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„Unabhängig vom Teamchef“

Binnen vier Tagen hat sich Paul Scharner vom potenziellen ÖFB-Stammspieler zur „Persona non grata“ gewandelt: Nach der vorzeitigen Abreise aus dem Teamcamp vor dem Länderspiel gegen die Türkei und der danach per Interview geäußerten scharfen Kritik an ÖFB-Teamchef Marcel Koller zog der Verband nun einen Schlussstrich.

Das Präsidium des Österreichischen Fußballbundes (ÖFB) beschloss in seiner Sitzung am Donnerstag einstimmig, dass der 32-jährige Niederösterreicher „unabhängig von der Person des Teamchefs künftig in keine österreichische Nationalmannschaft mehr einberufen wird“. Das gab der ÖFB am Freitag per Aussendung bekannt.

Paul ScharnerGEPA/WittersKonzentration auf den HSV: Scharner wird nie wieder für das ÖFB-Team auflaufen

Der Schritt des Verbandes kommt nicht überraschend. Scharner hatte am Mittwoch wenige Stunden vor dem Länderspiel gegen die Türkei das Teamcamp verlassen. Der Verteidiger hatte nach Angaben des ÖFB für das Türkei-Spiel und die im September beginnende WM-Qualifikation eine Schlüsselrolle gefordert, die ihm Teamchef Marcel Koller nicht zugestehen wollte.

Unterstützung für Teamchef Koller

Der Teamchef erhielt für seine Vorgehensweise in der Donnerstag-Sitzung die volle Rückendeckung. „Das ÖFB-Präsidium hat (...) einstimmig zugesichert, Marcel Koller in seiner Entscheidung hinsichtlich der Causa Scharner vollinhaltlich zu unterstützen“, hieß es in der Aussendung.

In Hamburg wird der österreichische Trubel unterdessen mit hanseatischer Gelassenheit registriert. Scharner hat erst am vergangenen Freitag einen Zweijahresvertrag beim HSV unterschrieben. „Er wird hier gut aufgenommen und war sich der Konsequenz bewusst“, sagte HSV-Trainer Thorsten Fink. „Paul ist mental ein starker Spieler, so kann er sich besser auf uns konzentrieren“, betonte Fink, der keine Angst hat, dass der neue Innenverteidiger auch in Hamburg für Ärger sorgt.

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Publiziert am 17.08.2012