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Toller Ausblick, Pizza und Garnelenspieß

Olympiastadion, London Eye, „Gurke“ und „Scherbe“ - Österreichs Olympiateilnehmern bietet sich von den Balkonen der Appartements in den Stockwerken sechs, sieben und acht im Block D des Athletendorfes ein grandioser Blick auf die neuen Wahrzeichen. Auch das Innenleben der Wohnungen kann sich sehen lassen. Zweckmäßig eingerichtet bieten sie den Luxus eines Fernsehers und drahtloser Internetverbindung, zur Freude von Clemens Doppler und Co.

„Ich kann mich nicht beschweren, dass mir das Bett zu klein ist“, sagte Badmintonspieler Michael Lahnsteiner, 1,74 m groß, und blickte hinauf zu Zweimetermann Doppler. Das Beachvolleyball-Ass las im Vorfeld der Sommerspiele Berichte über zu kurze Schlafstätten. Als er jedoch sein Zimmer betrat, war das Problem bereits gelöst. „Da war ein Zusatz mit Matratze montiert“, erzählte Doppler, der am Montag wie Spielpartner Alexander Horst, die Kolleginnen Doris und Stefanie Schwaiger, die Badminton-Spieler Lahnsteiner und Simone Prutsch, Radprofi Bernhard Eisel sowie Turnerin Barbara Gasser angereist war.

Im Food Court mit den Stars

Am Dienstag trafen die Tennisspieler Jürgen Melzer, Tamira Paszek und Alexander Peya sowie die Schwimmer David Brandl, Nina Dittrich, Florian Janistyn, Dinko Jukic, Birgit Koschischek, Hunor Mate, Christian Scherübl, Jördis Steinegger und Lisa Zaiser ein. Die Vorhut hatte am Sonntag Turner Fabian Leimlehner gebildet. Er ist Zimmerkollege von Lahnsteiner. „Wir kannten uns schon, das passt sehr gut“, meinte Lahnsteiner, dem die Speisehalle im Dorf gefällt. „Der Food Court ist super, da bekommst du alles. Einzigartig, dass du hier die internationalen Superstars triffst. Die brasilianischen Fußballer habe ich schon gesehen. Schön wäre, wenn ich Roger Federer treffen würde.“

Clemens Doppler (Beach-Volleyball) und Alexander Horst (Beach-Volleyball) auf dem Balkon ihres ZimmersAPA/Helmut FohringerClemens Doppler kann sich in seinem Bett fast ausstrecken

Die Schwaiger-Schwestern testen gerne kulinarische Neuheiten und griffen Montagabend bei den afrikanischen Speisen zu und waren auch von den Süßkartoffeln begeistert. „1a ist die Kraftkammer“, meinte Doris. „Ich weiß ja schon von Peking, wie ein Olympisches Dorf aussieht und dass es riesig ist. Aber dann kommst her und denkst dir: Was, so riesig?“, beschrieb Stefanie ihre Eindrücke nach dem ersten Rundgang. „Wenn man im Dorf ankommt, kommen die Emotionen. Und dann wird einem erst bewusst, dass man bei Olympia ist“, erzählte Debütantin Prutsch. Auch sie steht gerne auf dem Balkon und genießt die Eindrücke.

„Etwas klein und zweckdienlich. Ein Bett, ein Kasten“, fasste Horst zusammen, was die vorwiegend Doppel-Zimmer zu bieten haben. Auffallend sind die Bettbezüge mit den Motiven der olympischen Sportarten und dem London-2012-Schriftzug. Für all jene, die bereits vor vier Jahren in Peking dabei waren, hält das Dorf nicht viele Überraschungen bereit. Eine Hochhauswohnsiedlung mit Grünzonen, die allen Athleten zugänglichen Einrichtungen wie Restaurants, Kino, Supermarkt, Bank, Post, Internet-Cafes, Krankenhaus und Fitnesscenter lassen aber keine Wünsche offen.

Bewohner aus 204 Nationen

„Wie wir heute gesehen haben, kannst du auch Pizza und Garnelenspieß zum Frühstück haben“, meinte Doppler. Er stellt sich da lieber auf einen Kaffee bei einer Filiale von einem der Hauptsponsoren an. In der Nähe des Österreich-Quartiers befinden sich Spielhalle (Doppler: „Da kann es abends schon mal laut sein“) und Zeremonienplatz, auf dem nicht nur die Willkommensfeiern für die Delegationen der Nationen stattfinden, sondern auch Künstler ihr Können darbieten.

Clemens Doppler (Beach-Volleyball) und Alexander Horst (Beach-Volleyball) auf dem Balkon ihres ZimmersAPA/Helmut Fohringer/Simone Prutsch und Michael Lahnsteiner dürfen sich sicher fühlen

Wo die Österreicher wohnen, ist klar ersichtlich, denn auf allen Balkonen sind Fahnen angebracht und geben dem 70-köpfigen Team Stärke. Wer die Nachbarländer sind? „Syrien und Irland. Wir sind ein politisch brisantes Haus“, meinte Doppler. Im Dorf leben die Teilnehmer aus 204 Nationen friedlich miteinander. Die Harmonie soll ungestört bleiben. Ein meterhoher Zaun, engmaschige Bewachung und ein ausgeklügeltes Sicherheitssystem schützen vor unerwünschten Eindringlingen.

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Publiziert am 25.07.2012