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„Höchste Zeit“ für österreichischen Erfolg

Wegen der Olympischen Spiele gehen die 22. Austrian-Golf-Open bereits von Mittwoch bis Samstag über die Bühne. Schauplatz ist zum dritten Mal in Folge der Diamond Country Club (DCC) in Atzenbrugg bei Tulln, das Turnier findet erstmals im Hochsommer statt.

Das Preisgeld der „Lyoness Open powered by Greenfinity“ ist trotz des neuen Hauptsponsors bei einer Million Euro geblieben. Mit Lokalmatador Bernd Wiesberger, dem Dänen Thorbjörn Olesen und dem russischen Ex-Tennisstar Jewgeni Kafelnikow sind absolute Zugnummern am Start.

Seit die Austrian Open 2006 auf die Europa-Tour zurückgekehrt sind, haben sie viermal im Fontana GC und zweimal in Atzenbrugg und dabei jeweils im Juni oder September stattgefunden. Der neue Termin ist heuer wegen Olympia und des Formel-1-Grand-Prix in Budapest etwas ungünstig, in den kommenden Jahren soll Österreichs höchstdotierter wiederkehrender Einzelsportevent aber davon profitieren. Zumindest konnte wegen der langen Sommertage das Starterfeld vergrößert werden, was mehr Sport und Unterhaltung auch für die Zuschauer bringt.

Wiesberger heimischer Hoffnungsträger

Ob 2012 noch mehr Fans als im Vorjahr - da kamen dank John Daly und Co. an die 20.000 - den Weg ins Tullnerfeld finden, liegt vor allem an den Leistungen der Österreicher. Und diese waren zuletzt äußerst erfreulich. „Hausherr“ Markus Brier hat jüngst zwar sechs Cuts in Folge verpasst, und Martin Wiegele fehlt diesmal nach zwei Hüftoperationen, dafür hat Wiesberger mit seinem Sieg in Südkorea für Furore gesorgt.

Golfer Bernd WiesbergerAPA/Herbert PfarrhoferWiesberger könnte nach sechs Jahren wieder für einen Heimsieg sorgen

Der Vorjahresfünfte hat gute Chancen, als erster Österreicher nach Brier (2002, 2004 und 2006) die heimischen Open zu gewinnen. Die letztwöchige Pause wegen der verpassten British-Open-Qualifikation nutzte der 26-jährige Burgenländer für eine Proberunde in Atzenbrugg. „Nach dem vielen Regen sind die Grüns etwas weich und die Roughs fett. Aber das ist für mich als Longhitter kein Nachteil“, gab sich Wiesberger zuversichtlich und versprach „offensives Golf“.

Auch Brier hat den Platz unmittelbar vor dem Turnier nochmals getestet. „Für den jüngsten Regen ist er in einem Weltklassezustand“, befand der Routinier und legte die Latte vor allem für seine Landsleute hoch. „Heuer sind viele Österreicher dabei, das ist eine gute Chance, dass auch einer gewinnt. Es ist höchste Zeit, dass das wieder passiert“, forderte der 43-jährige Wiener.

Junge Amateure im Blickpunkt

Für Aufsehen haben zuletzt auch Österreichs Amateure gesorgt. Neben den zwölf Pros aus Österreich sind gleich sieben ÖGV-Amateure in Atzenbrugg am Start. Darunter neben dem gerade von den British Open zurückgekehrten Europameister Manuel Trappel („Eine coole Woche“) auch Jungstar Matthias Schwab (17), dessen jüngerer Bruder Johannes heuer ebenfalls mit von der Partie ist statt ihm wie im Vorjahr als Caddie zu gehen.

Johannes Schwab ist mit 16 Jahren der jüngste Open-Teilnehmer und kommt als frisch gebackener U16-Meister zu seinem ersten PGA-Event. „Dass wir beide auf der Tour spielen können, ist natürlich super“, freute sich Bruder Matthias. Der Steirer hat in den vergangenen zwei Jahren den Cut geschafft und dabei jeweils für Furore gesorgt. Dennoch will er „noch besser spielen als zuletzt“. Matthias Schwab bekommt zudem Gelegenheit zur Revanche für die knappe Niederlage bei den British Amateurs gegen den Nordiren Alan Dunbar.

Russischer Ex-Tennisspieler Jewgeni KafelnikowAPA/EPA/Andrew KravchenkoJewgeni Kafelnikow zählt nicht zum engeren Kreis der Siegesanwärter

Kafelnikow und Brier als Frühaufsteher

Aus internationaler Sicht hat man 2012 auf alternde Golfstars verzichtet, dafür dem ehemaligen Tennis-Weltranglistenersten Kafelnikow eine Einladung gegeben. Der zweifache Grand-Slam-Sieger aus Russland ist ein fanatischer Golfer, er muss am Mittwoch allerdings schon um 7.50 Uhr loslegen.

20 Minuten später startet der Vormittags-Topflight des ersten Tages mit Brier und den Spaniern Jose Manuel Lara und Pablo Larrazabal. Das attraktivste Nachmittagstrio bilden Wiesberger, Titelverteidiger Kenneth Ferrie aus England und Olesen, der als einer der heißesten Spieler auf der Tour gehandelt wird. Der 22-jährige Däne hat heuer in Sizilien sein erstes Europa-Turnier gewonnen und ist vergangene Woche bei den British Open Neunter geworden.

Der DCC bietet den Zuschauern heuer noch mehr Unterhaltung und Rahmenprogramm. Die große Sorge der Veranstalter galt trotz des Hochsommertermins dem Wetter. Herrschte am Dienstag beim ProAM noch strahlender Sonnenschein, sind am Mittwoch und Donnerstag Gewitter möglich. Nach jahrelangem und aufwendigem Um- und Ausbau der Par-72-Anlage, die früher oft Überschwemmungen ausgesetzt war, fühlt man sich nun aber auch in dieser Hinsicht gerüstet.

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Publiziert am 24.07.2012