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„Fans auf unsere Seite bekommen“
„Wir haben mit Messi den besten Spieler der Welt, wir haben dazu einen Gonzalo Higuain, einen Angel di Maria, einen Sergio Agüero“, sagte Argentiniens Teamchef Alejandro Sabella dem deutschen Fachmagazin „kicker“ (Montag-Ausgabe), beschrieb aber auch sein Hauptproblem. „Ich gebe zu, generell ist der Nachwuchs in der Defensive nicht da“, erklärte der 57-Jährige, der vor einem Jahr Sergio Batista ablöste.
AP/Natacha PisarenkoZumindest im Sturm hat Argentiniens Teamchef Sabella die Qual der WahlGefälle innerhalb der Mannschaft
Wie groß das Gefälle innerhalb dieses Teams ist, zeigt der Name Jose Ernesto Sosa. Bei Bayern München gilt er als einer der größten Fehleinkäufe der Vereinsgeschichte. Und weil sich der 27-Jährige danach auch beim SSC Neapel nicht wirklich durchsetzen konnte, spielt er mittlerweile bei Metalist Charkow in der Ukraine.
In Frankfurt wird Sosa dennoch in der argentinischen Startformation erwartet, weil sich für seine Position im rechten Mittelfeld sonst kaum jemand aufdrängt im Land des zweifachen Weltmeisters und Olympiasiegers. Im Sturm dagegen kann es sich Sabella leisten, einen Higuain von Real Madrid auf die Bank zu setzen und einen Carlos Tevez von Manchester City gar nicht erst zu nominieren.
Letzte Etappe für Teamchef Löw
Für Sabellas Gegenüber auf der deutschen Trainerbank Joachim Löw beginnt am Mittwoch die wahrscheinlich letzte Etappe seiner Ära als Teamchef. „Die Vorfreude ist wieder groß“, erklärte der 53-Jährige, dem zur Krönung seiner Teamchefkarriere noch ein Titel fehlt. Eineinhalb Monate nach dem vieldiskutierten EM-Aus und der geäußerten Kritik an seiner Taktik soll seine Auswahl wieder Stärke zeigen und Selbstvertrauen für die im September beginnende WM-Qualifikation tanken. Am Rückhalt innerhalb der Mannschaft mangelt es zumindest nicht.
„Wir vertrauen ihm zu hundert Prozent. Daran gibt es überhaupt keine Zweifel, weil er ein hundertprozentiger Fachmann ist“, sagte Sami Khedira, der die Verantwortung der Spieler für das verfehlte Titelziel bei der EM in Polen und er Ukraine unterstrich. „Wir haben es nicht zu hundert Prozent umgesetzt.“ Nach der Vorrunde und dem Viertelfinal-Sieg gegen Griechenland sei Löw öffentlich „auf eine Stufe hochgehypt worden, höher geht es nicht“, erinnerte der Profi von Real Madrid. „Jetzt soll es auf einmal falsch gewesen sein.“
Aufbruchstimmung statt EM-Frust
Die Partie gegen den zweimaligen Weltmeister Argentinien sieht die Mannschaft als Chance für eine neue Aufbruchstimmung. Der EM-Frust soll in Vorfreude auf die WM-Qualifikation gegen Österreich, Schweden, Irland, Kasachstan und Auftaktgegner Färöer verwandelt werden. „Wir wollen gewinnen, die Fans begeistern und wieder auf unsere Seite bekommen“, erklärte Khedira.
„Man sollte nicht alles schlechtreden, was vorher gut war. Die Sache ist gegessen, wir müssen nach vorne schauen und einen richtigen Neustart machen“, sagte Marco Reus, der frischgekürte Fußballer des Jahres in Deutschland. „Wir müssen wieder dahin kommen - wie Italien im Halbfinale -, dass wir einfach geiler werden auf ein Tor und den Sieg.“
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Publiziert am 15.08.2012