Israel befürchtet iranischen Anschlag auf Athleten

Vier Jahrzehnte nach der Tragödie von München fürchtet Israel auch bei den Olympischen Spielen in London um die Sicherheit seiner Sportler. Wie die Londoner Zeitung „Sunday Times“ berichtete, hat Israel aus Angst vor einem iranischen Anschlag die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt. Die israelische Regierung habe Agenten des Inlandsgeheimdienstes Shin Bet nach London geschickt, um die Mitglieder der Olympiadelegation zu schützen.

Auch der berüchtigte israelische Geheimdienst Mossad sei aktiv geworden. Ein Mossad-Team suche in Europa nach einer Terrorgruppe, die mit dem Iran und der libanesischen Hisbollah zusammenarbeite. Wie die britische Zeitung unter Berufung auf Sicherheitsexperten berichtete, habe eine Sondereinheit der iranischen Revolutionsgarden zahlreiche zum Islam übergetretene Europäer rekrutiert, darunter zwei Deutsche, einen Schweden und zwei Briten.

Israel beschuldigt den Iran, hinter dem Anschlag auf israelische Touristen im bulgarischen Ferienort Burgas am vergangenen Mittwoch zu stehen. Bei dem Anschlag, der angeblich die Handschrift der Hisbollah trug, kamen sechs Urlauber ums Leben. In Jerusalem wird befürchtet, dass nun auch israelische Olympioniken ins Visier von Terroristen geraten könnten. Bei den Olympischen Spielen in München im Jahr 1972 waren elf israelische Olympiateilnehmer von palästinensischen Terroristen erschossen worden.

Publiziert am 22.07.2012