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Management bleibt gelassen
GEPA/Christian WalgramGreift das IOC bei Phelps (r.) hart durch, hat Jukic eine MedailleVon 18. Juli bis 15. August 2012 war laut Regel Nummer 40 untersagt, für Produkte zu werben, die nicht das Logo der olympischen Hauptsponsoren tragen. Am 13. August tauchten erste Werbefotos von Phelps mit Louis-Vuitton-Taschen auf. Damit hätte der US-Star, mit 22 Medaillen - 18 davon in Gold - erfolgreichster Olympionike aller Zeiten, gegen die strengen Werberegeln verstoßen.
„Regel nicht verletzt“
Im schlimmsten Fall droht Phelps die Aberkennung seiner Medaillen von London. Im Aquatic Center der britischen Hauptstadt hatte sich der US-Amerikaner viermal Gold und zweimal Silber umgehängt. Phelps war damit auch der König der Spiele 2012. Greift das IOC zur Höchststrafe, dürfte sich auch Österreich freuen. Denn Dinko Jukic kam über 200 m Delfin als Vierter ins Ziel und würde bei einer nachträglichen Disqualifikation des US-Amerikaners Bronze erben.
Phelps’ Managment und Luis Vuitton streiten jedoch jede Mitschuld des Schwimmers an den Fotos, auf denen der 27-Jährige in der Badewanne sitzend zu sehen ist, ab. „Michael hat die Regel nicht verletzt. Alles, was zählt, ist, ob der Athlet dieser Nutzung zugestimmt hat. Und Michael hat diese Bilder nicht freigegeben“, sagte Phelps’ langjähriger Manager Peter Carlisle. Und nur bei vorsätzlicher Veröffentlichung vonseiten des Sportlers würde die Regel Nummer 40 des IOC greifen.
„Die Fotos wurden nicht kontrolliert und noch viel weniger frei gegeben“, so Carlisle, der so wie Louis Vuitton von einem Diebstahl der Bilder ausgeht. Dass das IOC Phelps wegen dessen Werbefotos mit nachträglicher Disqualifikation bestraft, gilt auch so als unwahrscheinlich. Zu groß wäre das folgende Chaos, denn auch die Staffel-Medaillen müssten den USA aberkannt werden. Vielmehr steht eine hohe Geldstrafe im Raum.
Berühmte Beispiele
Nicht immer war das IOC bei Übertretungen seiner Werberichtlinien auf Fotos gnädig. Das berühmteste Beispiel dafür ist Karl Schranz. Österreichs Skistar der 60er und 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts wurde 1972 von den Olympischen Winterspielen in Sapporo ausgeschlossen. Ein Foto des Tirolers von einem Benefiz-Fußballspiel, auf dem Schranz in einem mit Werbung versehenen Trikot zu sehen war, verstieß laut dem damaligen IOC-Präsidenten Avery Brundage gegen den Amateurstatus.
APA/ORF/Önb Bildarchiv/Fritz KernDie Fans in Österreich spendeten Schranz nach dem Ausschluss TrostDie Rechnung für unerlaubte Werbung bekam zuletzt auch Fußballer Nicklas Bendtner bei der Europameisterschaft 2012 in Polen und der Ukraine präsentiert. Der Däne zeigte beim Torjubel den Bund seiner Unterhose, auf dem der Schriftzug eines irischen Wettbüros zu lesen war. Der Europäische Fußballverband (UEFA) verstand bei der Schleichwerbung keinen Spaß und verurteilte Bendtner zu einer saftigen Geldstrafe von 100.000 Euro.
Links:
- IOC
- Michael Phelps (Facebook)
Publiziert am 20.08.2012