tipp3-Bundesliga, 1. Runde
Samstag:
Sturm Graz - Salzburg 0:2 (0:2)
UPC Arena, 13.085 Zuschauer, SR Drachta
Torfolge:
0:1 Soriano (11.)
0:2 Soriano (22.)
Sturm: Gratzei - Ehrenreich (75./Schloffer), Vujadinovic, Madl, Klem - Weber (68./Kröpfl), Säumel, Bodul, Bukva (61./Okotie) - Sukuta-Pasu, Szabics
Salzburg: Walke - Schwegler, Hinteregger, Schiemer (46./Douglas), Ulmer - Mendes, Ilsanker - Hierländer (77./Leitgeb), Teigl, Jantscher (61./Sekagya) - Soriano
Gelb-Rote Karte: Ilsanker (56./wiederholtes Foulspiel)
Gelbe Karten: Säumel, Weber bzw. Schiemer, Ulmer
Die Besten: Sukuta-Pasu bzw. Hinteregger, Teigl, Soriano
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