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Echter Gradmesser für die Qualifikation
Fuchs hatte Österreichs Nationalteam bereits in der Vergangenheit als Kapitän geführt, wenn Marc Janko nicht zur Verfügung stand. „Für mich ist das nach wie vor eine besondere Sache. Es wird sich aber nicht viel ändern, denn ich habe vorher schon Verantwortung übernommen“, erklärte der Schalke-Legionär, der dem Amt aber nicht zu viel Bedeutung beimessen möchte: „Auf dem Platz brauchen wir viele Kapitäne.“
Der ins zweite Glied getretene Janko hat mit seiner Rolle als „Vize“ absolut kein Problem und sieht keine Degradierung seiner Person. „Ich freue mich für Christian. Wir ziehen alle an einem Strang und haben alle ein großes Ziel“, erklärte der 29-Jährige. Einen Wunsch hatte der Porto-Legionär aber bezüglich Fuchs trotzdem und sagte scherzhaft: „Ich hoffe, er gewinnt mehr Münzwürfe als ich.“
GEPA/Christian OrtChristian Fuchs hat seinen Blick geradeaus in die Zukunft gerichtetStarke Türken kommen gerade recht
Im Spiel selbst soll dann natürlich auch ein positives Ergebnis herausschauen, im Idealfall ein Sieg. Die Resultate gegen die Türkei waren zuletzt allerdings durchwachsen. In der EM-Qualifikation folgte einer 0:2-Niederlage in der Türkei eine Nullnummer in Wien. „Die Türkei spielt einen sehr guten Fußball. In beiden Partien haben wir nicht zu unserem Spiel gefunden“, sagte Fuchs, der nicht mehr an die Vergangenheit denken möchte.
Der Blick ist in die Zukunft gerichtet, und da kommt ein Testspiel gegen die Türken gerade recht. „Das ist sicher der stärkste Gegner in diesem Jahr. Da werden wir sehen, wo wir stehen. Das brauchen wir jetzt, denn auch in der Qualifikation werden wir schwere Spiele haben“, sagte Fuchs, der andeutete, dass das Team mit Pressing, wie es Kollers Philosophie entspricht, dagegenhalten möchte.
„Entwicklung ist sehr gut“
Dass das Team imstande ist, die Vorstellung des Teamchefs umsetzen zu können, davon ist Fuchs überzeugt. „Die Entwicklung ist sehr gut. Wir machen einen Schritt nach dem anderen. Wir wissen aber sehr wohl, dass noch sehr viele Schritte möglich sind“, erklärte der 26-Jährige, der sich vor der am 11. September mit dem Heimspiel gegen Deutschland beginnenden WM-Qualifikation ein zufriedenstellendes Resultat wünscht.
„Wir haben ein großes Ziel, die WM-Qualifikation positiv zu bestreiten. Da brauchen wir vor dem Start ein Erfolgserlebnis“, streicht Fuchs die Bedeutung des Länderspiels heraus. Leicht wird es zwar nicht, der Kapitän ist aber von der Leistungsfähigkeit des Teams überzeugt: „Die Türkei ist schon ein Brocken, aber wenn wir unsere Qualität abrufen, dann ist ein gutes Resultat sicher im Bereich des Möglichen.“
Dass er und einige andere Spieler noch mitten in der Vorbereitung stecken, ist für Fuchs kein Problem. Als Ausrede dürfe das auf keinen Fall herhalten. „Wir sind auf einem hervorragenden Fitnesslevel, was fehlt, ist noch die Matchpraxis unter Wettbewerbsbedingungen“, sagte Fuchs, der mit Schalke am Samstag mit einem Cupspiel bei Saarbrücken in die Saison startet.
Janko hat „noch Aufholbedarf“
Wann Janko wieder völlig hergestellt ist, ist derzeit noch offen. Der Stürmer hofft, dass er nach seiner Muskelverletzung in zwei, drei Wochen wieder in Höchstform ist. „Ich habe noch Aufholbedarf. Die Verletzung ist zu einem sehr ungünstigen Zeitpunkt gekommen“, erklärte Janko, der laut eigenen Aussagen Geduld brauchen wird, um wieder in die Mannschaft von Porto zu rutschen.
Die Portugiesen verpflichteten mit dem Kolumbianer Jackson Martinez einen weiteren Mittelstürmer, was in einem System mit nur einer Spitze natürlich zusätzliche Konkurrenz bedeutet. Allerdings steht der Brasilianer Hulk unmittelbar vor einem Abgang. „Der Kampf wird nicht einfach, aber das ist bei einem so großen Club normal“, weiß Janko, der sich um einen Stammplatz im ÖFB-Team weniger Sorgen macht. „Da bin ich der Meinung, dass ich erste Wahl bin, wenn ich auf einem guten Level bin.“
Christian Wagner, ORF.at
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Publiziert am 15.08.2012