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„Ich bin in guter Form“

Alberto Contador gibt ab Samstag bei der 67. Vuelta a Espana sein Comeback auf einer großen Radrundfahrt. Der Spanier, der nach Ablauf seiner Dopingsperre nur die einwöchige Eneco-Tour durch die Niederlande und Belgien bestritt, werde das zurückliegende halbe Jahr ohne Wettkampf nie vergessen. „Das waren sechs schwere Monate, und ich werde mich immer daran erinnern“, sagte Contador.

Vor zwei Jahren hatte Contadors Dopingprobe bei der Tour de France positive Clenbuterol-Befunde erbracht. Im Februar dieses Jahres folgte das entscheidende Urteil des Internationalen Sportgerichtshof CAS: rückwirkend zwei Jahre Sperre. Außerdem wurden Contador sämtliche Erfolge seit dem 21. Juli 2010 aberkannt.

Bei Vuelta-Generalprobe Vierter

Dazu zählen vor allem dessen dritter Sieg bei der Tour de France 2010 und sein zweiter Erfolg beim Giro d’Italia ein Jahr später. Durch die Sperre verpasste der 29-Jährige zudem die Teilnahme an der diesjährigen Tour de France und die Olympischen Spiele in London. Bei seiner Vuelta-Generalprobe auf der Eneco-Tour belegte Contador im Trikot des Teams Saxobank den vierten Platz.

Alberto Contador bei der  Eneco Tour in den Niederlanden

APA/EPA/ANP/Vincent Jannink

Bei der Eneco-Tour verpasste Contador das Podest lediglich um sechs Sekunden

Die fehlende Rennpraxis wegen seiner erst am 8. August abgelaufenen Dopingsperre sprechen gegen seinen zweiten Vuelta-Sieg nach 2008. Dennoch ist der früher oftmals unantastbare Contador zuversichtlich, zumal er in seiner sechsmonatigen Auszeit hart trainiert hat und die schweren Vuelta-Bergetappen mehrfach abgefahren ist. Mit seiner Verfassung vor dem einzigen Saisonhöhepunkt ist er zufrieden.

Saxobank-Teamchef Riis siegessicher

„Ich bin in guter Form. Ich habe mich von Tag zu Tag besser gefühlt und bin mir sicher, dass ich meine Form noch verbessern kann“, sagte der Spanier. Für seinen Saxobank-Teamchef Bjarne Riis reichen die wenigen Rennkilometer aus, um siegessicher zu sein. „Unser einziges Ziel bei der Vuelta ist es, durch Alberto Contador die Gesamtwertung zu gewinnen. Er hat bei der Eneco-Tour ein gutes Comeback absolviert und gezeigt, dass er zu alter Stärke zurückgefunden hat. Er ist bereit für die große Rundfahrt der Saison“, betonte Riis.

Für Contador selbst ist Christopher Froome erster Sieganwärter. Der Brite sei reif für den Triumph auf einer großen Rundfahrt, so der Spanier. „Er hat schon im Vorjahr gezeigt, dass er gewinnen hätte können, wenn er die nötigen Freiheiten bekommen hätte. Und heuer bei der Tour hat er eine spektakuläre Leistung gezeigt und bewiesen, dass er der Stärkste war“, zeigte sich Contador beeindruckt.

Freie Fahrt für Froome

In Spanien hat Froome endlich freie Fahrt. Der bei der Tour de France noch durch Teamorder zugunsten von Bradley Wiggins vom möglichen Sieg abgehaltene Sky-Profi darf bei der Vuelta auf eigene Faust fahren. Von Podestplätzen dürfte Froome mittlerweile genug haben, zumal er bei der Tour hinter seinem britischen Landsmann Wiggins und auch im Vorjahr in Spanien Zweiter war - damals vor Wiggins und nur 13 Sekunden hinter Juan Jose Cobo.

Christopher Froome und Bradley Wiggins bei der Tour de France

APA/EPA/Guillaume Horcajuelo

Froome (li.) profitiert von der Abwesenheit seines Teamkollegen Wiggins (re.)

Der spanische Überraschungssieger des Vorjahres gilt auch bei der mit einem Mannschaftszeitfahren in Pamplona beginnenden 67. Auflage als einer der Sieganwärter. Dazu kommen mit Contador und dem Giro-Zweiten Joaquin Rodriguez zumindest noch zwei weitere Spanier. Auch der Tour-Vierte Jurgen van den Broeck (BEL) und Ex-Österreich-Rundfahrt-Gewinner Fredrik Kessiakoff (SWE) sollten um den Sieg mitfahren können. Österreichische Teilnehmer sucht man in der Teilnehmerliste hingegen erstmals seit 2008 vergeblich.

Favorit tritt auf die Euphoriebremse

Der in Kenia geborene Froome tritt aufgrund seines absolvierten Monsterprogramms im Sommer mit Tour und Olympia samt Bronze im Zeitfahren vorsorglich aber schon etwas auf die Euphoriebremse und bringt aus seiner Mannschaft den Olympiazweiten Rigoberto Uran, Sergio Henao und Richie Porte ins Spiel. „Ich gehe als Kapitän in das Rennen, aber das heißt nicht, dass wir nicht noch andere Leute für das Gesamtklassement haben. Rigoberto und Sergio haben beide großes Potenzial, und auch Richie ist einer, der glänzen kann“, sagte Froome.

Der Sky-Kapitän könnte, wie Wiggins bei der Tour de France, für einen britischen Premierensieg in Spanien sorgen. Die diesmal 3.360 km lange Vuelta bewegt sich bemerkenswerterweise ausschließlich im Nordteil des Landes. Der südlichste Punkt ist Madrid, wo die Rundfahrt nach 21 Etappen endet. Die Entscheidung sollte am Tag zuvor am berüchtigt steilen Bola del Mundo, einer von sechs schweren Bergankünften, fallen.

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