Themenüberblick
Skurriles Finish
In der skurrilen Schlussphase gingen zunächst die Serben durch Tore von Aboubakar Oumarou (75.) und Milan Bojovic (94.) 2:0 in Führung, ehe den Gästen mit der letzten Aktion des Spiels, einem abgefälschten Freistoß durch Deni Alar, noch glücklich der wichtige Auswärtstreffer gelang (96.). Aber auch Novi Sad profitierte von Schnitzern des Gegners.
APA/Georg HochmuthBei Rapid lief am Donnerstag viel falsch, zur Freude von Novi SadRapid-Geschenke an Novi Sad
So war das 2:0 durch die Serben äußerst kurios. Rapid-Goalie Lukas Königshofer warf sich den Ball beim Abstoß zu weit nach vorne, Bojovic direkt vor die Füße, der gleich abzog und den verdutzten Königshofer überraschte.
Rapid-Kapitän Steffen Hofmann schoss zudem in der 82. Minute einen Foul-Elfmeter an die rechte Stange. In der ersten Hälfte hatte der Deutsche auch bei einem Lattenpendler Pech. Das Rückspiel findet am 9. August im Wiener Hanappi-Stadion statt. Der Aufsteiger steht im Play-off.
Hütteldorfer finden langsam ins Spiel
Die Serben starteten angriffslustig in die Partie, Rapid leistete sich hingegen zahlreiche Fehler im Spielaufbau. Mario Sonnleitner entschärfte einen gefährlichen Querpass von Almami Moreira (3.), ein Schuss von Oumarou streifte hauchdünn am Rapid-Tor vorbei (5.). Die Wiener überstanden die heikle Anfangsphase unbeschadet und machten sich selbst durch einen Freistoß von Hofmann erstmals bemerkbar (18.).
Der Kapitän sorgte damit für die Initialzündung, Hofmann und Kollegen wurden immer ballsicherer und selbstbewusster. Nach rund einer halben Stunde hatten die Rapidler ihre gefährlichste Phase. Zunächst leistete sich Novi-Sad-Tormann Nemanja Supic einen schweren Schnitzer, den Guido Burgstaller allerdings nicht ausnutzen konnte. Burgstaller schupfte den Ball überhastet an der linken Stange des leeren Tores vorbei (32.).
Novi Sad schlägt zu
Nur wenige Sekunden später zog Hofmann aus 20 Metern wuchtig ab. Der Lattenpendler fand jedoch von dort nicht den Weg ins Tor (33.). Nach der Pause übernahm allerdings Novi Sad recht deutlich das Kommando. Rapid-Tormann Königshofer hatte bei einem Schuss von Oumarou Probleme (54.), nach angeblichem Hands von Markus Katzer reklamierten die knapp 10.000 Fans der Hausherren vergeblich Elfmeter (60.). Novi Sad legte einen Hechtkopfball von Stevanovic (61.) und einen Moreira-Schuss nach (70.).
Der Führungstreffer kam dann nicht ganz überraschend, die Rapid-Hintermannschaft half dabei allerdings tatkräftig mit. Nach Kopfball von Stevanovic spazierte Oumarou zwischen den Rapid-Innenverteidigern Sonnleitner und Harald Pichler durch und der Stürmer aus Kamerun schoss eiskalt zum 1:0 ein (75.).
GEPA/Christian OrtDieser Elfer von Steffen Hofmann fand nicht den Weg ins TorHofmann vergibt Elfer
Die Riesenchance auf den Ausgleich fanden die Gäste in der 82. Minute vor. Nach Trikotziehen von Dorde Jokic gegen Terrence Boyd entschied der polnische Referee auf Elfmeter, Hofmann schoss den Strafstoß aber an die rechte Stange. Bei korrekter Regelauslegung hätte der Elfer wiederholt werden müssen, da gleich mehrere serbische Spieler vorzeitig in den Strafraum liefen.
In der Nachspielzeit leistete sich Königshofer einen höchst kuriosen Aussetzer. Der Rapid-Goalie glaubte, einen Schiripfiff gehört zu haben und schupfte den Ball einige Meter nach vorne, um einen Freistoß zu spielen. Bojovic zeigte sich hellwach und knallte den geschenkten Ball aus kurzer Distanz zum 2:0 ins Tor (94.). Den Rapidlern gelang aber noch ein versöhnliches Ende: nach Freistoß von rechts wurde der Ball von Alar zum 1:2 ins Tor abgefälscht (96.).
Fans auf der Festung festgehalten
Schon vor dem Spiel war den rund 500 mitgereisten Rapid-Fans die Laune vermiest worden. Sämtliche Fan-Busse wurden - wie im Vorfeld angekündigt - bei der Stadteinfahrt aufgehalten und auf die Festung Petrovaradin, ein Wahrzeichen der Stadt, gebracht, wo sie bis 90 Minuten vor dem Anpfiff bleiben mussten. Auf der Festung standen den Anhängern zwar gastronomische Einrichtungen zur Verfügung, der Zugang ins Stadtzentrum wurde ihnen jedoch von einem Polizei-Großaufgebot verwehrt. Bei jedem einzelnen Rapid-Schlachtenbummler wurde zudem eine intensive Leibesvisitation durchgeführt.
Stimmen zum Spiel
Peter Schöttel (Rapid-Trainer): „Es war das erwartet schwere Spiel. Beide Teams hatten Chancen auf den Sieg. Man hat gesehen, dass sich die beiden Mannschaften auf Augenhöhe befinden. Die zweite Spielhälfte war wirklich verrückt. Wir sind heilfroh, dass uns noch das Tor gelungen ist. Das könnte entscheidend sein. Die Chancen stehen 50:50, in einem vollen Hanappi-Stadion ist alles möglich.“
Steffen Hofmann (Rapid-Kapitän): „Das ist ein Ergebnis, das wir umdrehen können. Wir hatten viele Chancen, vor allem meinen nicht verwandelten Elfmeter. Aber ich gehe fest davon aus, dass wir es schaffen können. Das Auswärtstor war unheimlich wichtig für uns.“
Lukas Königshofer (Rapid-Tormann): „Für mich war vor dem 0:2 klar, dass abgepfiffen war.“
Deni Alar (Rapid-Torschütze): „Ich war mir zuerst gar nicht sicher, dass es mein Tor war. Hauptsache, der Ball war drinnen.“
Europa League, dritte Qualirunde, Hinspiel
Donnerstag:
Vojvodina Novi Sad - Rapid 2:1 (0:0)
Novi Sad, Karadjordje-Stadion, 10.000 Zuschauer, SR Artjom Kuchin (KAZ)
Torfolge:
1:0 Oumarou (75.)
2:0 Bojovic (94.)
2:1 Alar (96.)
Anmerkung: Hofmann trifft in der 82. Minute mit einem Elfmeter die Stange.
Vojvodina: Supic - Vulicevic, Djuric, Jokic, Pavlovic - Serginho Greene, Poletanovic (84./Ajuru)- Skuletic (66./Bilbija), Moreira, Stevanovic - Oumarou (90./Bojovic)
Rapid: Königshofer - Schimpelsberger, Sonnleitner, Pichler, Katzer - Kulovits, Heikkinen - Burgstaller (80./Alar), Hofmann, Drazan (68./Trimmel) - Boyd
Gelbe Karten: Skuletic, Jokic, Djuric, Moreira, Pavlovic bzw. Pichler, Trimmel
Die Besten: Oumarou, Stevanovic, Moreira bzw. Kulovits
Rückspiel am 9. August (21.05 Uhr/live in ORF eins) im Wiener Hanappi-Stadion (SR Malek/POL).
Links:
Publiziert am 03.08.2012